Laborwert Transferrin (TF): Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Transferrin ist ein essenzielles Transportprotein für Eisen im Blut, das in der Leber gebildet wird. Es transportiert das im Darm aufgenommene oder beim Abbau frei gewordene Eisen zum Knochenmark, wo die Blutbildung stattfindet.

Die Bestimmung von Transferrin ist ein zentraler Baustein in der labordiagnostischen Beurteilung des Eisenstoffwechsels. Dies ist insbesondere bei der Abklärung einer Anämie (Blutarmut) von großer Bedeutung.

Empfehlungen

Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at formuliert folgende Kernaussagen zur Diagnostik des Eisenstoffwechsels:

Diagnostisches Vorgehen

Laut Leitlinie wird empfohlen, die Untersuchung des Eisenstoffwechsels immer als Kombination mehrerer Laborwerte durchzuführen. Transferrin sollte stets gemeinsam mit Eisen und Ferritin gemessen und beurteilt werden.

Zusätzlich sind die Messwerte des roten Blutbildes (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten-Indizes, Retikulozyten) zu berücksichtigen. Erst die Zusammenschau all dieser Parameter gewährleistet eine schlüssige und plausible Diagnostik.

Interpretation der Laborwerte

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Entzündungsprozesse bei der Beurteilung zwingend berücksichtigt werden müssen. Ferritin fungiert als Akute-Phase-Protein und kann bei Entzündungen erhöht sein, was die Interpretation des Eisenhaushalts beeinflusst.

Ursachen für veränderte Transferrinwerte

Erhöhte Transferrinwerte deuten laut Leitlinie auf folgende Zustände hin:

  • Eisenmangel (beispielsweise durch Blutungen)

  • Erhöhter Eisenbedarf (etwa in der Schwangerschaft oder bei Wachstumsschüben)

Verminderte Transferrinwerte können hingegen folgende Ursachen haben:

  • Vermehrte Eisenaufnahme (wie bei der primären Hämochromatose)

  • Infektionen und Tumorerkrankungen

  • Leberzirrhose

  • Eiweißmangel oder Eiweißverlust (beispielsweise bei Nierenerkrankungen)

Laborkonstellation bei Eisenmangelanämie

Die Eisenmangelanämie stellt die häufigste Anämieform dar. Die Leitlinie beschreibt hierfür folgende typische Laborkonstellation:

LaborparameterVeränderung bei Eisenmangelanämie
ErythrozytenVermindert
Hämoglobin / HämatokritVermindert
MCV / MCHVermindert
Eisen (Serum)Vermindert
Transferrin (Serum)Erhöht
Ferritin (Serum)Vermindert

Referenzwerte

Die Leitlinie gibt folgende geschlechts- und altersabhängige Referenzbereiche für Transferrin an:

PatientengruppeAlterReferenzbereich
MännerBis 18 Jahre1,7–3,3 g/L
MännerÜber 18 Jahre1,7–3,3 g/L
FrauenBis 18 Jahre1,6–3,5 g/L
FrauenÜber 18 Jahre1,6–3,5 g/L
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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei der Beurteilung des Eisenstoffwechsels stets mögliche Entzündungsprozesse berücksichtigt werden müssen. Da Ferritin ein Akute-Phase-Protein ist, kann ein bestehender Eisenmangel bei gleichzeitiger Entzündung durch normwertige oder sogar erhöhte Ferritinwerte maskiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollten Transferrin, Eisen und Ferritin stets gemeinsam gemessen werden. Zusätzlich ist die Beurteilung des roten Blutbildes (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, Indizes) für eine schlüssige Diagnostik erforderlich.

Ein erhöhter Transferrinwert weist häufig auf einen Eisenmangel, beispielsweise durch Blutungen, hin. Auch ein erhöhter Eisenbedarf in der Schwangerschaft oder während Wachstumsschüben kann laut Leitlinie ursächlich sein.

Bei einer Eisenmangelanämie sind Erythrozyten, Hämoglobin, MCV, MCH, Serumeisen und Ferritin vermindert. Der Transferrinwert im Serum ist hingegen typischerweise erhöht.

Die Leitlinie nennt als Ursachen für erniedrigtes Transferrin unter anderem Infektionen, Tumorerkrankungen und Leberzirrhose. Auch eine vermehrte Eisenaufnahme bei Hämochromatose oder ein Eiweißverlust bei Nierenerkrankungen können den Wert senken.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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