Brustkrebs-Chirurgie Fallzahlen: IQWiG Rapid Report
Hintergrund
Der Rapid Report V18-05 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2020 untersucht den Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses. Der Fokus liegt dabei auf der chirurgischen Behandlung des primären Mammakarzinoms.
Ziel der Untersuchung war es, sowohl den generellen Einfluss der Fallzahlen auf das klinische Outcome zu bewerten als auch die konkreten Auswirkungen von offiziell eingeführten Mindestfallzahlen zu analysieren. Ergänzend wurde nach Daten zur chirurgisch-palliativen Behandlung gesucht.
Insgesamt wurden zehn Studien in die Auswertung eingeschlossen. Davon wurde eine Studie mit einer hohen Aussagekraft der Ergebnisse bewertet, während die übrigen Studien eine geringere Evidenzstärke aufwiesen.
Empfehlungen
Der Bericht des IQWiG fasst die Evidenz zum Zusammenhang von Fallzahlen und Behandlungsqualität wie folgt zusammen:
Übersicht der klinischen Endpunkte
Die nachfolgende Tabelle stellt die Ergebnisse der IQWiG-Analyse zu den verschiedenen Zielgrößen dar:
| Klinischer Endpunkt | Zusammenhang mit Fallzahl | Aussagekraft der Evidenz |
|---|---|---|
| Gesamtmortalität | Geringere Sterblichkeit bei höherer Menge (Klinik- & Ärzteebene) | Hoch |
| Spezifische Mortalität | Geringere Sterblichkeit (Klinik- oder Ärzteebene) | Niedrig |
| Re-Operationen | Abnahme der Rate bei höherer Menge (Klinik- & Ärzteebene) | Niedrig |
| Lokalrezidive / Lebensqualität | Keine Daten ableitbar | Keine aussagefähigen Studien |
Mortalität
Für die Zielgröße der Gesamtmortalität konnte ein eindeutiger Zusammenhang abgeleitet werden. Die Datenlage hierfür wird als hoch aussagekräftig eingestuft.
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Es zeigt sich eine geringere Sterblichkeit bei einer höheren Leistungsmenge.
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Dieser positive Effekt gilt sowohl auf der Ebene der Krankenhäuser als auch auf der Ebene der operierenden Ärztinnen und Ärzte.
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Bei der krankheitsbezogenen und nicht-krankheitsbezogenen Mortalität wurde ebenfalls eine Abnahme beobachtet, hier jedoch bei niedriger Aussagekraft und isoliert auf Krankenhaus- oder Ärzteebene.
Re-Operationen
Auch bei der Notwendigkeit von Folgeeingriffen zeigt sich ein Trend zu besseren Ergebnissen bei höheren Fallzahlen.
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Es zeigt sich eine Abnahme der Re-Operationsraten bei höheren Fallzahlen auf Krankenhaus- und Ärzteebene.
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Auf Krankenhausebene ist der Rückgang der Re-Operationen bereits im Vergleich mit der mittleren Leistungsmengenkategorie erkennbar.
Fehlende Evidenz
Für einige klinisch relevante Fragestellungen konnten laut IQWiG keine aussagefähigen Studien identifiziert werden.
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Dies betrifft unerwünschte Wirkungen der Therapie, Lokalrezidive, das krankheitsfreie Überleben sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität.
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Ebenso fehlen aussagekräftige Studien zu den Auswirkungen von konkret in die Versorgung eingeführten Mindestfallzahlen.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht unterstreicht die Bedeutung der chirurgischen Routine beim primären Mammakarzinom. Es wird deutlich, dass eine höhere Fallzahl sowohl auf Ebene der Klinik als auch des einzelnen Operateurs mit einer signifikant geringeren Gesamtmortalität assoziiert ist. Dies stellt ein wichtiges Kriterium für die Zuweisung und Aufklärung von Patientinnen dar.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem IQWiG-Bericht gibt es bei hoher Aussagekraft der Daten einen klaren Zusammenhang. Eine höhere Leistungsmenge auf Krankenhaus- und Ärzteebene ist mit einer geringeren Gesamtmortalität verbunden.
Der Bericht zeigt, dass höhere Fallzahlen mit einer Abnahme der Re-Operationsraten einhergehen. Dieser Effekt ist auf Krankenhausebene bereits im Vergleich zu mittleren Fallzahlkategorien sichtbar, auch wenn die generelle Aussagekraft hierfür als niedrig eingestuft wird.
Das IQWiG konnte keine aussagefähigen Studien identifizieren, die die Auswirkungen von konkret in die Versorgung eingeführten Mindestfallzahlen auf die Behandlungsqualität untersuchen.
Für Zielgrößen wie das krankheitsfreie Überleben, Lokalrezidive oder die Lebensqualität liegen laut dem Rapid Report keine aussagefähigen Studien vor. Ein Zusammenhang konnte hier durch die aktuelle Studienlage weder bestätigt noch widerlegt werden.
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Quelle: IQWiG V18-05: Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität des Behandlungsergebnisses bei chirurgischen Behandlungen des Brustkrebses - Rapid Report (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.