IQWiG2024Hämatologie

Marstacimab bei Hämophilie: IQWiG-Konzept

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einem Konzept für eine anwendungsbegleitende Datenerhebung (AbD) zu Marstacimab beauftragt. Das Dokument A24-39 adressiert die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Es geht um Personen mit schwerer Hämophilie A ohne Faktor-VIII-Inhibitoren oder mit mittelschwerer bis schwerer Hämophilie B ohne Faktor-IX-Inhibitoren. Da für Marstacimab bislang nur einarmige Studien vorliegen, fehlt eine vergleichende Evidenz.

Ziel des Konzeptes ist es, die Evidenzgrundlage für die Bewertung des Zusatznutzens durch Daten aus dem Versorgungsalltag zu verbessern. Hierbei wird der langfristige Zusatznutzen gegenüber bestehenden Therapiealternativen fokussiert.

Empfehlungen

Das IQWiG-Konzept formuliert folgende methodische Eckpunkte für die Datenerhebung:

PICO-Kriterien

Das Konzept definiert die Fragestellungen anhand des folgenden PICO-Schemas:

KriteriumHämophilie A (Fragestellung 1)Hämophilie B (Fragestellung 2)
PopulationAb 12 Jahren, schwere Hämophilie A ohne Faktor-VIII-InhibitorenAb 12 Jahren, mittelschwere bis schwere Hämophilie B ohne Faktor-IX-Inhibitoren
InterventionMarstacimabMarstacimab
KomparatorRoutineprophylaxe mit Faktor-VIII-Präparaten und EmicizumabRoutineprophylaxe mit Faktor-IX-Präparaten

Eine alleinige Bedarfsbehandlung wird in beiden Indikationen als nicht adäquate Vergleichstherapie eingestuft.

Studiendesign und Datenquelle

Für die Datenerhebung wird eine nicht randomisierte, vergleichende Registerstudie empfohlen. Als primäre Datenquelle wird das Deutsche Hämophilieregister (DHR) benannt.

Voraussetzung für die Nutzung des DHR ist die Umsetzung geplanter Erweiterungen. Dazu gehören die Erfassung von patientenberichteten Endpunkten (PROs) und unerwünschten Ereignissen sowie Maßnahmen zur Datenverifizierung.

Dauer und Umfang

Es wird eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 3 Jahren pro Person empfohlen. Dies begründet sich durch häufig auftretende Gelenkblutungen und daraus resultierende Gelenkveränderungen.

Aufgrund der methodischen Anforderungen an Studien ohne Randomisierung wird eine Fallzahl von mindestens 100 Personen pro Fragestellung gefordert. Eine verlässliche orientierende Fallzahlschätzung ist laut Dokument aktuell nicht möglich.

Auswertung und Methodik

Ein zentraler Aspekt der Auswertung ist die adäquate Adjustierung für Confounder. Das Konzept empfiehlt hierfür primär die Propensity-Score-Methode.

Zudem muss ein einheitlicher Beobachtungsstart zwischen den Vergleichsgruppen sichergestellt werden. Hierfür wird die Etablierung von Verfahren wie der Target Trial Emulation vorgeschlagen.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger methodischer Hinweis des IQWiG-Konzepts ist die Vermeidung von Verzerrungen durch unterschiedliche Beobachtungszeitpunkte. Es wird betont, dass bei einem Wechsel auf Marstacimab ein einheitlicher Beobachtungsstart im Vergleich zur fortgeführten Prophylaxetherapie etabliert werden muss. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine alleinige Bedarfsbehandlung keine adäquate Vergleichstherapie darstellt.

Häufig gestellte Fragen

Das Konzept schließt Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren ein. Es betrifft Personen mit schwerer Hämophilie A ohne Faktor-VIII-Inhibitoren sowie mit mittelschwerer bis schwerer Hämophilie B ohne Faktor-IX-Inhibitoren.

Laut IQWiG-Konzept eignet sich das Deutsche Hämophilieregister (DHR) als primäre Datenquelle. Andere Register wie GEPHARD oder PedNet decken nur die Altersgruppe bis 18 Jahre ab und eignen sich daher nicht als primäre Quelle.

Es wird eine Beobachtungszeit von mindestens 3 Jahren empfohlen. Dies ist laut Dokument notwendig, um langfristige Endpunkte wie Gelenkveränderungen durch Blutungen adäquat zu erfassen.

Bislang liegen für den Wirkstoff nur einarmige Studien vor, die keinen direkten Vergleich mit bestehenden Therapiealternativen zulassen. Die Datenerhebung soll diese Evidenzlücke für die Nutzenbewertung schließen.

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Quelle: IQWiG A24-39: Konzept für eine anwendungsbegleitende Datenerhebung – Marstacimab (Hämophilie A und B) (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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