Laborwert ACTH: Indikation und Interpretation | Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das adrenocorticotrope Hormon (ACTH) wird in der Hypophyse gebildet und steuert die Funktion der Nebennierenrinde. Laut der Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) reguliert es primär die Ausschüttung von Kortisol, beeinflusst aber auch Aldosteron und Nebennierenrindenandrogene.

Kortisol greift als Glukokortikoid in zahlreiche Stoffwechselprozesse ein. Es steigert den Blutzucker, fördert den Fett- und Eiweißabbau und wirkt entzündungshemmend sowie immunsuppressiv.

ACTH und Kortisol unterliegen als Stresshormone extremen tageszeitlichen Schwankungen. Die höchsten Werte werden am frühen Morgen gemessen, die niedrigsten am späten Abend.

Empfehlungen

Diagnostik und Blutabnahme

Die Quelle betont, dass für die medizinische Diagnostik die Blutwerte von ACTH und Kortisol immer gemeinsam gemessen und beurteilt werden müssen. Bei der Blutabnahme ist die extreme tageszeitliche Schwankung der Hormonspiegel zwingend zu berücksichtigen.

Interpretation der Laborwerte

Die Beurteilung des ACTH-Wertes stellt den ersten Schritt der labordiagnostischen Untersuchung dar. Anschließend erfolgt die Beurteilung des Kortisolwertes zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose. Die Leitlinie beschreibt folgende Konstellationen:

  • Erniedrigte ACTH-Werte bei gleichzeitig hohem Kortisol weisen auf einen Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom) hin.

  • Erhöhte ACTH-Werte bei niedrigem Kortisol deuten auf eine Nebennierenrindenunterfunktion (Morbus Addison) hin.

Funktionstests

Zur genaueren Eingrenzung von Störungen im Hypophysen-Nebennierenrinden-System werden spezifische Funktionstests beschrieben:

  • Dexamethason-Hemmtest: Führt normalerweise zur Suppression der Kortisolbildung.

  • CRH-Test: Führt normalerweise zur Steigerung der ACTH- und Kortisolwerte.

  • ACTH-Test: Führt normalerweise zur Steigerung der Kortisolbildung.

Weiterführende Diagnostik

Bei Verdacht auf ein Cushing-Syndrom oder einen Morbus Addison wird eine erweiterte Diagnostik empfohlen. Dazu zählen neben der Bestimmung von Serumelektrolyten und Autoantikörpern auch bildgebende Verfahren.

Es werden Ultraschalluntersuchungen der Nebennieren, Röntgenaufnahmen sowie CT-Untersuchungen von Kopf und Bauch genannt, um Tumore auszuschließen.

Referenzwerte

Die Quelle gibt folgende Referenzwerte für ACTH im Blut an, die für alle Altersgruppen und Geschlechter gleichermaßen gelten:

TageszeitReferenzbereichEinheit
07:00 – 10:00 Uhr10 – 60pg/mL
20:00 – 22:00 Uhr< 30pg/mL
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💡Praxis-Tipp

Ein abrupter Abbruch einer langfristigen medikamentösen Kortisonbehandlung kann zu einer lebensbedrohlichen Addison-Krise führen. Die Leitlinie warnt davor, dass die ACTH-produzierenden Zellen der Hypophyse durch die exogene Zufuhr zurückgebildet sein können. In einem solchen Fall ist eine schnellstmögliche Diagnosestellung und intensivmedizinische Behandlung erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Laut Quelle unterliegt ACTH extremen tageszeitlichen Schwankungen. Die höchsten Werte finden sich am frühen Morgen zwischen 07:00 und 10:00 Uhr.

Die Hirnanhangsdrüse und die Nebennierenrinde bilden einen engen Regelkreis. Nur durch die gemeinsame Beurteilung beider Werte kann laut Leitlinie unterschieden werden, ob die Ursache einer Störung in der Hypophyse oder der Nebennierenrinde liegt.

Diese Laborkonstellation spricht für eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz, auch Morbus Addison genannt. Die Hypophyse schüttet vermehrt ACTH aus, um die defekte Nebennierenrinde zur Kortisolproduktion anzuregen.

Die Leitlinie nennt als häufige Ursachen eine längere medikamentöse Kortisonbehandlung, ACTH-produzierende Tumore oder Kortisol-produzierende Tumore. Dies führt zu einem Überschuss an Glukokortikoiden im Blut.

Typische Beschwerden umfassen laut Quelle leichte Ermüdbarkeit, Schwächezustände, Pigmentveränderungen der Haut, Gewichtsabnahme und einen niedrigen Blutdruck.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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