Irreversible Elektroporation bei Bronchitis: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht H20-03 bewertet die irreversible Elektroporation (IRE) bei chronischer Bronchitis gemäß § 137h SGB V. Es handelt sich um eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode mit einem Medizinprodukt hoher Risikoklasse.
Die Methode richtet sich an Personen mit moderater bis schwerer chronischer Bronchitis mit oder ohne COPD (GOLD 1 bis 3). Sie kommt zum Einsatz, wenn die Symptomatik trotz leitliniengerechter medikamentöser Therapie weiterbesteht.
Das Ziel der auch als bronchiale Rheoplastie bezeichneten Methode ist die Verringerung von Schleimbildung und Husten. Dies soll durch die Zerstörung hypersekretorischer Atemwegszellen mittels gezielter Energiezufuhr erreicht werden.
Empfehlungen
Wirkprinzip und Durchführung
Die endoskopische Ablation erfolgt mittels kurzgepulster, elektrischer Felder über einen bronchoskopisch eingebrachten Katheter. Die Energieabgabe wird synchron zum Herzzyklus gesteuert, um das Risiko von Herzrhythmusstörungen zu minimieren.
Laut Bericht wird die Behandlung in zwei Sitzungen aufgeteilt:
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Zuerst erfolgt die Behandlung des rechten Lungenflügels.
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Einen Monat später wird der linke Lungenflügel behandelt.
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Die Methode wird als Ergänzung zur bestehenden Standardtherapie angewendet.
Bewertung der Evidenz
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass auf Basis der eingereichten Unterlagen weder ein Nutzen noch eine Schädlichkeit oder Unwirksamkeit der IRE erkennbar ist. Die vorliegenden Daten stammen lediglich aus Fallserien ohne Kontrollgruppe.
Die im Bericht bewertete Studienlage klassifiziert sich wie folgt:
| Studientyp | Evidenzstufe | Aussagekraft für Nutzenbewertung |
|---|---|---|
| Fallserien (bisherige Daten) | IV | Minimal (kein Nutzenbeleg möglich) |
| Randomisierte kontrollierte Studie (geplant) | Ib | Mäßig bis hoch (Nutzenbeleg potenziell möglich) |
Für eine fundierte Nutzenbewertung werden vergleichende Daten benötigt. Der Bericht verweist auf eine bereits in Vorbereitung befindliche randomisierte kontrollierte Studie (RCT), deren Ergebnisse abgewartet werden sollten.
Kontraindikationen
Der Bericht nennt spezifische Gruppen, für die die Methode nicht indiziert ist. Folgende Kontraindikationen werden aufgeführt:
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Sehr schwere COPD (Schweregrad GOLD 4)
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Vorliegen eines signifikanten Lungenemphysems
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Träger von Herzschrittmachern
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht existiert für die irreversible Elektroporation bei chronischer Bronchitis aktuell kein belegter patientenrelevanter Nutzen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Methode mangels vergleichender Studiendaten derzeit nicht als etablierte Standardtherapie angesehen werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG handelt es sich um eine endoskopische Ablation mittels kurzgepulster elektrischer Felder. Ziel ist es, Sekret produzierende Zellen abzutöten und die Regeneration von normalem Atemwegsepithel zu fördern.
Die Methode wird für Personen mit moderater bis schwerer chronischer Bronchitis untersucht, die gegebenenfalls auch an einer COPD (GOLD 1 bis 3) leiden. Voraussetzung ist, dass die Symptome trotz leitliniengerechter Therapie persistieren.
Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass bisher nur Daten aus nicht vergleichenden Fallserien vorliegen. Ein Nutzen oder Schaden der Methode kann auf dieser Basis aktuell nicht belegt werden.
Die softwaregesteuerte Energieabgabe erfolgt synchron zum Herzzyklus der behandelten Person. Laut Bericht soll dadurch das Risiko für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen während des Eingriffs reduziert werden.
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Quelle: IQWiG H20-03: Irreversible Elektroporation bei chronischer Bronchitis - Bewertung gemäß §137h SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.