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Antimicrobial Stewardship: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Organisationen müssen bereichsübergreifende Antimicrobial Stewardship (AMS) Programme etablieren.
  • Ein AMS-Team erfordert zwingend einen Apotheker für Antiinfektiva und einen medizinischen Mikrobiologen.
  • Bei stationären Patienten müssen mikrobiologische Proben vor der ersten Antibiotikagabe entnommen werden.
  • Bei selbstlimitierenden Infektionen soll keine sofortige Antibiotika-Verschreibung erfolgen.
  • Intravenöse Antibiotika-Therapien müssen nach 48 bis 72 Stunden reevaluiert werden.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie definiert "Antimicrobial Stewardship" (AMS) als einen organisationsweiten Ansatz zur Förderung und Überwachung des umsichtigen Einsatzes von Antimikrobiotika. Ziel ist es, die zukünftige Wirksamkeit dieser Medikamente zu erhalten und der zunehmenden antimikrobiellen Resistenz entgegenzuwirken.

AMS-Programme und Teams

Organisationen sollen bereichsübergreifende AMS-Programme etablieren, um die Verschreibungspraxis zu verbessern.

KomponenteBeschreibung
MonitoringÜberwachung von Verordnungsdaten und lokalen Resistenzmustern.
FeedbackRegelmäßige Rückmeldung an Verordner über ihr Verschreibungsverhalten und sicherheitsrelevante Vorfälle (z. B. C. difficile-Infektionen).
BildungSchulung von Gesundheits- und Sozialberufen zu AMS und Resistenzen.

Für die Umsetzung sind AMS-Teams zu bilden. Zur Kernbesetzung gehören zwingend ein Apotheker für Antiinfektiva und ein medizinischer Mikrobiologe.

Diagnostik und Probenentnahme

Vor der Verordnung von Antimikrobiotika ist eine klinische Beurteilung durchzuführen und die Diagnose zu dokumentieren.

Setting / PatientengruppeEmpfehlung zur mikrobiologischen Diagnostik
Stationäre PatientenProbenentnahme vor der ersten Antibiotikagabe. Review der Verordnung, sobald Ergebnisse vorliegen.
PrimärversorgungBei rezidivierenden oder persistierenden Infektionen Probenentnahme erwägen.
Nicht-schwere InfektionenProbenentnahme vor Therapieentscheidung erwägen, sofern ein Abwarten sicher vertretbar ist.

Empfehlungen für Verordner

Verordner müssen lokale oder nationale Leitlinien befolgen, insbesondere hinsichtlich der kürzesten effektiven Therapiedauer, der optimalen Dosis und des Applikationsweges.

  • Keine sofortige Verschreibung bei wahrscheinlich selbstlimitierenden Erkrankungen.
  • Alternativen besprechen: Symptomatische Selbstpflege, "Back-up"-Verschreibung (Delayed Prescribing) oder nicht-pharmakologische Maßnahmen (z. B. Abszessspaltung).
  • Keine Wiederholungsrezepte über mehr als 6 Monate ohne ärztliches Review.

Intravenöse Antimikrobiotika

MaßnahmeZeitpunktBemerkung
Empirische IV-TherapieSofortGemäß lokalem Formularium bei Verdachtsinfektion ohne bestätigte Diagnose.
IV-ReviewNach 48–72 StundenÜberprüfung in allen Versorgungsbereichen. Entscheidung über Fortführung oder Switch auf orale Therapie.

Einführung neuer Antimikrobiotika

Lokale Entscheidungsgruppen sollen die Einführung neuer Substanzen steuern. Dabei sind klinische Wirksamkeit, lokale Resistenzraten und mögliche Restriktionen zu bewerten. Bei restriktivem Einsatz muss die Rationale dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht werden.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie intravenöse Antibiotika-Verordnungen routinemäßig nach 48 bis 72 Stunden auf die Möglichkeit einer oralen Sequenztherapie. Nutzen Sie bei selbstlimitierenden Infektionen das "Delayed Prescribing" (Reserve-Rezept).

Häufig gestellte Fragen

Ein AMS-Team muss zwingend einen auf Antiinfektiva spezialisierten Apotheker sowie einen Facharzt für medizinische Mikrobiologie umfassen.
Bei stationären Patienten mit Verdacht auf eine Infektion müssen mikrobiologische Proben zwingend vor der ersten Antibiotikagabe entnommen werden.
Ein Review der intravenösen Therapie sollte in allen Versorgungsbereichen nach 48 bis 72 Stunden erfolgen.
Es soll kein sofortiges Antibiotika-Rezept ausgestellt werden. Stattdessen sind Alternativen wie symptomatische Selbstpflege oder ein Reserve-Rezept (Delayed Prescribing) mit dem Patienten zu besprechen.

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