IQWiG2021Chirurgie

TAVI Fallzahlen und Qualität: IQWiG Rapid Report

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG Rapid Report V20-04 untersucht den Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses bei kathetergestützten Aortenklappenimplantationen (TAVI). Ziel der Untersuchung ist die Bewertung, ob höhere Fallzahlen in Kliniken oder bei einzelnen Operateuren zu besseren klinischen Ergebnissen führen.

Die Analyse basiert auf acht retrospektiven Beobachtungsstudien. Laut Bericht weisen alle eingeschlossenen Studien eine niedrige Aussagekraft der Ergebnisse auf.

Zusätzlich wurde geprüft, ob konkret in die Versorgung eingeführte Mindestfallzahlen messbare Auswirkungen auf die Behandlungsqualität haben. Hierfür konnten jedoch keine aussagefähigen Studien identifiziert werden.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Ergebnisse zum Fallzahl-Ergebnis-Zusammenhang wie folgt zusammen:

Ergebnisse auf Krankenhausebene

Der Bericht stellt für mehrere Zielgrößen einen positiven Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge pro Krankenhaus und der Qualität des Behandlungsergebnisses fest. Zugunsten einer höheren Leistungsmenge konnten folgende Endpunkte abgeleitet werden:

  • Gesamtmortalität und Versterben im Krankenhaus

  • Blutungen

  • Beatmungsdauer von mehr als 48 Stunden

  • Wiedereinweisung in ein Krankenhaus

  • Abbruch der TAVI-Prozedur

Für die Krankenhausaufenthaltsdauer konnte laut IQWiG kein einheitlicher, monoton fallender Zusammenhang mit der Leistungsmenge abgeleitet werden. Für die Komponente der chirurgischen Konversion lagen keine verwertbaren Daten vor.

Ergebnisse auf Arztebene

Auf der Ebene der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist die Datenlage deutlich eingeschränkter. Ein Zusammenhang zugunsten einer höheren Leistungsmenge konnte hier nur für eine spezifische Zielgröße gezeigt werden:

  • Versterben im Krankenhaus

Für andere Endpunkte wie Blutungen, Beatmungsdauer über 48 Stunden oder Wiedereinweisungen lagen auf Arztebene keine verwertbaren Daten vor. Auch die Kombination der Leistungsmenge von Krankenhaus und Arzt wurde in den Studien nicht untersucht.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass bei TAVI-Eingriffen höhere Fallzahlen auf Krankenhausebene mit einer geringeren Mortalität und weniger Komplikationen wie Blutungen oder Langzeitbeatmungen assoziiert sind. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die zugrundeliegende Evidenz aus retrospektiven Beobachtungsstudien stammt und eine niedrige Aussagekraft aufweist. Für die Festlegung konkreter Mindestfallzahlen fehlen bislang aussagekräftige Studien.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem IQWiG-Bericht lässt sich auf Krankenhausebene ein Zusammenhang zwischen höheren Leistungsmengen und einer reduzierten Gesamtmortalität sowie einer geringeren Sterblichkeit im Krankenhaus ableiten.

Der Bericht zeigt auf Arztebene einen positiven Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Zielgröße "Versterben im Krankenhaus". Für andere Komplikationen lagen auf Arztebene keine verwertbaren Daten vor.

Das IQWiG konnte keine aussagefähigen Studien identifizieren, die die Auswirkungen von konkret in die Versorgung eingeführten Mindestfallzahlen auf die Behandlungsqualität bei TAVI untersuchen.

Für die Krankenhausaufenthaltsdauer konnte auf Krankenhausebene kein einheitlicher Zusammenhang mit der Leistungsmenge abgeleitet werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG V20-04: Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität bei TAVI (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien