IQWiG2014

Cholsäure bei Gallensäuresynthese-Störungen: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Cholsäure ist ein Orphan Drug zur Behandlung von angeborenen Störungen der primären Gallensäuresynthese. Dies betrifft spezifisch den 3β-Hydroxy-Δ5-C27-steroid-Oxidoreductase-Mangel oder den Δ4-3-Oxosteroid-5β-Reductase-Mangel.

Die Zulassung umfasst Säuglinge, Kinder und Jugendliche im Alter von einem Monat bis 18 Jahren sowie Erwachsene. Aufgrund des Orphan-Drug-Status gilt der medizinische Zusatznutzen nach § 35a SGB V gesetzlich bereits durch die Zulassung als belegt.

Der vorliegende Bericht des IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) bewertet daher ausschließlich die Angaben zur Anzahl der GKV-Patienten in der Zielpopulation sowie die zu erwartenden Therapiekosten.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Zielpopulation und Überwachung:

Zielpopulation und Patientenzahlen

Laut Bericht wird die Anzahl der infrage kommenden GKV-Patienten in Deutschland vom pharmazeutischen Unternehmer auf 19 geschätzt. Das Institut bewertet diese Angabe jedoch als unsicher und geht von einer mutmaßlichen Unterschätzung aus.

Es wird kritisiert, dass Patienten mit erfolgter Lebertransplantation aus der Berechnung des Unternehmers ausgeschlossen wurden. Die Fachinformation beschränkt das Anwendungsgebiet jedoch nicht auf Patienten ohne Lebertransplantation.

Überwachung der Therapie

Gemäß der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels wird ein strukturiertes Monitoring der Patienten gefordert. Die Frequenz der Kontrolluntersuchungen staffelt sich wie folgt:

  • Im ersten Behandlungsjahr: Kontrolle alle 3 Monate

  • In den folgenden drei Jahren: Kontrolle alle 6 Monate

  • Ab dem fünften Jahr: Jährliche Kontrolle

Dosierung

Die Jahrestherapiekosten variieren stark aufgrund der individuellen Dosierungsspanne von 50 bis 500 mg Cholsäure. Zudem ergeben sich durch die abnehmende Überwachungsfrequenz leicht sinkende Kosten im Behandlungsverlauf.

BehandlungsphaseÜberwachungsfrequenzJahrestherapiekosten pro Patient
1. BehandlungsjahrAlle 3 Monateca. 37.451 € bis 370.023 €
2. bis 4. BehandlungsjahrAlle 6 Monateca. 37.314 € bis 369.886 €
Ab dem 5. BehandlungsjahrEinmal jährlichca. 37.246 € bis 369.818 €
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei der Verordnung von Cholsäure wird ein strenges, zeitlich gestaffeltes Monitoring gefordert. Es wird darauf hingewiesen, dass die Kontrollintervalle nach dem ersten Jahr von vierteljährlich auf halbjährlich und ab dem fünften Jahr auf jährliche Vorstellungen gestreckt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Das Medikament ist für angeborene Störungen der primären Gallensäuresynthese zugelassen. Dies schließt spezifische Enzymdefekte wie den 3β-Hydroxy-Δ5-C27-steroid-Oxidoreductase-Mangel ein.

Laut Bericht ist die Therapie für Säuglinge ab einem Alter von einem Monat zugelassen. Sie kann bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fortgeführt werden.

Das Institut stellt fest, dass die Fachinformation das Anwendungsgebiet nicht auf Patienten ohne Lebertransplantation beschränkt. Auch diese Patientengruppe kann für eine medikamentöse Behandlung infrage kommen.

Die Jahrestherapiekosten variieren je nach benötigter Dosis (50 bis 500 mg) erheblich. Sie liegen laut Dossierbewertung zwischen rund 37.000 Euro und 370.000 Euro pro Patient.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG G14-03: Cholsäure - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien