IQWiG2023

Lumacaftor/Ivacaftor bei zystischer Fibrose: IQWiG-Bericht

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A23-72 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Lumacaftor/Ivacaftor. Das Anwendungsgebiet umfasst Kleinkinder im Alter von 1 bis unter 2 Jahren mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose).

Voraussetzung für die Therapie ist, dass die betroffenen Kinder homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best supportive Care (BSC) festgelegt.

Die BSC umfasst eine bestmögliche, individuell optimierte Behandlung. Dazu gehören unter anderem die Therapie der chronischen Atemwegsinfektion, die Behandlung einer Pankreasinsuffizienz sowie Physiotherapie.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Es liegen keine geeigneten vergleichenden Daten gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte lediglich die einarmige Studie VX16-809-122 ein. Aufgrund der fehlenden Kontrollgruppe wird diese als ungeeignet für die Ableitung eines Zusatznutzens eingestuft.

Kritik an der Datenübertragung

Der Versuch des Herstellers, Studienergebnisse von älteren Kindern (ab 2 Jahren) auf die Altersgruppe der 1- bis unter 2-Jährigen zu übertragen, wird vom IQWiG abgelehnt. Die Begründung umfasst folgende Punkte:

  • Es fehlt eine vergleichende Aufarbeitung der Studiendaten zwischen den Altersgruppen.

  • Die Evidenz zur zweckmäßigen Vergleichstherapie bei den 1- bis 2-Jährigen wurde nicht systematisch recherchiert.

  • Da die zystische Fibrose progredient verläuft, ist eine Übertragung von älteren auf jüngere Kinder mit großen Unsicherheiten behaftet.

Ausblick

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Hersteller beauflagt, vergleichende Evidenz für diese Altersgruppe nachzureichen. Ein finaler Studienbericht wird für Ende 2025 erwartet.

Dosierung

Laut Fachinformation gelten folgende Dosierungsempfehlungen für Kinder von 1 bis unter 2 Jahren:

KörpergewichtDosierung Lumacaftor/IvacaftorEinnahmeintervall
7 kg bis < 9 kg1 Beutel (75 mg/94 mg)alle 12 Stunden
9 kg bis < 14 kg1 Beutel (100 mg/125 mg)alle 12 Stunden
ab 14 kg1 Beutel (150 mg/188 mg)alle 12 Stunden

Das Granulat wird mit einer altersgerechten weichen Speise oder Flüssigkeit (z. B. Apfelmus, Joghurt, Milch) vermischt. Die Einnahme muss zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen.

Bei mäßig bis stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B oder C) ist eine Dosisreduktion erforderlich. Ebenso wird eine Dosisanpassung bei gleichzeitigem Beginn einer Therapie mit starken CYP3A-Inhibitoren beschrieben.

Kontraindikationen

Laut Dokument besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe (Lumacaftor oder Ivacaftor). Gleiches gilt bei Überempfindlichkeit gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Verabreichung des Granulats wird darauf hingewiesen, dass die Mischung mit der Speise oder Flüssigkeit innerhalb einer Stunde eingenommen werden muss. Zudem wird betont, dass bei einer vergessenen Dosis niemals die doppelte Menge verabreicht werden darf, um diese auszugleichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für Kinder im Alter von 1 bis unter 2 Jahren nicht belegt. Es fehlen geeignete vergleichende Studien gegenüber der Best supportive Care.

Das Dokument beschreibt, dass der Beutelinhalt mit 5 ml einer weichen Speise oder Flüssigkeit (z. B. Apfelmus oder Milch) vermischt wird. Die Einnahme muss zwingend mit einer fetthaltigen Mahlzeit kombiniert werden.

Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz wird jedoch zu besonderer Vorsicht geraten.

Wenn eine Therapie mit starken CYP3A-Inhibitoren neu begonnen wird, ist in der ersten Woche eine Dosisreduktion auf einen Beutel jeden zweiten Tag vorgesehen. Danach wird die Behandlung mit der regulären Tagesdosis fortgesetzt.

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Quelle: IQWiG A23-72: Lumacaftor/Ivacaftor (zystische Fibrose, 1 bis < 2 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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