IQWiG2021Kardiologie

Trikuspidalklappen-Stentgraft: IQWiG-Bewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht H20-08 bewertet die Methode der endovaskulären Implantation eines Stentgrafts mit Klappenelement. Das Verfahren richtet sich an Personen mit schwerer Trikuspidalklappeninsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium (NYHA III-IV).

Laut Bericht kommt die Methode zum Einsatz, wenn sich der Allgemeinzustand graduell verschlechtert und ein hohes Operationsrisiko für einen offenen chirurgischen Eingriff besteht. Ziel ist es, den venösen Rückfluss durch ein künstliches Ventil in der Hohlvene zu verhindern.

Als Standardversorgung für diese Zielgruppe wird im Bericht die medikamentöse Therapie (z. B. Diuretika, ACE-Hemmer, Beta-Blocker) herangezogen. Andere minimalinvasive Katheter-Verfahren werden aufgrund fehlender Evidenz nicht als Vergleichsintervention akzeptiert.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die methodische Bewertung wie folgt zusammen:

Evidenzgrundlage

  • Zur Bewertung lagen ausschließlich neun Fallberichte und zwei Fallserien vor.

  • Es wurden keine vergleichenden Daten zur Standardbehandlung eingereicht.

  • Die genaue Anzahl der behandelten Personen bleibt aufgrund von Publikationsüberschneidungen unklar.

Bewertung von Nutzen und Schaden

Laut IQWiG lässt sich auf Basis der eingereichten Unterlagen weder ein Nutzen noch eine Unwirksamkeit der Methode ableiten.

Auch eine Schädlichkeit des Verfahrens kann durch die vorliegenden Fallserien weder belegt noch ausgeschlossen werden.

Patientenrelevante Endpunkte

Für die Nutzenbewertung klassifiziert der Bericht die vorgeschlagenen Studienendpunkte wie folgt:

Endpunkt-KategorieBewertete Parameter
Direkt patientenrelevantGesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität, Lebensqualität, Herzinsuffizienz-Symptome, Hospitalisierungen, Funktionsstatus
Nicht herangezogenKosten, OP-Dauer, Liegezeit, maximale Sauerstoffaufnahme, Änderung der NYHA-Klasse (aufgrund geringer Interrater-Reliabilität)

Anforderungen an zukünftige Studien

Um den patientenrelevanten Nutzen nachzuweisen, wird eine Erprobungsstudie gefordert.

  • Empfohlen wird eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mittlerer Größe.

  • Als geeignete Kontrolle wird ein Vergleich der Stentgraft-Implantation mit einer Scheinbehandlung (Sham-Prozedur) angesehen.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf den Herstellerangaben folgende Kontraindikationen für das Verfahren:

  • Anatomische Dimensionen außerhalb der angebotenen Spezifikationen

  • Lungenwiderstand > 3 Wood-Einheiten (WU)

  • Druck im rechten Vorhof > 25 mmHg

  • Pulmonalarterieller Blutdruck > 50 mmHg

  • Indizien für eine sehr schlechte Pumpleistung des rechten Ventrikels

  • Vorhandensein eines anderen Medizinprodukts im Implantationsbereich

Zudem wird auf einen dokumentierten Bruch eines Stentgrafts durch hohe Druckbelastung hingewiesen.

Infolgedessen wurden Personen mit resultierenden hohen Druckgradienten über die Prothese von der Behandlung ausgeschlossen.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht betont, dass für die endovaskuläre Implantation eines Stentgrafts an der Trikuspidalklappe aktuell kein belegter Nutzen gegenüber der rein medikamentösen Therapie existiert. Die bisherige Datenlage beruht ausschließlich auf unkontrollierten Fallserien, weshalb die Methode als experimentell einzustufen ist.

Häufig gestellte Fragen

Das Verfahren ist für Personen mit schwerer, symptomatischer Trikuspidalklappeninsuffizienz (NYHA III-IV) vorgesehen. Voraussetzung ist laut Bericht ein hohes Operationsrisiko, das einen offenen chirurgischen Eingriff ausschließt.

Als alleinige Vergleichsintervention wird die medikamentöse Therapie (Diuretika, ACE-Hemmer, Beta-Blocker) herangezogen. Andere Katheter-Verfahren werden aufgrund mangelnder Leitlinienempfehlungen und fehlender Evidenz nicht als Standardversorgung akzeptiert.

Der Bericht erwähnt den Bruch eines Stentgrafts bei einem Patienten aufgrund unerwartet hoher Druckbelastung. Daraufhin wurden die Ausschlusskriterien angepasst, um Personen mit zu hohen Druckgradienten nicht mehr zu behandeln.

Es wird die Durchführung einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) gefordert. Um Effekte auf die Lebensqualität valide zu messen, wird ein Vergleich mit einer Scheinbehandlung (Sham-Kontrolle) als notwendig erachtet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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