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NICE

Gallensteinleiden: Diagnostik & Therapie (NICE-Leitlinie)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Asymptomatische Gallensteine in einer unauffälligen Gallenblase bedürfen keiner Therapie.
  • Bei akuter Cholezystitis soll eine frühe laparoskopische Cholezystektomie innerhalb von einer Woche nach Diagnose erfolgen.
  • Gallengangssteine (symptomatisch oder asymptomatisch) erfordern eine Steinextraktion und Cholezystektomie.
  • Die Primärdiagnostik besteht aus Leberwerten und Ultraschall; bei unklarem Befund folgen MRCP oder Endosonographie (EUS).
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Hintergrund

Etwa 15 % der erwachsenen Bevölkerung haben Gallensteine. Die meisten Betroffenen bleiben asymptomatisch. Wenn die Steine jedoch die Gallenblase reizen oder die Gallenwege blockieren, können Schmerzen, Infektionen und Entzündungen auftreten. Unbehandelt kann ein symptomatisches Gallensteinleiden zu schweren Komplikationen wie Cholezystitis, Cholangitis, Pankreatitis oder Ikterus führen.

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt ein klares Stufenschema zur Diagnostik bei Verdacht auf Gallensteine oder bei abdominellen/gastrointestinalen Symptomen, die auf bisherige Therapien nicht angesprochen haben.

StufeDiagnostikumIndikation
1Ultraschall + LeberwerteBasisdiagnostik bei jedem Verdachtsfall
2MRCPUltraschall unauffällig, aber Gallengang erweitert und/oder Leberwerte pathologisch
3Endosonographie (EUS)MRCP liefert keine eindeutige Diagnose
  • Wenn der Verdacht auf andere Erkrankungen als ein Gallensteinleiden besteht, müssen Patienten zur weiteren Abklärung überwiesen werden.

Therapie von Gallenblasensteinen

Die Indikation zur Operation richtet sich nach der Symptomatik und dem Vorliegen von Komplikationen.

BefundTherapieempfehlungBemerkung
Asymptomatische SteineKeine TherapieBei unauffälliger Gallenblase/Gallenwegen. Patienten beruhigen.
Symptomatische SteineLaparoskopische CholezystektomieElektiv als tagesklinischer Eingriff (Day-Case) anbieten, sofern klinisch möglich.
Akute CholezystitisFrühe laparoskopische CholezystektomieInnerhalb von 1 Woche nach Diagnosestellung durchführen.
GallenblasenempyemPerkutane CholezystostomieIndiziert, wenn OP kontraindiziert und konservative Therapie erfolglos. Spätere OP evaluieren, sobald der Patient stabil ist.

Therapie von Gallengangssteinen

Bei Vorliegen von Gallengangssteinen (Choledocholithiasis) wird eine aktivere Strategie empfohlen, unabhängig davon, ob Symptome bestehen.

  • Grundsätzliche Empfehlung: Allen Patienten mit symptomatischen oder asymptomatischen Gallengangssteinen soll eine Gallengangssanierung (Steinextraktion) und eine laparoskopische Cholezystektomie angeboten werden.
  • Methoden der Steinextraktion: Die Sanierung kann chirurgisch während der laparoskopischen Cholezystektomie oder mittels ERCP (vor oder während der OP) erfolgen.
  • Biliäres Stenting: Wenn der Gallengang mittels ERCP nicht saniert werden kann, darf eine biliäre Stenteinlage zur Drainage nur als vorübergehende Maßnahme bis zur definitiven endoskopischen oder chirurgischen Sanierung genutzt werden.
  • Bei elektiver ERCP soll die kostengünstigste Option (tagesklinisch vs. stationär) gewählt werden, die für die klinische Situation geeignet ist.

Patienteninformation zur Ernährung

  • Vor der Operation: Patienten sollen Nahrungsmittel und Getränke meiden, die ihre Symptome auslösen.
  • Nach der Operation: Es ist nicht mehr notwendig, die ehemals auslösenden Nahrungsmittel zu meiden.
  • Nachsorge: Wenn nach der Erholungsphase von der Cholezystektomie weiterhin Symptome durch Essen/Trinken ausgelöst werden oder neue Symptome auftreten, sollen Patienten ihren Hausarzt aufsuchen.

💡Praxis-Tipp

Beruhigen Sie Patienten mit asymptomatischen Gallensteinen (Zufallsbefund): Eine prophylaktische Cholezystektomie ist nicht indiziert. Bei akuter Cholezystitis sollte die OP jedoch nicht aufgeschoben, sondern frühzeitig (innerhalb einer Woche) durchgeführt werden.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Wenn Gallenblase und Gallenwege unauffällig sind, ist keine Therapie erforderlich, solange keine Symptome auftreten.
Die Leitlinie empfiehlt eine frühe laparoskopische Cholezystektomie innerhalb von einer Woche nach Diagnosestellung.
Als Basisdiagnostik sollen die Leberwerte bestimmt und ein Ultraschall des Abdomens durchgeführt werden.
In diesem Fall sollte eine Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) erwogen werden.
Nein, nach der Entfernung der Gallenblase müssen Nahrungsmittel, die zuvor Symptome ausgelöst haben, nicht mehr gemieden werden.

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