Offenwinkelglaukom: Latanoprost/Netarsudil Indikation
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen der Fixkombination Latanoprost/Netarsudil bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit primärem Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension.
Voraussetzung für die Anwendung in diesem Kontext ist, dass eine vorherige Monotherapie mit einem Prostaglandin oder Netarsudil eine unzureichende Senkung des Augeninnendrucks bewirkt hat.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Kombinationstherapie aus einem Betablocker und einem Prostaglandinanalogon beziehungsweise Prostamid (als freie oder fixe Kombination) festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der MERCURY-3-Studie.
💡Praxis-Tipp
Die Fachinformation weist auf eine wichtige Besonderheit bei der Reihenfolge von Augentropfen hin: Aufgrund der gefäßerweiternden Eigenschaften von Netarsudil wird empfohlen, andere topische Augenarzneimittel stets vor Latanoprost/Netarsudil anzuwenden. Dabei sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 5 Minuten eingehalten werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Latanoprost/Netarsudil gegenüber einer Kombination aus Betablocker und Prostaglandinanalogon nicht belegt. Die bewertete Studie zeigte keine signifikanten Vorteile in Bezug auf Morbidität oder Lebensqualität.
Es wird eine Dosierung von einmal täglich einem Tropfen in das betroffene Auge empfohlen. Die Anwendung sollte gemäß Fachinformation abends erfolgen.
Die Fachinformation empfiehlt, Kontaktlinsen vor dem Eintropfen zu entfernen. Sie können 15 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.
In der vom IQWiG bewerteten Studie kam es unter Latanoprost/Netarsudil signifikant häufiger zu Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse. Zu den häufigsten okularen Nebenwirkungen zählten Bindehauthyperämie und Vortexkeratopathie.
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Quelle: IQWiG A22-129: Latanoprost/Netarsudil (Glaukom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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