IQWiG2014Pädiatrie

Propranolol bei Hämangiom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2014 bewertet den Zusatznutzen von Propranolol. Das Anwendungsgebiet umfasst proliferative infantile Hämangiome, die eine systemische Therapie erfordern.

Dazu zählen Hämangiome, die lebens- oder funktionsbedrohend sind, ulzerieren oder bei denen die Gefahr von bleibenden Narben oder einer Entstellung besteht. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine patientenindividuell ausgerichtete Behandlung festgelegt.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung die placebokontrollierte Phase-II/III-Studie V00400SB 201 ein. In dieser wurde Propranolol gegen ein abwartendes Vorgehen mit Placebogabe verglichen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Untersuchte Patientenpopulation

Die eingeschlossene Zulassungsstudie untersuchte ausschließlich Kinder im Alter von 35 bis 150 Tagen mit Hämangiomen. Voraussetzung war, dass die Gefahr von Narben oder Entstellung bestand.

Patienten mit lebens- oder funktionsbedrohenden sowie ulzerierten Hämangiomen waren von der Teilnahme ausgeschlossen.

Für die untersuchte Teilpopulation wird das abwartende Vorgehen unter engmaschiger Kontrolle als geeignete patientenindividuelle Vergleichstherapie bewertet.

Wirksamkeit und Zusatznutzen

Laut Bericht zeigt sich für den Endpunkt der vollständigen oder nahezu vollständigen Rückbildung der sichtbaren Komponente ein statistisch signifikanter Effekt zugunsten von Propranolol.

Daraus leitet das IQWiG folgende Bewertung des Zusatznutzens ab:

PatientengruppeZweckmäßige VergleichstherapieAusmaß des Zusatznutzens
Gefahr von Narben/EntstellungAbwartendes VorgehenHinweis auf erheblichen Zusatznutzen
Weitere TeilpopulationenPatientenindividuelle BehandlungZusatznutzen nicht belegt

Nebenwirkungen und Sicherheit

Hinsichtlich der Sicherheit werden folgende Beobachtungen hervorgehoben:

  • Bei der Gesamtmortalität und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) zeigt sich kein größerer Schaden durch Propranolol.

  • Bei Diarrhö sowie Infektionen und parasitären Erkrankungen wird ein statistisch signifikanter Effekt zuungunsten von Propranolol beschrieben.

  • Dieser negative Effekt ist laut Bericht nicht groß genug, um den festgestellten Zusatznutzen herabzustufen.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht betont, dass der erhebliche Zusatznutzen von Propranolol formal nur für Hämangiome belegt ist, bei denen die Gefahr von Narben oder Entstellung besteht. Für lebens- oder funktionsbedrohende sowie ulzerierte Hämangiome ist ein Zusatznutzen mangels Studiendaten in diesem Dossier nicht belegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen für Hämangiome mit Gefahr von Narbenbildung oder Entstellung. Für andere Hämangiom-Arten ist der Zusatznutzen durch die vorgelegten Daten nicht belegt.

Der G-BA hat eine patientenindividuell ausgerichtete Behandlung als Vergleichstherapie festgelegt. In der bewerteten Studie wurde dies für eine Teilpopulation als abwartendes Vorgehen mit Placebogabe umgesetzt.

Der Bericht beschreibt einen statistisch signifikanten Effekt zuungunsten von Propranolol bei Diarrhö sowie Infektionen und parasitären Erkrankungen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse zeigten jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen.

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Quelle: IQWiG A14-29: Propranolol - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

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