IQWiG2023Onkologie

Olaparib bei Ovarialkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung (A23-32) befasst sich mit dem Wirkstoff Olaparib. Dieser wird als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom eingesetzt.

Voraussetzung für die Anwendung ist das Vorliegen einer BRCA1/2-Mutation sowie ein Ansprechen auf eine vorherige platinbasierte Chemotherapie. Die Bewertung erfolgt im Rahmen der frühen Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V nach Ablauf einer vorherigen Befristung.

Ziel des Berichts ist der Vergleich von Olaparib mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie Niraparib.

Empfehlungen

Die Bewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens und der Anwendung:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen von Olaparib nicht belegt. Diese Einschätzung beruht auf dem Fehlen geeigneter Studiendaten für den direkten Vergleich.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten der SOLO1-Studie ein, die Olaparib mit Placebo (beobachtendes Abwarten) vergleicht. Da der G-BA jedoch Niraparib als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt hat, wurden diese Daten als nicht geeignet eingestuft.

Zielpopulation und Diagnostik

Die Bewertung bezieht sich auf folgende Kriterien für den Einsatz von Olaparib:

  • Fortgeschrittenes (FIGO-Stadien III und IV), high-grade epitheliales Ovarial-, Eileiter- oder primäres Peritonealkarzinom

  • Nachweis einer pathogenen BRCA1/2-Mutation (Keimbahn und/oder somatisch) mittels validierter Testmethode

  • Vollständiges oder partielles Ansprechen nach platinbasierter Erstlinienchemotherapie

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Olaparib als Monotherapie vor:

Patientengruppe / IndikationEinzeldosisTagesgesamtdosisBemerkung
Standarddosierung300 mg (2x 150 mg) 2x täglich600 mgEinnahme bis zur Progression oder inakzeptablen Toxizität
Mäßige Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 31-50 ml/min)200 mg (2x 100 mg) 2x täglich400 mgDosisreduktion erforderlich
Leichte Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 51-80 ml/min)300 mg 2x täglich600 mgKeine Dosisanpassung nötig
Leichte/mäßige Leberinsuffizienz (Child-Pugh A/B)300 mg 2x täglich600 mgKeine Dosisanpassung nötig

Laut Dokument wird die Anwendung bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) oder schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Gemäß den Vorgaben zur qualitätsgesicherten Anwendung bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Stillzeit (während der Behandlung und einen Monat nach der letzten Dosis)

Warnhinweise und Toxizitäten

  • Hämatologische Toxizität: Es wird über Anämie, Neutropenie, Thrombozytopenie und Lymphopenie berichtet. Eine Therapie sollte erst nach Erholung von vorherigen Toxizitäten (≤ CTCAE-Grad 1) begonnen werden.

  • MDS/AML: Bei Verdacht auf ein myelodysplastisches Syndrom oder eine akute myeloische Leukämie wird eine Überweisung an die Hämatologie empfohlen.

  • Pneumonitis: Bei neuen Atemwegssymptomen oder auffälligem Röntgen-Thorax sollte die Therapie unterbrochen werden.

  • Thromboembolien: Es wird empfohlen, auf klinische Anzeichen einer Venenthrombose oder Lungenembolie zu achten.

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren sowie CYP3A-Induktoren wird nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Vor Beginn einer Erhaltungstherapie mit Olaparib wird eine Untersuchung des großen Blutbilds empfohlen, da eine Erholung von vorherigen hämatologischen Toxizitäten (≤ CTCAE-Grad 1) zwingend erforderlich ist. Laut Dokument sind in den ersten 12 Behandlungsmonaten monatliche Blutbildkontrollen vorgesehen, um schwerwiegende Komplikationen wie ein myelodysplastisches Syndrom (MDS) frühzeitig zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Die empfohlene Standarddosis beträgt 300 mg (zwei 150-mg-Tabletten) zweimal täglich. Dies entspricht einer Tagesgesamtdosis von 600 mg.

Bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 31 bis 50 ml/min) wird eine Dosisreduktion auf 200 mg zweimal täglich empfohlen. Bei schwerer Niereninsuffizienz wird die Anwendung nicht empfohlen.

Laut Dokument muss vor Therapiebeginn eine pathogene BRCA1/2-Mutation in der Keimbahn oder im Tumor mittels validierter Testmethode bestätigt werden. Zudem wird ein großes Blutbild zur Überprüfung der hämatologischen Erholung empfohlen.

Die Behandlung wird bis zur radiologischen Krankheitsprogression, inakzeptablen Toxizität oder für bis zu 2 Jahre fortgeführt. Bei Patientinnen mit Erkrankungsanzeichen nach 2 Jahren kann die Therapie bei klinischem Nutzen verlängert werden.

Das IQWiG stuft den Zusatznutzen von Olaparib in dieser Indikation als "nicht belegt" ein. Dies liegt daran, dass der Hersteller keine Daten zum direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie Niraparib vorgelegt hat.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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