Mamillensekretzytologie: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die Mammasekretzytologie (auch Mamillensekretzytologie) ist ein Teilbereich der Exfoliativzytologie. Sie dient der mikroskopischen Untersuchung von Zellen, die sich aus der Brustdrüse abgelöst haben und im Mamillensekret zu finden sind.
Laut dem Gesundheitsportal Österreich (Gesundheit.gv.at) gilt prinzipiell jede Mamillensekretion außerhalb der Laktationsperiode oder einer Schwangerschaft als abnorm. Daher wird bei jeder unklaren Spontansekretion der Mamma eine gezielte zellmorphologische Abklärung empfohlen.
Ziel der Untersuchung ist es, Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung zu liefern. Von besonderem klinischem Interesse ist dabei die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Prozessen innerhalb der Brustdrüse.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Durchführung und Befundung:
Indikation und Materialgewinnung
Es wird eine zytologische Abklärung bei jeder unklaren Spontansekretion außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen.
Die Materialgewinnung erfolgt ambulant und nicht-invasiv. Zur Vorbereitung werden einige Tropfen des Mamillensekretes auf einem Objektträger ausgestrichen.
Fixierung und Färbung
Für die Weiterverarbeitung im zytologischen Speziallabor werden laut Quelle folgende Standardverfahren angewendet:
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Färbung nach May-Grünwald-Giemsa (MGG): Das Präparat wird hierfür nach dem Ausstreichen luftgetrocknet.
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Färbung nach Papanicolaou (PAP): Hierbei ist eine Fixierung des Materials in einem Äther-Alkohol-Gemisch (z.B. Fixierspray) zwingend erforderlich.
Befunderstellung und Klassifikation
Der schriftliche zytologische Befund gliedert sich in die Beurteilung der Materialqualität (gut, eingeschränkt, nicht beurteilbar), die morphologische Beschreibung und die finale Klassifikation.
Für die Klassifikation extragenitaler Zytologiebefunde werden die Bewertungsgruppen der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ) herangezogen:
| ÖGZ-Bewertungsgruppe | Bedeutung |
|---|---|
| Gruppe 0 | Nicht beurteilbar |
| Gruppe A | Kein Anhaltspunkt für Malignität |
| Gruppe B | Auffällig, unklare Dignität |
| Gruppe C | Malignitätsverdächtig, maligne |
Weiterführende Diagnostik
Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass ein negativer zytologischer Befund eine schwere Erkrankung der Brustdrüse nicht ausschließt.
Bei einem Andauern der Mamillensekretion werden zwingend weiterführende Untersuchungen wie eine Mammographie sowie zusätzliche histologische Abklärungen empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein unauffälliger zytologischer Befund (ÖGZ-Gruppe A) schließt ein Mammakarzinom nicht sicher aus. Laut Leitlinie wird bei persistierender Mamillensekretion zwingend eine erweiterte Diagnostik mittels Mammographie und gegebenenfalls Histologie empfohlen, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie gilt jede Spontansekretion der Brustdrüse außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit als abnorm. In diesen Fällen wird eine gezielte zellmorphologische Abklärung empfohlen.
Die Fixierung hängt von der geplanten Färbung ab. Für eine Papanicolaou-Färbung (PAP) muss der Ausstrich mit einem Äther-Alkohol-Gemisch fixiert werden, während für die May-Grünwald-Giemsa-Färbung (MGG) eine Lufttrocknung erfolgt.
Die Bewertungsgruppe B der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie beschreibt einen auffälligen Befund mit unklarer Dignität. Es kann zytologisch nicht sicher zwischen gut- und bösartigen Zellveränderungen unterschieden werden.
Nein, die Quelle betont, dass ein negativer Befund eine schwere Erkrankung der Brustdrüse nicht ausschließt. Bei anhaltenden Beschwerden werden zwingend weiterführende Untersuchungen wie eine Mammographie empfohlen.
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Quelle: Laborwert: Mamillensekretzytologie (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.