IQWiG2019Neurologie

Galcanezumab bei Migräne: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht fasst das Addendum des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Nutzenbewertung von Galcanezumab bei Migräne zusammen. Es handelt sich um eine Ergänzung zum ursprünglichen Auftrag A19-28 aus dem Jahr 2019.

Die Bewertung fokussiert sich auf erwachsene Personen, für die aufgrund von Therapieversagen, Unverträglichkeit oder Kontraindikationen gegenüber Standardtherapien nur noch Best Supportive Care (BSC) infrage kommt.

Zu den erfolglosen Vortherapien zählen laut Bericht unter anderem:

  • Metoprolol oder Propranolol

  • Flunarizin

  • Topiramat

  • Amitriptylin

Untersucht wurden Teilpopulationen der Zulassungsstudien EVOLVE-1 und EVOLVE-2 für episodische Migräne sowie der Studie REGAIN für chronische Migräne. Verglichen wurde die Gabe von Galcanezumab plus BSC mit Placebo plus BSC.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht analysiert verschiedene Endpunkte zur Morbidität auf Basis der vorgelegten Studiendaten. Es werden Auswertungen zur Reduktion von Migräne- und Kopfschmerztagen betrachtet.

Reduktion der Migränetage

Für die Reduktion der Migränetage pro Monat um mindestens 75 Prozent zeigt sich laut Bericht ein statistisch signifikanter Vorteil von Galcanezumab plus BSC gegenüber Placebo plus BSC. Dies gilt sowohl für die Studien zur episodischen als auch zur chronischen Migräne.

Bei der Betrachtung einer 100-prozentigen Reduktion der Migränetage belegt die Auswertung für die episodische Migräne ebenfalls einen signifikanten Vorteil. Für die chronische Migräne waren die Daten für diesen spezifischen Endpunkt aufgrund zu geringer Ereigniszahlen nicht informativ.

Reduktion der Kopfschmerztage

Der Bericht wertet zudem die Reduktion der allgemeinen Kopfschmerztage pro Monat um mindestens 50 Prozent aus. Auch hier wird ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten der Galcanezumab-Therapie beschrieben.

Separate Auswertungen differenziert nach spezifischen Kopfschmerzarten lagen dem Institut nicht vor. Die Kopfschmerztage umfassen Migräne, wahrscheinliche Migräne und Nichtmigränekopfschmerz.

Verzerrungspotenzial und Subgruppen

Die Ergebnisse werden methodisch bedingt als potenziell hoch verzerrt eingestuft. Aufgrund der Größe der beobachteten Effekte wird die Ergebnissicherheit laut Bericht jedoch nicht herabgestuft.

Es zeigt sich keine Effektmodifikation durch Subgruppenmerkmale wie Geschlecht, Region oder Krankheitsschwere zu Studienbeginn.

EndpunktGalcanezumab + BSCPlacebo + BSCBewertung laut IQWiG
Migränetage/Monat (Reduktion >= 75 %)ÜberlegenUnterlegenStatistisch signifikanter Vorteil
Migränetage/Monat (Reduktion 100 %)Überlegen (nur episodisch)UnterlegenStatistisch signifikanter Vorteil (EVOLVE-1/-2)
Kopfschmerztage/Monat (Reduktion >= 50 %)ÜberlegenUnterlegenStatistisch signifikanter Vorteil
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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei der Bewertung der Kopfschmerztage keine Differenzierung zwischen Migräne, wahrscheinlicher Migräne und Nichtmigränekopfschmerz vorgenommen wurde. Es wird betont, dass trotz eines methodisch bedingten hohen Verzerrungspotenzials der Daten die Ergebnissicherheit aufgrund der deutlichen Effektstärken zugunsten von Galcanezumab nicht herabgestuft wurde.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht untersucht erwachsene Personen, für die aufgrund von Therapieversagen oder Unverträglichkeiten bisheriger Prophylaxen nur noch Best Supportive Care infrage kommt. Zu den erfolglosen Vortherapien zählen laut Dokument unter anderem Betablocker und Topiramat.

Laut IQWiG-Auswertung zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Galcanezumab bei der Reduktion der monatlichen Migränetage um mindestens 75 Prozent. Dies wurde im Vergleich zu Placebo jeweils in Kombination mit Best Supportive Care ermittelt.

Das vorliegende Addendum ändert die Aussage zum Zusatznutzen aus der vorherigen Dossierbewertung A19-28 nicht. Die finale Beschlussfassung über den Zusatznutzen obliegt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

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Quelle: IQWiG A19-63: Galcanezumab (Migräne) - Addendum zum Auftrag A19-28 (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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