Laborwert Insulin (INS): Gesundheit.gv.at Leitlinie
Hintergrund
Insulin ist das einzige blutzuckersenkende Hormon des menschlichen Körpers und wird in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Gemeinsam mit seinem Gegenspieler Glukagon reguliert es den Blutzuckerspiegel.
Die Bestimmung des Insulinwerts im Blut ist ein zentraler Baustein in der Diagnostik von Stoffwechselerkrankungen. Sie wird laut der Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) vor allem zur Diagnose und Typisierung des Diabetes mellitus herangezogen.
Zudem spielt der Wert eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Diabetes-Therapie. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Abklärung von unklaren Unterzuckerungen (Hypoglykämien).
Empfehlungen
Die Leitlinie beschreibt klare Vorgaben für die Interpretation und den klinischen Einsatz der Insulinbestimmung.
Diagnostik und Interpretation
Es wird empfohlen, das Ergebnis der Insulinmessung idealerweise gemeinsam mit dem Blutzuckerspiegel sowie dem C-Peptid-Messwert zu interpretieren. Das C-Peptid ist ein Fragment der Insulinvorstufe und spiegelt die tatsächliche Restaktivität der Bauchspeicheldrüse wider.
Bei der Abklärung einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) liefert die Kombination dieser Werte entscheidende Hinweise:
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Ein hoher Insulin- beziehungsweise C-Peptid-Wert bei gleichzeitiger Hypoglykämie weist auf einen Insulin-produzierenden Tumor hin.
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Bei einem bestehenden Typ-II-Diabetes liefert der Insulinspiegel wichtige Informationen über die aktuelle Aktivität der Bauchspeicheldrüse.
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Diese Informationen können laut Leitlinie wichtige Hinweise für die weitere Therapieplanung liefern.
Ergänzende Labordiagnostik bei Diabetes
Für die Diagnose und Verlaufskontrolle eines Diabetes mellitus werden ergänzend zur Insulinbestimmung weitere Labortests angeführt. Dazu gehören:
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Die Messung der Glukose in Blut und Harn
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Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) zur Überprüfung der Reaktion auf eine Glukosebelastung
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Die Bestimmung des HbA1c-Wertes im Blut als "Blutzuckergedächtnis"
Pathophysiologische Einordnung
Die Leitlinie unterscheidet die Diabetes-Formen anhand der zugrundeliegenden Insulin-Pathologie. Beim Typ-I-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor, meist bedingt durch einen autoimmunen Untergang der produzierenden Zellen.
Beim Typ-II-Diabetes kommt es zunächst zu einer Insulinresistenz der Körperzellen, was zu erhöhten Insulinwerten im Blut (Hyperinsulinämie) führt. Im weiteren Verlauf über viele Jahre resultiert daraus schließlich eine Störung der Insulinsekretion.
Referenzwerte für Insulin (nüchtern)
Die Blutabnahme sollte nach einem normalen, 12-stündigen Fasten erfolgen. Die Leitlinie gibt folgende Referenzwerte als Orientierungshilfe an:
| Patientengruppe | Alter | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | 6–25 | µU/mL |
| Männer | über 18 Jahre | 6–25 | µU/mL |
| Frauen | bis 18 Jahre | 6–25 | µU/mL |
| Frauen | über 18 Jahre | 6–25 | µU/mL |
💡Praxis-Tipp
Bei der Abklärung einer unklaren Hypoglykämie wird laut Leitlinie eine kombinierte Bestimmung von Insulin, Blutzucker und C-Peptid empfohlen. Ein isoliert betrachteter Insulinwert ist oft wenig aussagekräftig, während die Kombination mit dem C-Peptid eine verlässliche Einschätzung der tatsächlichen endogenen Insulinproduktion ermöglicht und beispielsweise Hinweise auf einen Insulin-produzierenden Tumor liefern kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung zur Diagnose und Typisierung eines Diabetes mellitus sowie zur Therapieüberwachung. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Abklärung von unklaren Unterzuckerungen (Hypoglykämien).
Wenn bei einer Hypoglykämie gleichzeitig hohe Insulin- und C-Peptid-Werte gemessen werden, weist dies laut Leitlinie auf einen Insulin-produzierenden Tumor hin. Die kombinierte Betrachtung dieser Laborwerte wird daher dringend angeraten.
Ja, für die korrekte Interpretation der Referenzwerte wird eine Blutabnahme nach einem normalen, 12-stündigen Fasten empfohlen. Die Normwerte liegen in diesem Nüchternzustand bei 6 bis 25 µU/mL.
Das C-Peptid ist ein Fragment der Insulinvorstufe und wird im gleichen Verhältnis wie Insulin in das Blut abgegeben. Es spiegelt die tatsächliche Restaktivität der Bauchspeicheldrüse wider und hilft, die körpereigene Insulinproduktion besser zu beurteilen.
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Quelle: Laborwert: Insulin (INS) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.