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Medikamentenoptimierung & AMTS: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Medikationsabgleich (Medicines Reconciliation) muss im Akutbereich innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme erfolgen.
  • In der Primärversorgung ist der Medikationsabgleich innerhalb einer Woche nach Erhalt des Entlassbriefs durchzuführen.
  • Bei Sektorenwechseln müssen Medikationsdaten proaktiv, vollständig und idealerweise elektronisch übermittelt werden.
  • Für ältere Patienten und bei Polypharmazie wird eine strukturierte Medikationsanalyse (z. B. mittels STOPP/START-Kriterien) empfohlen.
  • Patienten sollen durch Shared Decision-Making und individuelle Selbstmanagement-Pläne aktiv in ihre Therapie eingebunden werden.
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Hintergrund

Die Optimierung der Arzneimitteltherapie (Medicines Optimisation) zielt darauf ab, die sichere und effektive Nutzung von Medikamenten zu gewährleisten. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umgang mit Polypharmazie, die in eine angemessene (positive) und problematische (negative) Polypharmazie unterteilt wird.

Kommunikation bei Sektorenwechsel

Bei der Verlegung von Patienten zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen (z. B. Krankenhausaufnahme oder -entlassung) kommt es häufig zu Medikationsfehlern. Die Leitlinie fordert einen proaktiven Informationsaustausch, idealerweise innerhalb von 24 Stunden.

Folgende Informationen müssen zwingend übermittelt werden:

  • Kontaktdaten des Patienten und des Hausarztes
  • Bekannte Arzneimittelallergien und Art der Reaktion
  • Aktuelle Medikation (verschrieben, OTC, komplementär) inkl. Name, Stärke, Form, Dosis, Häufigkeit und Indikation
  • Änderungen der Medikation (gestartet, gestoppt, Dosisänderung) mit Begründung
  • Datum und Uhrzeit der letzten Dosis (besonders bei wöchentlichen/monatlichen Gaben)

Medikationsabgleich (Medicines Reconciliation)

Der Medikationsabgleich dient der Erstellung einer akkuraten Liste der aktuellen Medikamente und dem Abgleich mit der verordneten Therapie.

VersorgungsbereichZeitfensterVerantwortlichkeit
Akutbereich (Krankenhaus)Innerhalb von 24 Stunden nach AufnahmeGeschultes Fachpersonal (Apotheker, Arzt, Pflegekraft)
Primärversorgung (Hausarzt)Innerhalb von 1 Woche nach EntlassungBenanntes Fachpersonal mit Gesamtverantwortung

Strukturierte Medikationsanalyse

Eine strukturierte Überprüfung der Medikation (Medication Review) wird für spezifische Risikogruppen empfohlen:

  • Patienten mit Polypharmazie
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen
  • Ältere Patienten

Zur Identifikation potenziell inadäquater Medikation und zur Vermeidung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen wird bei älteren Patienten der Einsatz von Screening-Tools wie den STOPP/START-Kriterien empfohlen. Zudem sollten die Prinzipien der PINCER-Intervention (z. B. IT-gestützte Überprüfung, multidisziplinäre Teams) angewendet werden.

Einbindung des Patienten

Die Leitlinie betont das Prinzip des Shared Decision-Making.

  • Entscheidungshilfen (Patient Decision Aids): Sollen genutzt werden, um Vor- und Nachteile von Therapien zu veranschaulichen, ersetzen aber nicht das ärztliche Gespräch.
  • Selbstmanagement-Pläne: Schriftliche Pläne für Patienten mit chronischen Erkrankungen, die Dosisanpassungen oder Bedarfsmedikation eigenständig steuern möchten.

Klinische Entscheidungsunterstützung

MaßnahmeEmpfehlungBemerkung
IT-SystemeNutzung von computergestützten Systemen bei der VerordnungErsetzen nicht das klinische Urteilsvermögen
WarnmeldungenSystem zur Bestätigung obligatorischer WarnungenReduktion von "Alert Fatigue" durch klinisch relevante Hinweise

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei jeder Krankenhausaufnahme innerhalb von 24 Stunden einen strukturierten Medikationsabgleich durch. Nutzen Sie bei älteren Patienten mit Polypharmazie aktiv Screening-Tools wie die STOPP/START-Kriterien, um Medikationsfehler frühzeitig zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme oder einem Sektorenwechsel, bei klinischer Notwendigkeit auch früher.
Ältere Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie Personen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen (Polypharmazie).
Unter anderem die aktuelle Medikation (inkl. OTC-Präparate), vorgenommene Dosisänderungen mit Begründung, bekannte Allergien und der Zeitpunkt der letzten Medikamenteneinnahme.
Die Leitlinie empfiehlt die Nutzung von etablierten Screening-Tools wie den STOPP/START-Kriterien, um potenziell inadäquate Verordnungen zu identifizieren.

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