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Ivacaftor/Tezacaftor bei zystischer Fibrose: IQWiG

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung von Ivacaftor in Kombination mit Tezacaftor/Ivacaftor. Er bezieht sich auf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose, die heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind.

Zystische Fibrose ist eine genetische Stoffwechselerkrankung, die zu einer fortschreitenden Einschränkung der Lungenfunktion führt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das IQWiG beauftragt, nachgereichte Studiendaten des pharmazeutischen Unternehmers zu bewerten.

Konkret ging es um Auswertungen zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) aus einer achtwöchigen randomisierten Studie. Zudem wurden Langzeitdaten aus einer einarmigen Extensionsstudie über 96 Wochen auf ihren Aussagewert geprüft.

Empfehlungen

Bewertung der Kurzzeitdaten

Laut IQWiG-Bericht wurden für die achtwöchige Studie (VX14-661-108) schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) abzüglich infektiöser pulmonaler Exazerbationen analysiert. Das Verzerrungspotenzial dieser Ergebnisse wird als hoch eingeschätzt.

Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Kombinationstherapie und Placebo. Auch bei den Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse ergab sich kein signifikanter Unterschied.

Bewertung der Langzeitdaten

Die nachgereichten Daten der einarmigen Extensionsstudie (VX14-661-110) über 96 Wochen werden vom IQWiG als unvollständig eingestuft. Es fehlen unter anderem Auswertungen zu Nebenwirkungen und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Der Bericht betont, dass diese einarmige Studie grundsätzlich nicht geeignet ist, um Aussagen zum Zusatznutzen zu treffen. Es fehlen Daten zur zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care), weshalb die Nachhaltigkeit von Effekten nicht vergleichend bewertet werden kann.

Fazit zum Zusatznutzen

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass die nachgereichten Daten die ursprüngliche Dossierbewertung nicht verändern. Für die bewertete Patientengruppe gilt laut Bericht folgende Einstufung:

PatientengruppeZweckmäßige VergleichstherapieAusmaß des Zusatznutzens
Zystische Fibrose (ab 12 J., F508del heterozygot)Best Supportive Care (BSC)Nicht belegt

Der fehlende Beleg wird primär mit dem Mangel an geeigneten Vergleichsdaten gegenüber der Best Supportive Care begründet.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass einarmige Extensionsstudien ohne Kontrollgruppe für die formale Belegung eines Zusatznutzens ungeeignet sind. Es wird darauf hingewiesen, dass Langzeiteffekte auf Lungenfunktion oder Exazerbationsraten stets im direkten Vergleich zur Best Supportive Care bewertet werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf Personen ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose. Voraussetzung ist laut Bericht, dass die Betroffenen heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind und eine spezifische Residualfunktions-Mutation aufweisen.

Laut IQWiG lieferten die Kurzzeitdaten keinen signifikanten Unterschied bei den Nebenwirkungen. Die Langzeitdaten stammten aus einer einarmigen Studie ohne Kontrollgruppe und waren unvollständig, weshalb kein Vergleich mit der Best Supportive Care möglich war.

In der Neuauswertung der Kurzzeitstudie wurden infektiöse pulmonale Exazerbationen explizit aus den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen herausgerechnet. Dies geschah gemäß IQWiG, um die Symptomatik der Grunderkrankung besser von reinen Medikamentennebenwirkungen zu trennen.

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Quelle: IQWiG A20-06: Ivacaftor (Kombination mit Tezacaftor/Ivacaftor; zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del-Mutation, heterozygot) - Addendum zum Auftrag A19-71 (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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