CochraneIa2021

Lacosamid bei fokaler Epilepsie: Wirksamkeit & Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, bei der bis zu 30 Prozent der Betroffenen trotz der Einnahme mehrerer Antiepileptika keine Anfallsfreiheit erreichen. In diesen Fällen einer medikamentenresistenten fokalen Epilepsie wird häufig eine Zusatztherapie erforderlich.

Lacosamid ist ein Antiepileptikum, das durch die Inaktivierung langsamer Natriumkanäle wirkt. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Lacosamid als Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern mit medikamentenresistenter fokaler Epilepsie.

Die Auswertung basiert auf fünf randomisierten, placebokontrollierten Studien mit insgesamt 2199 Teilnehmenden. Die Studiendauer betrug in der Regel 24 bis 26 Wochen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Lacosamid zusammen:

Wirksamkeit der Zusatztherapie

Laut Review erhöht Lacosamid die Wahrscheinlichkeit für eine Reduktion der Anfallsfrequenz um mindestens 50 Prozent signifikant. Die Auswertung zeigt, dass Behandelte unter Lacosamid fast doppelt so häufig auf die Therapie ansprechen wie unter Placebo (hohe Evidenzqualität).

Zudem wird berichtet, dass Lacosamid die Wahrscheinlichkeit für eine komplette Anfallsfreiheit im Vergleich zu Placebo mehr als verdoppelt (niedrige Evidenzqualität). Dieser Effekt zeigte sich in der Sensitivitätsanalyse bei Erwachsenen sogar noch deutlicher.

Dosierungsabhängige Effekte und Verträglichkeit

Die Übersichtsarbeit zeigt, dass die Wirksamkeit bereits ab einer Dosis von 200 mg pro Tag gegeben ist. Es wird hervorgehoben, dass höhere Dosierungen zwar wirksam sind, aber mit einer deutlich höheren Abbruchrate einhergehen.

  • Bei 200 mg/Tag zeigte sich eine gute Verträglichkeit ohne signifikant erhöhte Abbruchraten im Vergleich zu Placebo.

  • Bei 400 mg/Tag war die Wahrscheinlichkeit für einen Therapieabbruch fast doppelt so hoch wie unter Placebo.

  • Bei 600 mg/Tag war die Abbruchrate dreimal so hoch.

Anwendung bei Kindern

Der Review schließt eine Studie mit Kindern ein. Die Daten deuten darauf hin, dass Lacosamid auch bei Kindern eine wirksame und verträgliche Zusatztherapie darstellt, wenn die Dosierung an das Körpergewicht angepasst wird. Es wird jedoch betont, dass weitere Langzeitstudien für diese Altersgruppe erforderlich sind.

Dosierung

Der Review analysierte folgende Dosierungsschemata für Lacosamid als Zusatztherapie:

PatientengruppeKörpergewichtTagesdosisDarreichungsform
Erwachsene-200 mg, 400 mg oder 600 mgTabletten
Kinder< 30 kg8 bis 12 mg/kgSirup
Kinder30 bis < 50 kg6 bis 8 mg/kgSirup
Kinderab 50 kg300 bis 400 mgTabletten

Hinweis: Die Daten zeigen, dass in der klinischen Praxis bei Erwachsenen häufig mit 100 mg/Tag gestartet und bis zur Anfallsfreiheit oder maximal 400 mg/Tag (zugelassene Höchstdosis) aufdosiert wird.

Kontraindikationen

Der Review listet verschiedene unerwünschte Ereignisse auf, die unter Lacosamid signifikant häufiger auftraten als unter Placebo. Die Häufigkeit korreliert stark mit der gewählten Dosis.

Zu den signifikant erhöhten Nebenwirkungen zählen:

  • Schwindel (hohe Evidenzqualität)

  • Erbrechen und Kopfschmerzen (moderate Evidenzqualität)

  • Koordinationsstörungen und Ataxie

  • Verschwommenes Sehen und Diplopie (Doppelbilder)

  • Übelkeit und Somnolenz

Es wird darauf hingewiesen, dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse insbesondere bei der Dosierung von 400 mg/Tag signifikant häufiger auftraten als unter Placebo.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass Lacosamid bereits in einer niedrigen Dosierung von 200 mg pro Tag eine signifikante Wirksamkeit bei der Anfallsreduktion zeigt. Da höhere Dosierungen (400 mg und 600 mg) mit einer deutlich erhöhten Rate an Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen assoziiert sind, wird in der Praxis ein vorsichtiges Aufdosieren nahegelegt, um die optimale Balance zwischen Anfallskontrolle und Verträglichkeit zu finden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review verdoppelt Lacosamid nahezu die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Anfallsfrequenz um mindestens 50 Prozent reduziert. Zudem ist die Chance auf eine komplette Anfallsfreiheit im Vergleich zu Placebo signifikant erhöht.

Die Übersichtsarbeit nennt Schwindel, Erbrechen, Kopfschmerzen, Doppelbilder und Übelkeit als häufige Nebenwirkungen. Das Risiko für diese unerwünschten Ereignisse steigt mit zunehmender Dosierung deutlich an.

Die analysierten Studien untersuchten Dosierungen von 200 mg, 400 mg und 600 mg pro Tag. Der Review zeigt, dass bereits 200 mg/Tag wirksam sind und im Vergleich zu höheren Dosen eine wesentlich geringere Abbruchrate aufweisen.

Der Review schließt Daten einer pädiatrischen Studie ein, die eine gute Wirksamkeit bei Kindern belegt. Die Dosierung erfolgt hierbei gewichtsadaptiert, meist beginnend mit einem Sirup für Kinder unter 50 kg.

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Quelle: Cochrane Review: Lacosamide add-on therapy for focal epilepsy (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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