CochraneIa2022

Katatone Schizophrenie: Antipsychotika und EKT-Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser systematische Cochrane Review (2022) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Antipsychotika bei Schizophrenie-Spektrum-Störungen, die mit katatonen Symptomen einhergehen. Katatone Symptome wie Stupor, Mutismus oder Negativismus gelten historisch als Prädiktor für ein schlechtes Therapieansprechen.

Die Standardtherapie der Katatonie besteht meist aus Benzodiazepinen (wie Lorazepam) oder der Elektrokonvulsionstherapie (EKT). Der Einsatz von Antipsychotika in dieser Patientengruppe wird kontrovers diskutiert.

Einerseits sind Antipsychotika die Basistherapie der Schizophrenie, andererseits besteht die Sorge, dass sie katatone Symptome verschlechtern oder ein lebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) auslösen könnten. Der Review zielte darauf ab, diese Unsicherheiten durch die Auswertung randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) zu klären.

Empfehlungen

Die Autoren des Reviews betonen, dass die aktuelle Evidenzlage äußerst limitiert ist. Es konnte nur eine einzige kleine, kurzzeitige Studie (14 Teilnehmer, 3 Wochen Dauer) in die Analyse eingeschlossen werden.

Vergleich von Risperidon und EKT

Die eingeschlossene Studie verglich Risperidon mit der Elektrokonvulsionstherapie (EKT) bei Personen, die zuvor nicht auf Lorazepam angesprochen hatten. Laut Review zeigten sich folgende Ergebnisse:

  • Sowohl Risperidon als auch die EKT führten zu einer Besserung der katatonen und positiven psychotischen Symptome.

  • Die EKT zeigte in den ersten drei Wochen eine signifikant stärkere Symptombesserung als Risperidon.

  • Die methodische Qualität der Evidenz wird als sehr niedrig eingestuft.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Aufgrund der geringen Stichprobengröße lassen sich laut Review keine definitiven Aussagen zur Sicherheit treffen. In der untersuchten Kohorte wurden folgende unerwünschte Ereignisse dokumentiert:

TherapieBeobachtete NebenwirkungenFälle von MNS
RisperidonExtrapyramidalmotorische Störungen (Parkinsonoid, Akathisie)Keine berichtet
EKTKopfschmerzen, Gedächtnisverlust, verlängerter KrampfanfallKeine berichtet

Klinische Implikationen

Der Review schlussfolgert, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um den Einsatz von Antipsychotika bei Schizophrenie mit Katatonie in der klinischen Routine eindeutig zu befürworten oder abzulehnen. Es wird betont, dass das Risiko eines malignen neuroleptischen Syndroms real bleibt und eine engmaschige Überwachung bei einer antipsychotischen Therapie unerlässlich ist.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut dem Review ist die Evidenz für Antipsychotika bei katatoner Schizophrenie sehr schwach, wobei die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) in den ersten Wochen einen leichten Vorteil bieten könnte. Es wird hervorgehoben, dass bei der Gabe von Antipsychotika in dieser Patientengruppe stets auf Anzeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms (MNS) oder eine Verschlechterung der Katatonie geachtet werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es Hinweise aus einer sehr kleinen Studie, dass Antipsychotika wie Risperidon katatone und positive Symptome verbessern können. Die Evidenz ist jedoch von sehr niedriger Qualität, sodass keine sicheren Schlüsse gezogen werden können.

In der einzigen vom Review eingeschlossenen Studie zeigte die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) in den ersten drei Wochen eine signifikant stärkere Symptombesserung als Risperidon. Beide Verfahren führten jedoch zu einer grundsätzlichen Besserung bei Personen, die nicht auf Lorazepam ansprachen.

Der Review stellt fest, dass die Evidenz weder ausreicht, um Antipsychotika in dieser Situation klar zu empfehlen, noch um sie strikt abzulehnen. Es wird jedoch betont, dass ein Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom besteht und eine strenge klinische Überwachung erfolgen sollte.

Unter Risperidon wurden extrapyramidalmotorische Symptome wie Parkinsonoid und Akathisie beobachtet. Bei der EKT traten laut Review Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust und in einem Fall ein verlängerter Krampfanfall auf.

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Quelle: Cochrane Review: Antipsychotics for schizophrenia spectrum disorders with catatonic symptoms (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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