IQWiG2018Onkologie

Atezolizumab bei Urothelkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A17-52 untersucht den Zusatznutzen von Atezolizumab. Das Anwendungsgebiet umfasst Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom.

Voraussetzung für die Behandlung ist eine vorherige platinbasierte Chemotherapie. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Vinflunin festgelegt.

Die Bewertung basiert maßgeblich auf der randomisierten, offenen Parallelgruppenstudie IMvigor211. In dieser wurde Atezolizumab direkt mit einer Chemotherapie verglichen, wobei für die Nutzenbewertung die Teilpopulation mit Vinflunin-Vergleich relevant ist.

Empfehlungen

Die Bewertung formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben und Symptomatik

Laut Bewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt somit nicht belegt.

Bei der Symptomatik ergeben sich für Schmerz, Dyspnoe und Appetitminderung keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen.

Für die Endpunkte Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit zeigt sich ein Vorteil zugunsten von Atezolizumab. Dieser ist laut Dossier jedoch auf die Subgruppe der Personen mit niedrigem PD-L1-Status (IC0/1) beschränkt.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Der festgestellte Zusatznutzen basiert in der vorliegenden Bewertung hauptsächlich auf einer Verringerung von Nebenwirkungen. Es zeigen sich folgende Vorteile für Atezolizumab im Vergleich zu Vinflunin:

  • Geringere Rate an schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3)

  • Weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)

  • Seltenere Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse

  • Geringeres Auftreten von Neutropenien und febrilen Neutropenien

Immunvermittelte und spezifische Risiken

Die Bewertung weist auf ein erhöhtes Risiko für bestimmte Nebenwirkungen unter Atezolizumab hin. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei:

  • Immunvermittelten schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3)

  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

  • Pneumonitis

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Atezolizumab gegenüber Vinflunin ab. Dieser gilt für die untersuchte Population mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1.

Dosierung

Die in der Zulassungsstudie IMvigor211 angewendeten Dosierungsschemata für die untersuchte Teilpopulation werden wie folgt beschrieben:

WirkstoffDosierungApplikation
Atezolizumab1200 mgi.v. alle 3 Wochen
Vinflunin320 mg/m2 KOF (Standard)i.v. alle 3 Wochen
Vinflunin (reduziert)280 mg/m2 KOF (bei Alter ≥ 75 bis < 80, ECOG 1, CrCl 40-60 ml/min oder Beckenbestrahlung)i.v. alle 3 Wochen
Vinflunin (stark reduziert)250 mg/m2 KOF (bei Alter ≥ 80, CrCl 30 bis < 40 ml/min)i.v. alle 3 Wochen

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll sind während der Therapie mit Atezolizumab bestimmte Begleitbehandlungen nicht erlaubt. Dazu zählen traditionelle pflanzliche Arzneimittel sowie RANKL-Inhibitoren.

Ebenso wird der Einsatz von immunmodulatorischen oder immunsuppressiven Arzneimitteln sowie eine G-CSF-Behandlung ausgeschlossen.

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💡Praxis-Tipp

Die Bewertung betont, dass der beträchtliche Zusatznutzen von Atezolizumab nicht auf einem verlängerten Gesamtüberleben beruht, sondern primär auf einem günstigeren Nebenwirkungsprofil im Vergleich zur Chemotherapie. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass unter Atezolizumab vermehrt immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse sowie Pneumonitiden auftreten können.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Vinflunin. Dieser basiert vor allem auf einer Reduktion von schweren Nebenwirkungen.

In der bewerteten Studie IMvigor211 zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zwischen Atezolizumab und der Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen bezüglich des Überlebens ist laut Bewertung nicht belegt.

Die Bewertung zeigt, dass unter Atezolizumab vermehrt immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse auftreten. Zudem werden häufiger Erkrankungen der Atemwege und Pneumonitiden beobachtet.

Bezüglich des Gesamtüberlebens zeigt die Bewertung keinen Unterschied nach PD-L1-Status. Bei Endpunkten wie Übelkeit und Schlaflosigkeit ergab sich jedoch ein Vorteil für Atezolizumab speziell bei Personen mit niedrigem PD-L1-Status (IC0/1).

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