WHO2020

Körperliche Aktivität: Leitlinien-Empfehlung & Evidenz

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das vorliegende Dokument ist ein Web-Anhang der WHO-Leitlinie zu körperlicher Aktivität und sitzendem Verhalten aus dem Jahr 2020. Es fasst die Evidenzprofile und systematischen Übersichtsarbeiten zusammen, die als Grundlage für die Hauptempfehlungen dienen.

Die Leitlinie bewertet die Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität beziehungsweise sitzendem Verhalten und verschiedenen gesundheitlichen Endpunkten. Dabei werden unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Erwachsene, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen betrachtet.

Für die Bewertung der Evidenzsicherheit wurde laut Leitlinie die GRADE-Methodik angewendet. Die Ergebnisse basieren auf einer Vielzahl von systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen aus der weltweiten Literatur.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie fasst die Evidenz zu den gesundheitlichen Auswirkungen körperlicher Aktivität wie folgt zusammen:

Kinder und Jugendliche

Es besteht laut Leitlinie eine starke Evidenz, dass ein höheres Maß an körperlicher Aktivität mit einer besseren kardiorespiratorischen und muskulären Fitness einhergeht. Zudem ist körperliche Aktivität positiv mit der kardiometabolischen Gesundheit und der Knochengesundheit assoziiert.

Ein vermehrtes sitzendes Verhalten, insbesondere Bildschirmzeit, ist gemäß der Leitlinie mit einer ungünstigeren Körperzusammensetzung und einer geringeren Fitness verbunden.

Erwachsene und ältere Menschen

Die Leitlinie zeigt eine inverse Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und der Gesamtmortalität sowie der kardiovaskulären Mortalität. Jedes Maß an körperlicher Aktivität, unabhängig von der Intensität, ist mit einem geringeren Sterberisiko assoziiert.

Für ältere Menschen wird berichtet, dass körperliche Aktivität das Risiko für Stürze und sturzbedingte Verletzungen signifikant reduziert (hohe Evidenz).

Die folgende Tabelle fasst die Evidenzgrade für ausgewählte Endpunkte bei Erwachsenen zusammen:

Endpunkt (Erwachsene)Assoziation mit körperlicher AktivitätEvidenzgrad (PAGAC)
GesamtmortalitätRisikoreduktionStark
Kardiovaskuläre MortalitätRisikoreduktionStark
Fortschreiten von BluthochdruckRisikoreduktionStark
Kognitive FunktionVerbesserungModerat

Schwangere und Frauen nach der Entbindung

Körperliche Aktivität während der Schwangerschaft ist laut Leitlinie mit einem reduzierten Risiko für eine übermäßige Gewichtszunahme und Gestationsdiabetes verbunden (moderate bis hohe Evidenz).

Es gibt keine Hinweise darauf, dass pränatales Training das Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten oder Frühgeburten erhöht.

Menschen mit chronischen Erkrankungen

Bei Krebspatienten ist körperliche Aktivität nach der Diagnose mit einer verbesserten Überlebensrate bei verschiedenen Krebsarten assoziiert. Dies betrifft unter anderem Brust- und Darmkrebs.

Für Personen mit Typ-2-Diabetes zeigt die Evidenz, dass körperliche Aktivität den HbA1c-Wert und andere kardiometabolische Risikofaktoren signifikant verbessert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass jedes Maß an körperlicher Aktivität, einschließlich leichter Intensität, mit gesundheitlichen Vorteilen und einer reduzierten Mortalität verbunden ist. Es wird hervorgehoben, dass körperliche Aktivität auch bei chronischen Erkrankungen wie Krebs oder HIV sicher ist und die Prognose sowie die Lebensqualität verbessern kann.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die Leitlinie berichtet von einer hohen Evidenz dafür, dass körperliches Training die Rate an Stürzen und sturzbedingten Verletzungen bei älteren Menschen signifikant senkt. Insbesondere Gleichgewichts- und Funktionstraining zeigen hier positive Effekte.

Laut der Leitlinie gibt es keine Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität während der Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten oder Frühgeburten erhöht. Stattdessen ist sie mit einem geringeren Risiko für Gestationsdiabetes und übermäßige Gewichtszunahme assoziiert.

Ein höheres Maß an sitzendem Verhalten, insbesondere Bildschirmzeit, ist gemäß der Leitlinie mit einer ungünstigeren Körperzusammensetzung, geringerer Fitness und einem schlechteren kardiometabolischen Profil bei Kindern verbunden.

Die Leitlinie zeigt moderate Evidenz dafür, dass körperliche Aktivität positive Effekte auf die Kognition hat. Dies gilt sowohl für gesunde Erwachsene als auch für Personen mit Erkrankungen wie Parkinson, Multipler Sklerose oder Schizophrenie.

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Quelle: WHO Guidelines on physical activity and sedentary behaviour: web annex evidence profiles (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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