Tabakentwöhnung: IQWiG-Gesundheitsinformation
Hintergrund
Der vorliegende Rapid Report des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2025 fasst evidenzbasierte Möglichkeiten der Tabakentwöhnung zusammen. Die Erstellung erfolgte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Hintergrund der Beauftragung sind die Beratungen über die Einführung eines Lungenkrebs-Screenings mittels Niedrigdosis-Computertomografie. In diesem Kontext soll Versicherten eine verständliche und fundierte Entscheidungshilfe zum Rauchstopp zur Verfügung gestellt werden.
Tabakrauch stellt eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar, wobei das enthaltene Nikotin zu einer starken körperlichen Abhängigkeit führt. Ein plötzlicher Verzicht löst häufig unangenehme Entzugserscheinungen aus, weshalb strukturierte Entwöhnungsprogramme die Erfolgschancen deutlich erhöhen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht beschreibt verschiedene evidenzbasierte Ansätze zur Unterstützung des Rauchstopps. Die größten Erfolgschancen bestehen laut Bericht bei einer Kombination folgender Bausteine:
-
Beratungsangebote durch Ärzte oder öffentliche Stellen
-
Strukturierte Nichtraucherkurse und Entwöhnungsprogramme
-
Medikamentöse Unterstützung (rezeptfrei oder rezeptpflichtig)
Beratungs- und Kursangebote
Als erste Anlaufstelle für die Tabakentwöhnung werden Hausärzte, Betriebsärzte sowie Gesundheitsämter genannt. Zudem wird auf die kostenlose Online- und Telefon-Beratung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verwiesen.
Für eine strukturierte Entwöhnung beschreibt der Bericht Gruppenkurse als sinnvoll. Diese ermöglichen einen gegenseitigen Ansporn und den Austausch von Lösungsansätzen.
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)
Zur Unterstützung des Rauchstopps können zertifizierte Apps (DiGA) eingesetzt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Anwendungen ärztlich verordnet werden können.
Medikamentöse Unterstützung
Der Bericht unterteilt die medikamentöse Therapie in rezeptfreie und rezeptpflichtige Optionen. Bei schwerer Tabakabhängigkeit ist im Rahmen zertifizierter Programme eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen möglich.
Für die medikamentöse Unterstützung werden folgende Optionen und deren Evidenz verglichen:
| Therapieoption | Rezeptpflicht | Evidenz laut Bericht | Mögliche Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Nikotinersatztherapie (Pflaster, Kaugummi etc.) | Nein | Erhöht nachweislich die Erfolgschancen | Übelkeit, Mundschleimhautreizung, Juckreiz |
| Vareniclin | Ja | Unterstützt nachweislich den Rauchstopp | Übelkeit, Schlafstörungen, seltsame Träume |
| Bupropion | Ja | Nutzen unklar | Keine Angabe im Bericht |
| Cytisin | Ja | Hinweise auf Nutzen, unklar bei schwerer Abhängigkeit | Keine Angabe im Bericht |
Bei der Nikotinersatztherapie wird das Nikotin schrittweise reduziert, um den Körper zu entwöhnen. Die Wahl der Darreichungsform (Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette, Inhalator, Spray) richtet sich nach den persönlichen Vorlieben.
Kontraindikationen
Der Bericht weist darauf hin, dass medizinische Gründe gegen die Anwendung der rezeptpflichtigen Medikamente zur Tabakentwöhnung sprechen können. Es wird empfohlen, mögliche Kontraindikationen im Vorfeld ärztlich abzuklären.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht wird die höchste Erfolgsquote beim Rauchstopp durch eine Kombination aus verhaltenstherapeutischen Maßnahmen (Beratung, Kurse) und medikamentöser Unterstützung erreicht. Zudem wird betont, dass Rückschläge normal sind und Betroffene ermutigt werden sollten, nach einem erfolglosen Versuch weitere Anläufe zu unternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht bestätigt einen nachweislichen Nutzen für Nikotinersatztherapien (wie Pflaster oder Kaugummis) sowie für das rezeptpflichtige Medikament Vareniclin. Für Bupropion und Cytisin ist die Evidenzlage laut Bericht unklarer.
Bei einer schwerer Tabakabhängigkeit können die Kosten für Nikotinersatztherapien oder Vareniclin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Voraussetzung hierfür ist die Teilnahme an einem zertifizierten Entwöhnungsprogramm.
Als mögliche Nebenwirkungen von Vareniclin nennt die Information Übelkeit sowie vorübergehende Schlafstörungen. Auch das Auftreten von seltsamen Träumen wird als Begleiterscheinung beschrieben.
Ja, es gibt zertifizierte Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) zur Unterstützung des Rauchstopps. Diese können ärztlich verordnet und von den Krankenkassen erstattet werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG P24-03: Gesundheitsinformation zu Möglichkeiten der Tabakentwöhnung (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.