NICE2025Kardiologie

Kardiovaskuläres Risiko: Risikobewertung und Statine

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG238 behandelt die Identifizierung und Bewertung des kardiovaskulären Risikos bei Erwachsenen ohne etablierte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sie umfasst zudem evidenzbasierte Empfehlungen zu Lebensstilanpassungen und lipidsenkenden Therapien.

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind weltweit die führende Todesursache. Die Leitlinie zielt darauf ab, durch eine strukturierte Risikobewertung und gezielte medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Interventionen die Morbidität und Mortalität signifikant zu senken.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärprävention. Zudem werden spezifische Therapieansätze für Personen mit Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronischer Nierenerkrankung definiert.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik und Risikobewertung

Es wird die Nutzung des QRISK3-Tools zur Schätzung des 10-Jahres-Risikos für Personen zwischen 25 und 84 Jahren ohne etablierte kardiovaskuläre Erkrankung empfohlen. Dies schließt Personen mit Typ-2-Diabetes ausdrücklich ein.

Für Personen mit hohem Risiko wird von der Nutzung eines Risikoscores abgeraten. Dazu zählen Personen mit Typ-1-Diabetes, chronischer Nierenerkrankung (eGFR < 60 ml/min/1,73 m²) oder familiärer Hypercholesterinämie.

Zur optimalen Risikoeinschätzung wird empfohlen, sowohl das Gesamtcholesterin als auch das HDL-Cholesterin zu messen.

Lebensstilanpassungen

Laut Leitlinie wird eine kardioprotektive Ernährung empfohlen, bei der die Gesamtfettzufuhr maximal 30 % der Gesamtenergie ausmacht. Die Zufuhr gesättigter Fettsäuren sollte auf maximal 7 % begrenzt werden.

Es wird davon abgeraten, pflanzliche Stanole oder Sterole zur Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen einzusetzen.

Primärprävention mit Statinen

Die Leitlinie empfiehlt eine Therapie mit Atorvastatin 20 mg, wenn der ermittelte QRISK3-Score 10 % oder mehr beträgt. Das Therapieziel in der Primärprävention ist eine Reduktion des Non-HDL-Cholesterins um mehr als 40 %.

Bei Typ-1-Diabetes wird ein Statin empfohlen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind:

  • Alter über 40 Jahre

  • Diabetesdauer von mehr als 10 Jahren

  • Vorliegen einer etablierten Nephropathie

  • Vorhandensein weiterer kardiovaskulärer Risikofaktoren

Sekundärprävention mit Statinen

Für die Sekundärprävention wird initial Atorvastatin 80 mg empfohlen, sofern keine Kontraindikationen oder Interaktionsrisiken bestehen. Das Ziel der Sekundärprävention ist ein LDL-Cholesterin von 2,0 mmol/l oder weniger beziehungsweise ein Non-HDL-Cholesterin von 2,6 mmol/l oder weniger.

Bei Nichterreichen der Zielwerte unter der maximal tolerierten Statindosis wird eine Eskalation empfohlen. Hierfür kommen Ezetimib oder PCSK9-Inhibitoren in Betracht.

Monitoring

Vor Therapiebeginn wird eine Basisdiagnostik empfohlen, die ein vollständiges Lipidprofil, Lebertransaminasen, Nierenfunktion und den HbA1c-Wert umfasst. Eine Kontrolle der Lebertransaminasen und des Lipidprofils sollte 2 bis 3 Monate nach Beginn oder Änderung der Therapie erfolgen.

Eine routinemäßige Bestimmung der Kreatinkinase (CK) bei asymptomatischen Personen wird nicht empfohlen.

Dosierung

IndikationMedikamentEmpfohlene InitialdosisTherapieziel
Primärprävention (QRISK3 ≥ 10 %)Atorvastatin20 mg> 40 % Reduktion des Non-HDL-Cholesterins
SekundärpräventionAtorvastatin80 mgLDL ≤ 2,0 mmol/l oder Non-HDL ≤ 2,6 mmol/l
Chronische NierenerkrankungAtorvastatin20 mgAbhängig von Primär- oder Sekundärprävention
Typ-1-Diabetes (mit Risikofaktoren)Atorvastatin20 mg> 40 % Reduktion des Non-HDL-Cholesterins

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Statine sind in der Schwangerschaft kontraindiziert. Sie sollten 3 Monate vor einer geplanten Empfängnis abgesetzt und erst nach dem Abstillen wieder begonnen werden.

  • Bei ungeklärten Muskelschmerzen und einer Kreatinkinase (CK) von mehr als dem 5-fachen des oberen Normwerts darf keine Statintherapie begonnen werden.

  • Aspirin wird zur routinemäßigen Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen nicht empfohlen.

  • Fibrate, Nikotinsäure, Gallensäurebinder und Omega-3-Fettsäuren (mit Ausnahme von Icosapent-Ethyl bei bestimmten Indikationen) werden zur Prävention nicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler ist das Absetzen von Statinen bei einem leichten Anstieg des Blutzuckers oder des HbA1c-Wertes. Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Statine in diesen Fällen nicht abgesetzt werden sollen. Zudem wird davor gewarnt, die Kreatinkinase (CK) bei asymptomatischen Personen unter Statintherapie routinemäßig zu bestimmen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung des QRISK3-Tools für Personen zwischen 25 und 84 Jahren. Bei Hochrisikogruppen wie Typ-1-Diabetes oder chronischer Nierenerkrankung wird von der Nutzung eines Scores abgeraten.

Es wird initial Atorvastatin 80 mg empfohlen. Eine niedrigere Dosis wird laut Leitlinie nur bei Interaktionsrisiken, hohem Nebenwirkungsrisiko oder auf expliziten Wunsch der behandelten Person in Betracht gezogen.

Laut Leitlinie wird eine Kontrolle der Lebertransaminasen 2 bis 3 Monate nach Beginn oder Dosisänderung der Therapie empfohlen. Eine weitere routinemäßige Kontrolle sollte nach 12 Monaten erfolgen.

Bei Muskelsymptomen wird zunächst die Bestimmung der Kreatinkinase (CK) empfohlen. Liegt der Wert bei weniger als dem 5-fachen des oberen Normwerts, wird empfohlen, die Person zu beruhigen, da die Symptome wahrscheinlich nicht statinbedingt sind.

Die Leitlinie rät explizit davon ab, Aspirin routinemäßig zur primären Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen anzubieten.

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Quelle: Cardiovascular disease: risk assessment and reduction (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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