IQWiG2019Onkologie

Durvalumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Durvalumab. Die Bewertung vergleicht Durvalumab mit Best supportive Care (BSC) als zweckmäßiger Vergleichstherapie.

Die Zielpopulation umfasst erwachsene Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Tumore Programmed Cell Death-Ligand 1 (PD-L1) in mindestens 1 % der Tumorzellen exprimieren und die Krankheit nach einer platinbasierten Radiochemotherapie nicht fortgeschritten ist.

Die Bewertung basiert maßgeblich auf der multizentrischen, doppelblinden und randomisierten PACIFIC-Studie. In dieser Studie wurde Durvalumab in Kombination mit BSC gegen Placebo in Kombination mit BSC untersucht.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben und Gesamtfazit

  • Für das Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von Durvalumab.

  • Daraus leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen ab.

  • In der Gesamtschau ergibt sich laut Bericht ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Durvalumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie BSC.

Morbidität und Lebensqualität

  • Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.

  • Auch für den allgemeinen Gesundheitszustand (erhoben mit der visuellen Analogskala des EQ-5D) ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

  • Bei der Symptomatik (Dyspnoe und Fatigue) zeigt sich zwar ein negativer Effekt unter Durvalumab, dieser wird jedoch als nicht klinisch relevant eingestuft.

Nebenwirkungen und Schadenspotenzial

Laut Bericht gibt es Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch Durvalumab in folgenden Bereichen:

  • Abbruch der Therapie wegen unerwünschter Ereignisse (häufig bedingt durch Pneumonitis).

  • Schwere immunvermittelte unerwünschte Ereignisse.

  • Strahlenbedingte Pneumonitis sowie Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes.

  • Herzerkrankungen sowie Verletzungen, Vergiftungen und durch Eingriffe bedingte Komplikationen.

Limitationen der Evidenz

Die Bewertung weist auf methodische Unsicherheiten der PACIFIC-Studie hin. Es wird kritisiert, dass Endpunkte zur Morbidität, Lebensqualität und zu Nebenwirkungen nach einem Progress unter den jeweiligen Folgetherapien nur unvollständig erhoben wurden. Zudem ist unklar, ob die Stadieneinteilung (Stadium III) in der Studie durchgängig den deutschen Leitlinien entsprach.

Dosierung

MedikamentDosierungAnwendungsdauer
Durvalumab10 mg/kg Körpergewicht i.v. alle 2 WochenBis zu 12 Monate (maximal 26 Dosen)

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll der PACIFIC-Studie ist ein dauerhafter Abbruch der Therapie bei bestimmten unerwünschten Ereignissen ab dem CTCAE-Grad 3 vorgeschrieben. Hierzu zählen unter anderem das Auftreten einer Pneumonitis oder einer Colitis.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Durvalumab vermehrt Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen auftreten. Es wird beschrieben, dass diese Abbrüche besonders häufig durch eine Pneumonitis oder eine strahlenbedingte Pneumonitis verursacht werden. Die Daten legen nahe, dass eine besondere Aufmerksamkeit bezüglich pulmonaler Symptome im Behandlungsverlauf klinisch relevant ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem NSCLC. Voraussetzung ist eine PD-L1-Expression von mindestens 1 % und kein Progress nach platinbasierter Radiochemotherapie.

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Best supportive Care (BSC). Dieser wird maßgeblich durch einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben getragen.

Laut Bericht kommt es vermehrt zu Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse, insbesondere durch Pneumonitis. Zudem gibt es Anhaltspunkte für vermehrt auftretende schwere immunvermittelte Nebenwirkungen und Hauterkrankungen.

In der zugrundeliegenden PACIFIC-Studie wurde Durvalumab alle zwei Wochen intravenös verabreicht. Die maximale Behandlungsdauer betrug 12 Monate beziehungsweise 26 Dosen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A18-69: Durvalumab (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien