Laborwert Cortisol (CORT): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Cortisol ist ein lebenswichtiges Steroidhormon aus der Gruppe der Glukokortikoide, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Die Steuerung der Bildung und Freisetzung erfolgt über das Hormon ACTH, welches in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) produziert wird.
Das Hormon greift in zahlreiche Stoffwechselprozesse des Körpers ein. Es bewirkt unter anderem eine Blutzuckersteigerung, fördert den Fett- und Eiweißabbau, wirkt entzündungshemmend sowie immunsuppressiv und steigert den Blutdruck durch Flüssigkeitsretention.
Da Cortisol als Stresshormon starken tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, werden die höchsten Werte am frühen Morgen und die niedrigsten am späten Abend gemessen. Dieser Rhythmus ist für die korrekte Blutabnahme und die labordiagnostische Beurteilung von zentraler Bedeutung.
Empfehlungen
Die Informationen von Gesundheit.gv.at beschreiben das strukturierte Vorgehen bei der Abklärung von Störungen der Nebennierenrindenfunktion.
Basislabor und Diagnostik-Pfad
Für die medizinische Diagnostik wird betont, dass die Blutwerte von ACTH und Cortisol immer gemeinsam gemessen und beurteilt werden müssen.
Im ersten Schritt erfolgt die Beurteilung des ACTH-Wertes, gefolgt von der Cortisol-Bestimmung im zweiten Schritt zur Bestätigung der Diagnose:
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Erniedrigtes ACTH weist auf einen Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom) hin.
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Erhöhtes ACTH deutet auf eine Nebennierenrindenunterfunktion (Morbus Addison) hin.
Funktionstests
Zur genaueren Eingrenzung von Störungen im Hypophysen-Nebennierenrinden-System werden spezifische Funktionstests beschrieben:
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Dexamethason-Hemmtest: Überprüft die physiologische Suppression der Cortisolbildung.
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CRH-Test: Testet die Steigerung von ACTH und Cortisol im Blut.
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ACTH-Test: Überprüft die Stimulierbarkeit der Cortisolbildung durch die Nebennierenrinde.
Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom)
Bei Verdacht auf ein Cushing-Syndrom umfasst die Diagnostik neben den Labor- und Funktionstests auch bildgebende Verfahren. Es wird die Durchführung von Ultraschall der Nebennieren, Röntgen sowie CT von Kopf und Bauch angeführt, um Tumore zu lokalisieren.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bei hormonell aktiven Tumoren ist eine operative Entfernung anzustreben, während in inoperablen Fällen Medikamente zur Blockierung der Cortisolsynthese eingesetzt werden können.
Hypokortisolismus (Morbus Addison)
Die Abklärung einer Nebennierenrindeninsuffizienz erfordert zusätzlich die Bestimmung der Serumelektrolyte sowie eine Autoantikörperdiagnostik zur Suche nach Nebennierenrinden-Auto-Antikörpern.
Therapeutisch ist aufgrund des Fehlens der Nebennierenrindenhormone eine Substitution von Glukokortikoiden, Mineralkortikoiden und eventuell Androgenen erforderlich.
Referenzwerte für Cortisol
Die Quelle gibt folgende tageszeit- und altersabhängige Orientierungswerte für Cortisol im Serum an. Diese Werte dienen als Orientierungsrahmen und müssen im klinischen Gesamtbild interpretiert werden:
| Alter | Uhrzeit | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|---|
| Bis 18 Jahre | 08:00 Uhr | 5 – 15 | µg/dL |
| Über 18 Jahre | 08:00 Uhr | 5 – 25 | µg/dL |
| Über 18 Jahre | 12:00 Uhr | 4 – 20 | µg/dL |
| Über 18 Jahre | 24:00 Uhr | 0 – 5 | µg/dL |
💡Praxis-Tipp
Laut der Quelle kann das abrupte Absetzen einer längerfristigen medikamentösen Kortisonbehandlung zu einer lebensbedrohlichen Addison-Krise führen. Es wird darauf hingewiesen, dass die exogene Zufuhr eine Rückbildung der ACTH-produzierenden Zellen in der Hypophyse verursacht. Bei Verdacht auf eine Addison-Krise ist eine schnellstmögliche Diagnosestellung und intensivmedizinische Behandlung erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Die gemeinsame Bestimmung ist laut Quelle notwendig, um den Regelkreis zwischen Hypophyse und Nebennierenrinde beurteilen zu können. Nur so lässt sich differenzieren, ob die Ursache einer Störung primär in der Nebenniere oder sekundär in der Hypophyse liegt.
Ein Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus) ist labordiagnostisch durch erhöhte Cortisolwerte gekennzeichnet. Wenn gleichzeitig die ACTH-Werte erniedrigt sind, deutet dies auf eine primäre Überproduktion in der Nebenniere oder eine exogene Zufuhr hin.
Die Quelle nennt drei wesentliche Funktionstests zur Eingrenzung von Störungen. Dazu gehören der Dexamethason-Hemmtest zur Überprüfung der Suppression sowie der CRH- und der ACTH-Test zur Überprüfung der Stimulierbarkeit.
Cortisol unterliegt als Stresshormon starken tageszeitlichen Schwankungen. Die höchsten Werte werden am frühen Morgen gemessen, während sie am späten Abend ihren Tiefstpunkt erreichen.
Typische klinische Zeichen eines Hypokortisolismus sind laut Quelle leichte Ermüdbarkeit, Schwächezustände und Gewichtsabnahme. Zudem können ein niedriger Blutdruck sowie charakteristische Pigmentveränderungen der Haut auftreten.
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Quelle: Laborwert: Cortisol (CORT) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.