Laborwert Adiuretin (ADH): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das Antidiuretische Hormon (ADH, Vasopressin oder Adiuretin) wird im Hypothalamus gebildet und über den Hypophysenhinterlappen in das Blut abgegeben. Es ist ein zentrales Hormon zur Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes.
Die Hauptwirkung von ADH besteht in der Verminderung der Wasserausscheidung über die Nieren, was zu einem stark konzentrierten Harn führt. Dieser antidiuretische Effekt arbeitet im Zusammenspiel mit dem Durst-System, dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und natriuretischen Peptiden.
Eine Bestimmung des ADH-Wertes im Blut wird laut der Leitlinie von Gesundheit.gv.at herangezogen, um Störungen der Flüssigkeitsbilanz und unklare Elektrolytverschiebungen abzuklären.
Empfehlungen
Diagnostik von Elektrolytstörungen
Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung von ADH bei Verdacht auf Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes.
Zur genauen Eingrenzung der Ursachen wird eine kombinierte Messung der Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid) im Blut und im Harn empfohlen. Diese Werte müssen in Zusammenschau interpretiert werden.
Erhöhte ADH-Werte (SIADH)
Ein Überschuss an ADH führt zum Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (Schwartz-Bartter-Syndrom). Es resultiert eine ausgeprägte Hyponatriämie durch einen Verdünnungseffekt bei gleichzeitig hoher Natriumkonzentration im Harn.
Als mögliche Ursachen für ein SIADH nennt der Text:
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Gut- oder bösartige Tumore (z.B. Hypophysenadenome, kleinzelliges Bronchuskarzinom)
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Medikamentöse Auslöser (z.B. Antidepressiva, Schmerzmittel)
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ZNS-Erkrankungen (z.B. Gehirnhautentzündung)
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Lungenentzündungen (z.B. Legionellen-Pneumonie)
Niedrige ADH-Werte (Diabetes insipidus)
Ein Mangel an ADH oder eine fehlende Nierenantwort führt zum Diabetes insipidus mit massiver Polyurie, Polydipsie und Asthenurie. Zur Diagnosesicherung wird neben der Elektrolytbestimmung und der ADH-Messung ein Durstversuch empfohlen.
Bei einem zentralen ADH-Mangel wird eine hormonelle Substitution (z.B. als Nasenspray) beschrieben.
Referenzwerte
Die Leitlinie gibt folgende Referenzwerte für die Labordiagnostik an:
| Patientengruppe | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|
| Männer (bis 18 Jahre) | 6–12 | pg/mL |
| Männer (über 18 Jahre) | 6–12 | pg/mL |
| Frauen (bis 18 Jahre) | 6–12 | pg/mL |
| Frauen (über 18 Jahre) | 6–12 | pg/mL |
Für Neugeborene und Kleinkinder gelten abweichende Normalwerte.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, die Elektrolytstörung bei einem SIADH unkritisch durch Natrium-Infusionen auszugleichen. Eine zu schnelle Steigerung des Natriumspiegels im Blut birgt die Gefahr von schweren Hirnschädigungen. Es wird stattdessen empfohlen, primär die zugrunde liegende Störung zu behandeln.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist die Bestimmung bei Hinweisen auf eine Störung der Flüssigkeitsbilanz oder bei unklaren Elektrolytverschiebungen indiziert. Besonders bei einer Hyponatriämie hilft der Wert, die Ursache einzugrenzen.
Der Text nennt Antidepressiva und Schmerzmittel als mögliche medikamentöse Auslöser für eine gesteigerte ADH-Freisetzung. Es wird darauf hingewiesen, dass auch viele weitere Medikamente ursächlich sein können.
Neben der Bestimmung von ADH und den Elektrolyten in Blut und Harn wird ein Durstversuch empfohlen. Bei gesunden Personen führt dieser zu einer Harnkonzentration, was beim Diabetes insipidus ausbleibt.
Die Leitlinie führt gutartige Tumore wie Hypophysenadenome sowie bösartige Tumore an. Insbesondere das kleinzellige Bronchuskarzinom wird als Ursache für die ektopische Bildung eines ADH-artigen Hormons hervorgehoben.
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Quelle: Laborwert: Adiuretin (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.