WHO2025

Känguru-Methode (KMC): Empfehlungen zur Durchführung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie definiert die sogenannte Kangaroo Mother Care (KMC) als die Betreuung von Frühgeborenen oder Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht durch anhaltenden Haut-zu-Haut-Kontakt und exklusives Stillen. Zielgruppe sind Säuglinge, die vor der 37. Schwangerschaftswoche oder mit einem Gewicht von unter 2500 Gramm geboren wurden.

Laut Leitlinie bietet diese Methode signifikante Vorteile für das Neugeborene, darunter eine verbesserte Überlebensrate, eine höhere physiologische Stabilität und ein reduziertes Infektionsrisiko. Zudem wird die Gehirnentwicklung gefördert und ein früherer Krankenhausaufenthalt ermöglicht.

Auch für die Eltern ergeben sich positive Effekte. Es wird beschrieben, dass KMC die mütterliche Angst und Depression reduziert, die Bindung stärkt und das Vertrauen der Eltern in die Pflege ihres Kindes erhöht.

Empfehlungen

Indikation und Beginn

Die Leitlinie empfiehlt, mit der KMC so früh wie möglich nach der Geburt zu beginnen. Dies gilt unabhängig davon, ob das Kind vaginal oder per Kaiserschnitt entbunden wurde.

Auch kranke Neugeborene sollen gemäß der Leitlinie KMC erhalten. Die Betreuung findet in diesen Fällen typischerweise auf der Neugeborenen-Intensivstation statt.

Durchführung und Positionierung

Es wird empfohlen, den Haut-zu-Haut-Kontakt idealerweise 24 Stunden am Tag aufrechtzuerhalten. Als absolutes Minimum nennt die Leitlinie 8 Stunden täglich, wobei jede einzelne Sitzung mindestens eine Stunde dauern sollte.

Für die korrekte Positionierung formuliert die Leitlinie folgende Kernpunkte:

  • Das Neugeborene wird in Bauchlage aufrecht zwischen den Brüsten der betreuenden Person platziert.

  • Der Kopf wird zur Seite gedreht und der Nacken leicht überstreckt, um die Atemwege freizuhalten.

  • Arme und Beine sind gebeugt, die Hüften leicht gespreizt.

  • Das Kind wird mit einem speziellen Tuch oder Binder sicher fixiert.

Ernährung

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit des exklusiven Stillens für die ersten sechs Lebensmonate. Es wird empfohlen, innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mit dem Stillen oder der manuellen Gewinnung von Kolostrum zu beginnen.

Bei kranken oder sehr kleinen Neugeborenen, die nicht direkt an der Brust trinken können, wird die Gabe von abgepumpter Muttermilch empfohlen. Es wird zu einer Fütterungsfrequenz von 8 bis 12 Mal innerhalb von 24 Stunden geraten.

Überwachung und Warnzeichen

Laut Leitlinie soll das Neugeborene während der KMC mindestens alle sechs Stunden hinsichtlich Temperatur, Atmung, Aktivität und Trinkverhalten kontrolliert werden.

Es wird dringend empfohlen, bei folgenden Warnzeichen sofortige medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen:

Klinischer BereichSpezifische Warnzeichen laut Leitlinie
AtmungSchnelle oder sehr langsame Atmung, Einziehungen des Brustkorbs
Neurologie/AktivitätFehlende Spontanmotorik, Krampfanfälle oder Zuckungen
ErnährungTrinkschwäche oder Verweigerung der Nahrungsaufnahme
TemperaturKind fühlt sich ungewöhnlich heiß oder kalt an

Entlassung und Beendigung

Die Leitlinie empfiehlt, die KMC auch nach der Krankenhausentlassung zu Hause fortzuführen.

Ein Ende der KMC wird empfohlen, sobald das Kind ein Gewicht von 2500 Gramm oder ein korrigiertes Alter von 38 bis 40 Wochen erreicht hat. Ein klinisches Zeichen für die Beendigung ist laut Leitlinie, wenn das Kind beginnt, sich aktiv aus der KMC-Position herauszuwinden.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie können alle Mütter KMC durchführen, sofern keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen.

Als explizite Kontraindikationen für die durchführende Person werden genannt:

  • Unkontrollierte Epilepsie

  • Ansteckende Hautinfektionen

Die Leitlinie betont, dass leichte Erkrankungen wie Erkältungen oder milde Infektionen kein Grund sind, KMC abzubrechen. In diesen Fällen wird die Einhaltung angemessener Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und das Tragen einer Maske empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass KMC nicht nur für stabile, sondern ausdrücklich auch für kranke Neugeborene empfohlen wird, selbst wenn diese beatmet werden oder an Monitore angeschlossen sind. Zudem wird betont, dass jede KMC-Einheit mindestens eine Stunde dauern sollte, um den Säugling nicht durch zu häufige Positionswechsel auszukühlen oder zu stressen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine KMC-Dauer von idealerweise 24 Stunden am Tag. Als absolutes Minimum werden 8 Stunden täglich angegeben, wobei Einzelsitzungen mindestens eine Stunde dauern sollten.

Es wird empfohlen, so früh wie möglich nach der Geburt mit dem Haut-zu-Haut-Kontakt zu beginnen. Dies gilt laut Leitlinie sowohl für vaginale Entbindungen als auch für Kaiserschnitte.

Ja, die Leitlinie gibt an, dass die Mutter zwar die erste Wahl ist, Väter oder andere enge Familienmitglieder die KMC jedoch ebenfalls durchführen können. Dies wird besonders empfohlen, wenn die Mutter Ruhe benötigt oder vorübergehend ausfällt.

Laut Leitlinie wird die KMC fortgesetzt, bis das Neugeborene ein Gewicht von 2500 Gramm oder ein korrigiertes Alter von 38 bis 40 Wochen erreicht hat. Ein praktisches Zeichen für das Ende ist, wenn das Kind unruhig wird und versucht, sich aus der Position zu befreien.

Die Leitlinie stellt klar, dass milde Infektionen wie eine Erkältung keine Kontraindikation darstellen. Es wird empfohlen, in solchen Fällen auf verstärkte Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und das Tragen einer Maske zu achten.

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Quelle: Parent counselling guide on kangaroo mother care (KMC) (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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