IQWiG2026Dermatologie

Lokal-hyperbare Sauerstofftherapie: Indikation bei DFU

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht E25-01 bewertet das Potenzial der lokal-hyperbaren Sauerstofftherapie als Behandlungsalternative bei schlecht heilenden diabetischen Fußulzera (DFU). Die Methode soll ergänzend zur Standardwundbehandlung eingesetzt werden oder Teile davon ersetzen.

Bei der untersuchten Intervention handelt es sich um die Applikation von Sauerstoff unter leichtem Überdruck (Higher Cyclical Pressure Oxygen, HCPO). Die Anwendung erfolgt lokal an der betroffenen Extremität über eine geschlossene Einwegkammer.

Ziel der Therapie ist es, die Wundheilung in hypoxischem Gewebe zu beschleunigen und einen vollständigen Wundverschluss zu erreichen. Zudem sollen Schmerzen reduziert und Amputationen vermieden werden.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert keine direkten klinischen Handlungsanweisungen, sondern bewertet das Potenzial der Methode anhand der aktuellen Studienlage. Grundlage der positiven Bewertung ist primär eine randomisierte kontrollierte Studie (Frykberg 2020).

Bewertung des klinischen Nutzens

Laut IQWiG zeigt die lokal-hyperbare Sauerstofftherapie ein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative. Diese Einschätzung stützt sich auf einen signifikanten Vorteil beim Wundverschluss.

EndpunktLokal-hyperbare SauerstofftherapieKontrollgruppe (Standardversorgung)
Wundverschluss nach 12 Wochen41,7 %13,5 %
Wundverschluss nach 12 Monaten56,0 %27,0 %
AmputationsrateKein signifikanter UnterschiedKein signifikanter Unterschied

Die Häufigkeit von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen war in den untersuchten Gruppen gering. Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ergaben sich numerische Vorteile, die jedoch teilweise als klinisch nicht relevant eingestuft wurden.

Einordnung in den Behandlungsablauf

Die Methode wird gemäß Bericht als adjuvante Therapie betrachtet. Sie erfordert im Vorfeld eine adäquate Wundvorbereitung:

  • Die Wunde muss vorab gereinigt und bei Bedarf debridiert werden.

  • Infizierte Wunden sind nach den lokalen Standardarbeitsanweisungen zu behandeln.

  • Die Anwendung erfolgt typischerweise für 60 bis 90 Minuten täglich an 5 bis 7 Tagen pro Woche.

Fazit des IQWiG

Aufgrund der deutlichen Effekte beim Wundverschluss kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die Vorteile der Methode die Nachteile wahrscheinlich überwiegen. Eine reguläre Nutzenbewertung wird als sinnvoll und möglich erachtet.

Kontraindikationen

Laut den Antragsunterlagen im IQWiG-Bericht bestehen folgende Kontraindikationen für die lokal-hyperbare Sauerstofftherapie:

  • Nekrotisches Gewebe mit Schorf, sofern kein Debridement versucht wird

  • Unbehandelte Osteomyelitis im Wundbereich

  • Krebserkrankungen in der Nähe der Wunde

  • Akute Thrombophlebitis

  • Tiefe Venenthrombose

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass die lokal-hyperbare Sauerstofftherapie die leitliniengerechte Standardwundversorgung nicht vollständig ersetzt, sondern ergänzt. Es wird darauf hingewiesen, dass vor der Anwendung zwingend eine Wundreinigung und ein fachgerechtes Debridement erfolgen müssen. Nekrotisches Gewebe mit Schorf stellt ohne vorheriges Debridement eine Kontraindikation dar.

Häufig gestellte Fragen

Laut den im Bericht zitierten Herstellerangaben erfolgt die Anwendung typischerweise einmal täglich für 60 bis 90 Minuten. Die Behandlung wird meist an 5 bis 7 Tagen in der Woche durchgeführt.

Der aktuelle IQWiG-Bericht stellt lediglich das Potenzial der Methode fest und ist ein Zwischenschritt im Bewertungsverfahren. Eine endgültige Entscheidung über die Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung durch den G-BA steht noch aus.

Der Bericht zitiert eine randomisierte Studie, in der nach 12 Wochen bei 41,7 % der behandelten Personen ein vollständiger Wundverschluss erreicht wurde. In der Kontrollgruppe mit reiner Standardversorgung lag dieser Wert lediglich bei 13,5 %.

In der vom IQWiG bewerteten Hauptstudie zeigte sich bezüglich der Amputationsrate kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Sauerstofftherapie und der Scheinbehandlung. Die Fallzahlen für dieses Ereignis waren in der Studie jedoch insgesamt gering.

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Quelle: IQWiG E25-01: Lokal-hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußulkus (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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