Interatrialer Shunt bei Herzinsuffizienz: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einem Addendum zum Auftrag H20-06 beauftragt. Ziel war die Überprüfung der Methode des perkutan implantierten interatrialen Shunts zur Behandlung der Herzinsuffizienz.
Die Untersuchung fokussiert sich auf Patientinnen und Patienten mit einer Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFrEF, LVEF < 40 Prozent). Diese Personen leiden trotz leitliniengerechter medikamentöser Therapie unter Symptomen und einem erhöhten linksatrialen Druck.
In der vorherigen Bewertung (H20-06) wurde festgestellt, dass für diese Methode weder ein Nutzen noch eine Schädlichkeit oder Unwirksamkeit als belegt anzusehen ist. Das vorliegende Addendum prüft, ob mittlerweile neue Evidenz in Form von randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) vorliegt.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht fasst die Ergebnisse der aktualisierten systematischen Literaturrecherche wie folgt zusammen:
Ergebnisse der Literatursuche
Laut Bericht wurden im Rahmen der Informationsbeschaffung keine zusätzlichen relevanten abgeschlossenen Studien identifiziert. Auch die Suche in Studienregistern ergab keine neuen Erkenntnisse, die die bisherige Bewertung verändern könnten.
Laufende Studien
Es wird auf die bereits bekannte, laufende Studie RELIEVE-HF (NCT03499236) verwiesen. Zu dieser randomisierten kontrollierten Studie liegen dem Bericht zufolge jedoch keine neuen Informationen vor.
Abschließende Bewertung
Das IQWiG zieht folgendes Fazit zur aktuellen Evidenzlage:
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Es ist weiterhin weder ein Nutzen noch eine Unwirksamkeit oder Schädlichkeit für den perkutan implantierten interatrialen Shunt erkennbar.
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Es wurden keine neuen Studien gefunden, die in naher Zukunft einen entsprechenden Nachweis liefern könnten.
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Die Einschätzung aus der vorherigen Bewertung gemäß § 137h SGB V bleibt somit unverändert bestehen.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass der perkutan implantierte interatriale Shunt bei HFrEF weiterhin als experimentelle Methode ohne belegten klinischen Nutzen einzustufen ist. Es wird hervorgehoben, dass außerhalb von klinischen Studien wie der RELIEVE-HF-Studie derzeit keine ausreichende Evidenzbasis für den routinemäßigen Einsatz existiert.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht wurden bei der systematischen Literaturrecherche keine neuen abgeschlossenen Studien identifiziert. Die Evidenzlage hat sich seit der letzten Bewertung nicht verändert.
Nein, der Bericht stellt fest, dass für diese Methode weiterhin weder ein Nutzen noch eine Schädlichkeit oder Unwirksamkeit als belegt anzusehen ist. Es fehlen methodisch hochwertige randomisierte kontrollierte Studien.
Die Bewertung bezieht sich auf symptomatische Personen mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (LVEF < 40 Prozent). Zudem weisen diese Personen trotz leitliniengerechter medikamentöser Therapie einen erhöhten linksatrialen Druck auf.
Der Bericht verweist auf die laufende randomisierte Studie RELIEVE-HF. Diese ist grundsätzlich geeignet, in absehbarer Zeit Ergebnisse zu Nutzen und Schaden zu liefern, aktuell liegen jedoch keine neuen Daten vor.
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Quelle: IQWiG H21-05: Perkutan-implantierter interatrialer Shunt zur Behandlung der Herzinsuffizienz - Addendum zum Auftrag H20-06 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.