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BÄK / KBV / AWMFS32026PneumologieAllgemeinmedizin

NVL COPD: Leitlinie zur Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf BÄK / KBV / AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Tabakentwöhnung ist die wichtigste Maßnahme zur klinisch relevanten Verbesserung der COPD.
  • Für die Spirometrie sollen bevorzugt GLI-Referenzwerte statt des starren FEV1/FVC-Wertes genutzt werden.
  • Die medikamentöse Langzeittherapie basiert auf LAMA und LABA, gesteuert nach Symptomen oder Exazerbationen.
  • Inhalative Corticosteroide (ICS) sind streng indiziert und bei Eosinophilen < 100 Zellen/μl oder Z.n. Pneumonie abzusetzen.
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Hintergrund

Die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) COPD legt großen Wert auf die strukturierte Erfassung von Symptomen und Exazerbationen. Dies ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit im Krankheitsverlauf und eine optimierte Therapiesteuerung, insbesondere für die medikamentöse Behandlung.

Diagnostik: Spirometrie

Um altersbedingte Über- und Unterdiagnosen zu vermeiden, gibt es eine klare Präferenz bei den Referenzwerten für die Lungenfunktion:

Bevorzugte MethodeAlternative (nur bei fehlender Verfügbarkeit)
GLI-Referenzwerte (Global Lung Initiative)Starrer Wert: FEV1/FVC < 70%

Nicht-medikamentöse Therapie

Nicht-medikamentöse Maßnahmen haben einen sehr hohen Stellenwert und sollen vor der Einleitung einer medikamentösen Langzeittherapie beginnen (Ausnahme: medikamentöse Behandlung von Akutsituationen).

  • Tabakentwöhnung: Dies ist die wichtigste Maßnahme. Eine klinisch relevante Verbesserung lässt sich nur durch totale Abstinenz erreichen. Allen rauchenden Patienten soll eine verhaltenstherapeutische und medikamentöse Entwöhnung angeboten werden.
  • Körperliches Training: Angepasste körperliche Aktivität im Alltag und Training verbessern den Verlauf und erhalten die Autonomie, auch in schweren Krankheitsstadien.
  • Inhalatorschulung: Bei jedem neuen Inhalationsgerät (oder nicht-intendiertem Wechsel) ist eine praktische Einweisung und das Vorführen in der Arztpraxis oder Apotheke zwingend erforderlich.

Medikamentöse Langzeittherapie

Die medikamentöse Langzeittherapie folgt zwei Behandlungspfaden, abhängig davon, ob die Schwere der Symptome oder das Erleben von Exazerbationen im Vordergrund stehen.

TherapieStellenwertIndikation / Bemerkung
LAMA / LABABasistherapieLangwirksame Anticholinergika und Beta-2-Sympathomimetika bilden die Grundlage.
ICSEingeschränkte IndikationNur bei weiterhin vorrangigen Exazerbationen trotz LAMA/LABA-Kombination.

Überprüfung der ICS-Indikation

Die Indikation für inhalative Corticosteroide (ICS) muss regelmäßig überprüft werden. Ein Absetzen soll erfolgen bei:

  • Eosinophilen im Differentialblutbild < 100 Zellen/μl (sofern keine klinischen asthmatischen Komponenten vorliegen)
  • Stattgehabter Pneumonie unter ICS-Therapie in der Vergangenheit

Selbstmanagement

Zur Unterstützung des Selbstmanagements sollen alle Patienten einen schriftlichen Aktionsplan erhalten, der individuelle Therapie- und Notfallmaßnahmen definiert.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie bei COPD-Patienten regelmäßig die ICS-Indikation. Setzen Sie das ICS ab, wenn die Eosinophilen < 100 Zellen/μl liegen oder der Patient darunter in der Vergangenheit eine Pneumonie erlitten hat.

Häufig gestellte Fragen

Bevorzugt sollen die GLI-Referenzwerte (Global Lung Initiative) genutzt werden. Der starre Wert FEV1/FVC < 70% gilt nur, wenn diese nicht verfügbar sind.
ICS haben eine sehr eingeschränkte Indikation: Sie kommen nur zum Einsatz, wenn trotz einer Kombinationstherapie aus LAMA und LABA weiterhin vorrangig Exazerbationen auftreten.
Bei Eosinophilen < 100 Zellen/μl (ohne Asthma-Komponente) oder wenn in der Vergangenheit unter ICS eine Pneumonie aufgetreten ist.
Die Tabakentwöhnung. Nur durch totale Abstinenz lässt sich eine klinisch relevante Verbesserung der COPD erreichen.

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