Akute Cholezystitis: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die akute Cholezystitis ist eine potenziell lebensbedrohliche Entzündung der Gallenblase. In etwa 95 % der Fälle wird sie durch eine Obstruktion des Ductus cysticus durch Gallensteine verursacht.
Eine akalkulöse Cholezystitis tritt seltener auf und betrifft meist kritisch kranke Personen oder solche unter parenteraler Langzeiternährung. Unbehandelt kann der erhöhte intraluminale Druck zu Ischämie, Gangrän und einer Perforation der Gallenblase führen.
Typische Risikofaktoren umfassen weibliches Geschlecht, Adipositas, Schwangerschaft sowie ein Alter ab 40 Jahren. Die klassische klinische Präsentation beinhaltet Schmerzen im rechten oberen Quadranten, die häufig nach dem Verzehr fettreicher Speisen auftreten.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der akuten Cholezystitis:
Diagnostik
Es wird eine umfassende klinische Evaluation empfohlen, die durch laborchemische Untersuchungen unterstützt wird. Dazu gehören ein Blutbild zur Erfassung einer Leukozytose sowie die Bestimmung von Leberwerten, Amylase und Lipase zum Ausschluss einer Pankreatitis.
Für die apparative Diagnostik werden verschiedene Modalitäten verglichen und je nach klinischer Situation empfohlen:
| Bildgebendes Verfahren | Primäre Indikation | Typische Befunde |
|---|---|---|
| Abdomensonografie | Bevorzugte primäre Bildgebung | Wandverdickung > 3 mm, pericholezystische Flüssigkeit, Gallensteine |
| Computertomografie (CT) | Häufige initiale Diagnostik in der Notaufnahme | Gallenblasendistension, Wandverdickung, radiopake Steine |
| HIDA-Scan | Bei unklaren Ultraschall- oder CT-Befunden | Fehlende Kontrastierung der Gallenblase (Zystikusobstruktion) |
Konservative Therapie
Laut Leitlinie umfasst die initiale Behandlung eine sofortige intravenöse Flüssigkeitsresuscitation.
Zudem wird der umgehende Beginn einer Breitbandantibiose empfohlen. Diese muss gezielt gegen gramnegative Stäbchen und Anaerobier wirksam sein.
Operative Therapie
Für geeignete chirurgische Kandidaten wird eine frühe laparoskopische Cholezystektomie während des initialen Krankenhausaufenthalts empfohlen. Die Leitlinie betont, dass eine frühe Operation innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn die postoperative Morbidität und Mortalität signifikant senkt.
Als chirurgische Alternativen werden genannt:
-
Offene Cholezystektomie bei Kontraindikationen für das laparoskopische Vorgehen
-
Roboterassistierte Cholezystektomie, abhängig von der Expertise des Operateurs
Interventionelle Alternativen
Für schwer kranke oder multimorbide Personen, die nicht operabel sind, wird eine perkutane Gallenblasendrainage durch die interventionelle Radiologie empfohlen.
Diese Intervention kann als definitive Therapie dienen oder als Überbrückung zu einer elektiven Cholezystektomie nach 4 bis 8 Wochen genutzt werden.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Praxisaspekt ist die Beachtung des Murphy-Zeichens bei der körperlichen Untersuchung als klassisches klinisches Signal. Zudem wird davor gewarnt, bei asymptomatischen Gallensteinen (Zufallsbefunden) eine prophylaktische Cholezystektomie durchzuführen, da nur etwa 20 % dieser Personen im Verlauf von 20 Jahren Symptome entwickeln.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist die Abdomensonografie die bevorzugte primäre Bildgebungsmethode. Sie kann typische Zeichen wie eine verdickte Gallenblasenwand, Ödeme und Gallensteine zuverlässig darstellen.
Es wird eine frühe chirurgische Intervention, idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn, empfohlen. Die Leitlinie betont, dass dies die Komplikationsraten und die Mortalität im Vergleich zu einem verzögerten Vorgehen deutlich reduziert.
Die Leitlinie empfiehlt den sofortigen Beginn einer empirischen Breitbandantibiose. Diese sollte gezielt gegen gramnegative Stäbchenbakterien und Anaerobier wirksam sein.
Für schwer kranke Personen mit hohem Operationsrisiko wird eine perkutane Gallenblasendrainage empfohlen. Diese kann als definitive Behandlung oder als Überbrückung bis zu einer späteren elektiven Operation dienen.
Ein HIDA-Scan wird gemäß Leitlinie empfohlen, wenn die Befunde aus Ultraschall oder CT nicht eindeutig sind. Er hilft bei der Bestätigung einer Zystikusobstruktion oder der Diagnose einer akalkulösen Cholezystitis.
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Quelle: StatPearls: Acute Cholecystitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.