Nahrungsmittelallergie (IgE): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF-S2k-Leitlinie behandelt das Management von IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien. Diese werden in primäre (vorwiegend frühkindliche) und sekundäre (pollenassoziierte) Allergien unterteilt.
Die Prävalenz in Deutschland liegt bei etwa 4,2 Prozent bei Kindern und 3,7 Prozent bei Erwachsenen. Die Erkrankung kann die Lebensqualität stark einschränken und in seltenen Fällen tödlich verlaufen.
Während frühkindliche Kuhmilch- und Hühnereiallergien oft eine gute Prognose mit spontaner Toleranzentwicklung aufweisen, persistieren Erdnuss- und Baumnussallergien häufiger bis ins Erwachsenenalter.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im Praxisalltag ist die Überinterpretation von Sensibilisierungstests. Die Leitlinie betont, dass der alleinige Nachweis einer Sensibilisierung (positives spezifisches IgE oder Prick-Test) ohne korrespondierende klinische Symptome keine Nahrungsmittelallergie beweist. Es wird davor gewarnt, allein aufgrund positiver Testergebnisse therapeutische Eliminationsdiäten einzuleiten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollen hühnereiallergische Kinder wie andere Kinder nach STIKO geimpft werden, einschließlich der MMR- und Influenza-Impfung. Eine Impfung in einer Klinik ist in der Regel nicht notwendig, außer bei stattgehabter schwerer Anaphylaxie. Lediglich bei der Gelbfieberimpfung wird aufgrund relevanter Eiproteinmengen zur Zurückhaltung geraten.
Die Leitlinie rät strikt von IgG- oder IgG4-Bestimmungen zur Diagnostik ab. Diese Tests zeigen lediglich einen physiologischen Kontakt mit dem Nahrungsmittel an und erlauben keine Unterscheidung zwischen Gesunden und Erkrankten.
Der Einsatz von Einzelallergenen (molekulare Diagnostik) wird empfohlen, um die Testempfindlichkeit bei instabilen Allergenen zu erhöhen. Zudem hilft sie, das Risiko für schwere systemische Reaktionen besser einzuschätzen, beispielsweise durch die Bestimmung von Speicherproteinen wie Ara h 2 bei Erdnussallergie.
Eine diagnostische Eliminationsdiät sollte laut Leitlinie in der Regel nicht länger als ein bis maximal zwei Wochen dauern. Bei Ausbleiben der Symptomatik sollte im Anschluss eine Nahrungsmittelprovokation unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
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Quelle: Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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