Kolorektales Karzinom: Mindestmengen und OP-Qualität
Hintergrund
Das kolorektale Karzinom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die chirurgische Resektion ist ein zentraler Bestandteil der Therapie, wobei die Eingriffe meist komplex sind.
Bei komplexen Operationen wird oft ein Zusammenhang zwischen der Menge der erbrachten Leistungen und der Qualität des Behandlungsergebnisses beobachtet. Auf dieser Basis legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für bestimmte Eingriffe Mindestmengen fest.
Derzeit existiert in Deutschland keine gesetzlich festgelegte jährliche Mindestmenge für die Chirurgie kolorektaler Karzinome. Der vorliegende IQWiG-Bericht V22-02 untersucht die Evidenz zu diesem Thema anhand von 19 retrospektiven Kohortenstudien.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht V22-02 fasst die Evidenz zum Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Behandlungsqualität zusammen. Die Ergebnisse basieren auf 19 retrospektiven Kohortenstudien.
Einfluss der Leistungsmenge
Laut Bericht lässt sich sowohl für die Leistungsmenge pro Krankenhaus als auch pro Arzt ein Zusammenhang zugunsten höherer Fallzahlen ableiten. Die folgende Tabelle fasst zusammen, für welche Zielgrößen ein positiver Effekt durch hohe Fallzahlen nachgewiesen wurde:
| Zielgröße | Vorteil durch hohe Klinik-Fallzahl | Vorteil durch hohe Arzt-Fallzahl |
|---|---|---|
| Kurzfristige Mortalität | Ja | Ja |
| Langfristige Mortalität | Ja | Keine Daten |
| Failure to rescue | Ja | Keine Daten |
| Gesamtkomplikationen | Ja | Nein |
| Postoperatives Nierenversagen | Ja | Keine Daten |
| Kontinenzerhaltung | Ja | Ja |
| Krankenhausaufenthaltsdauer | Ja | Ja |
| Reintervention | Ja | Nein |
Fehlende Evidenz
Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnten keine Studien identifiziert werden.
Ebenso fehlen laut Bericht aussagekräftige Daten zu den konkreten Auswirkungen bereits eingeführter Mindestfallzahlen auf die Versorgungsqualität.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass bei der chirurgischen Therapie kolorektaler Karzinome eine höhere Fallzahl mit einer geringeren Mortalität und einer höheren Rate an Kontinenzerhaltungen assoziiert ist. Es wird hervorgehoben, dass sich dieser Überlebensvorteil nicht nur kurzfristig, sondern auch in der langfristigen Gesamtmortalität widerspiegelt.
Häufig gestellte Fragen
Aktuell ist in Deutschland keine jährliche Mindestmenge für die Chirurgie kolorektaler Karzinome durch den G-BA festgelegt. Der IQWiG-Bericht liefert jedoch Evidenz für einen positiven Effekt höherer Fallzahlen.
Ja, laut IQWiG-Bericht ist eine höhere Leistungsmenge pro Krankenhaus mit einer geringeren kurz- und langfristigen Mortalität assoziiert. Auch das Risiko für ein Versterben nach Komplikationen (Failure to rescue) sinkt messbar.
Der Bericht zeigt, dass eine höhere Leistungsmenge auf Arztebene mit besseren Ergebnissen einhergeht. Dies betrifft insbesondere die kurzfristige Mortalität, die Krankenhausaufenthaltsdauer und die Wahrscheinlichkeit einer Kontinenzerhaltung.
Die Auswertung ergab, dass in Kliniken mit geringeren Fallzahlen häufiger Gesamtkomplikationen und postoperatives Nierenversagen auftreten. Zudem ist die Rate an notwendigen Reinterventionen erhöht.
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Quelle: IQWiG V22-02: Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität des Behandlungsergebnisses bei der Chirurgie kolorektaler Karzinome (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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