Koronare Lithoplastie bei KHK: Indikation und Therapie
Hintergrund
Die koronare intravaskuläre Lithoplastie (Lithotripsie) ist ein Verfahren zur Vorbereitung stark verkalkter Koronarstenosen vor einer Stentimplantation. Dabei werden Kalzifizierungen mittels lokaler Schockwellen aufgebrochen.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) stellte in einem früheren Beschluss fest, dass für diese Methode weder ein Nutzen noch eine Schädlichkeit belegt ist. Daraufhin wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einem Addendum beauftragt.
Ziel des vorliegenden IQWiG-Berichts (H21-06) war es, die aktuelle Studienlage systematisch zu überprüfen. Es sollte ermittelt werden, ob mittlerweile neue randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zum Nutzen oder zur Schädlichkeit vorliegen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert keine direkten klinischen Handlungsempfehlungen, sondern bewertet die aktuelle Evidenzlage zur koronaren Lithoplastie.
Methodik der Literatursuche
Laut Bericht wurde eine systematische Recherche in medizinischen Datenbanken wie MEDLINE, Embase und Cochrane durchgeführt. Einschlusskriterium waren randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit patientenrelevanten Endpunkten.
Zu den untersuchten patientenrelevanten Endpunkten zählten gemäß der Bewertung:
-
Mortalität
-
Symptome der koronaren Herzkrankheit
-
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
-
Hospitalisierungen
-
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Ergebnisse der Nutzenbewertung
Die systematische Überprüfung ergab, dass keine zusätzlichen relevanten abgeschlossenen Studien identifiziert werden konnten. Auch neue laufende Studien, die in naher Zukunft belastbare Ergebnisse liefern könnten, wurden nicht gefunden.
Das IQWiG kommt zu dem Fazit, dass für die Methode der koronaren Lithoplastie bei koronarer Herzkrankheit weiterhin weder ein Nutzen noch eine Unwirksamkeit oder Schädlichkeit erkennbar ist.
💡Praxis-Tipp
Da die Evidenzlage laut IQWiG unzureichend ist, wird darauf hingewiesen, dass der Einsatz der koronaren Lithoplastie bei KHK kritisch abgewogen werden sollte. Es fehlen weiterhin belastbare Daten aus randomisierten kontrollierten Studien zu patientenrelevanten Endpunkten wie Mortalität oder Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem aktuellen IQWiG-Addendum wurden keine neuen randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) identifiziert. Die Evidenzlage hat sich im Vergleich zur vorherigen Bewertung nicht verändert.
Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass auf Basis der aktuellen Datenlage weder eine Schädlichkeit noch ein Nutzen belegt werden kann. Es fehlen methodisch adäquate Studien, um das Risikoprofil abschließend zu beurteilen.
Für eine fundierte Nutzenbewertung fordert der Bericht Daten zu patientenrelevanten Endpunkten. Dazu gehören unter anderem die Mortalität, KHK-Symptome, Hospitalisierungsraten und die gesundheitsbezogene Lebensqualität.
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Quelle: IQWiG H21-06: Koronare Lithoplastie bei koronarer Herzkrankheit - Addendum zum Auftrag H20-07 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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