IQWiG2023Onkologie

Kolorektales Karzinom: Mindestmengen und OP-Qualität

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das kolorektale Karzinom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die chirurgische Resektion ist ein zentraler Bestandteil der Therapie, wobei die Eingriffe meist komplex sind.

Bei komplexen Operationen wird oft ein Zusammenhang zwischen der Menge der erbrachten Leistungen und der Qualität des Behandlungsergebnisses beobachtet. Auf dieser Basis legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für bestimmte Eingriffe Mindestmengen fest.

Derzeit existiert in Deutschland keine gesetzlich festgelegte jährliche Mindestmenge für die Chirurgie kolorektaler Karzinome. Der vorliegende IQWiG-Bericht V22-02 untersucht die Evidenz zu diesem Thema anhand von 19 retrospektiven Kohortenstudien.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht V22-02 fasst die Evidenz zum Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Behandlungsqualität zusammen. Die Ergebnisse basieren auf 19 retrospektiven Kohortenstudien.

Einfluss der Leistungsmenge

Laut Bericht lässt sich sowohl für die Leistungsmenge pro Krankenhaus als auch pro Arzt ein Zusammenhang zugunsten höherer Fallzahlen ableiten. Die folgende Tabelle fasst zusammen, für welche Zielgrößen ein positiver Effekt durch hohe Fallzahlen nachgewiesen wurde:

ZielgrößeVorteil durch hohe Klinik-FallzahlVorteil durch hohe Arzt-Fallzahl
Kurzfristige MortalitätJaJa
Langfristige MortalitätJaKeine Daten
Failure to rescueJaKeine Daten
GesamtkomplikationenJaNein
Postoperatives NierenversagenJaKeine Daten
KontinenzerhaltungJaJa
KrankenhausaufenthaltsdauerJaJa
ReinterventionJaNein

Fehlende Evidenz

Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnten keine Studien identifiziert werden.

Ebenso fehlen laut Bericht aussagekräftige Daten zu den konkreten Auswirkungen bereits eingeführter Mindestfallzahlen auf die Versorgungsqualität.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass bei der chirurgischen Therapie kolorektaler Karzinome eine höhere Fallzahl mit einer geringeren Mortalität und einer höheren Rate an Kontinenzerhaltungen assoziiert ist. Es wird hervorgehoben, dass sich dieser Überlebensvorteil nicht nur kurzfristig, sondern auch in der langfristigen Gesamtmortalität widerspiegelt.

Häufig gestellte Fragen

Aktuell ist in Deutschland keine jährliche Mindestmenge für die Chirurgie kolorektaler Karzinome durch den G-BA festgelegt. Der IQWiG-Bericht liefert jedoch Evidenz für einen positiven Effekt höherer Fallzahlen.

Ja, laut IQWiG-Bericht ist eine höhere Leistungsmenge pro Krankenhaus mit einer geringeren kurz- und langfristigen Mortalität assoziiert. Auch das Risiko für ein Versterben nach Komplikationen (Failure to rescue) sinkt messbar.

Der Bericht zeigt, dass eine höhere Leistungsmenge auf Arztebene mit besseren Ergebnissen einhergeht. Dies betrifft insbesondere die kurzfristige Mortalität, die Krankenhausaufenthaltsdauer und die Wahrscheinlichkeit einer Kontinenzerhaltung.

Die Auswertung ergab, dass in Kliniken mit geringeren Fallzahlen häufiger Gesamtkomplikationen und postoperatives Nierenversagen auftreten. Zudem ist die Rate an notwendigen Reinterventionen erhöht.

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Quelle: IQWiG V22-02: Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität des Behandlungsergebnisses bei der Chirurgie kolorektaler Karzinome (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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