Sprachentwicklungsstörungen (USES): Screening-Nutzen
Hintergrund
Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache (UESS) im Kindesalter können weitreichende Folgen für die psychosoziale und schulische Entwicklung haben. Ziel eines universellen Sprachscreenings ist es, betroffene Kinder frühzeitig zu identifizieren und zu behandeln.
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht den patientenrelevanten Nutzen einer solchen Früherkennungsuntersuchung. Dabei wird die gesamte Screeningkette von der Diagnostik bis zur Therapie bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr evaluiert.
Im Fokus der Untersuchung stehen patientenrelevante Endpunkte wie die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die Sprachentwicklung sowie die kognitive und emotionale Entwicklung. Zudem werden mögliche negative Effekte durch Überdiagnosen oder falsch-positive Ergebnisse beleuchtet.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass aktuell keine validierten deutschsprachigen Testverfahren existieren, die eine zuverlässige Identifikation von umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen in der breiten Bevölkerung ermöglichen. Zudem wird betont, dass ein früherer Behandlungsbeginn im Vorschulalter nach aktueller Datenlage nicht nachweislich effektiver ist als eine spätere Intervention im Schulalter. Es wird angeraten, bei der Diagnostik das Risiko für falsch-positive Befunde und eine damit verbundene Stigmatisierung (Labeling) der Kinder zu berücksichtigen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist der Nutzen eines universellen Sprachscreenings auf umschriebene Sprachentwicklungsstörungen derzeit nicht belegt. Es fehlen aussagekräftige Studien, die einen klaren Vorteil gegenüber dem bisherigen Vorgehen im Rahmen der regulären Früherkennungsuntersuchungen zeigen.
Die Auswertung zeigt, dass für keinen der etablierten deutschsprachigen Sprachentwicklungstests ausreichend belastbare Gütekriterien vorliegen. Eine sichere Identifikation von betroffenen Kindern in der Gesamtbevölkerung ist mit den aktuell untersuchten Instrumenten nicht verlässlich möglich.
Der Bericht konnte keine Belege dafür finden, dass ein früher Behandlungsbeginn im Vorschulalter einem späteren Beginn im Schulalter überlegen ist. Zwar zeigen sich kurzfristige positive Effekte durch Sprachtherapien, langfristige Vorteile einer Vorverlagerung sind jedoch nicht nachgewiesen.
Als potenzielle Risiken nennt der Bericht falsch-positive Testergebnisse und Überdiagnosen. Diese können zu unnötigen Abklärungsuntersuchungen und einer ungerechtfertigten Stigmatisierung (Labeling) der Kinder führen.
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Quelle: IQWiG S06-01: Früherkennungsuntersuchung auf umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache bei Kindern (IQWiG, 2011). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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