Ipratropiumbromid (Atrovent): Dosierung und Indikation
Hintergrund
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der Fachinformation (SmPC) der EMA für Atrovent (Ipratropiumbromid) Lösung für Vernebler in den Stärken 0,25 mg/ml und 0,5 mg/ml.
Atrovent ist ein Anticholinergikum zur Inhalation. Es wird zur Erhaltungstherapie bei reversiblen Bronchospasmen im Rahmen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie bei Asthma bronchiale eingesetzt.
Der Wirkstoff entfaltet seine bronchodilatatorische Wirkung lokal in den Atemwegen. Die maximale Wirkung wird nach ein bis zwei Stunden erreicht und hält etwa vier bis sechs Stunden an.
Empfehlungen
Indikation und Therapieziele
Laut Fachinformation ist das Medikament für Erwachsene und Kinder zugelassen. Es dient der Erhaltungstherapie bei COPD und Asthma bronchiale sowie der Akutbehandlung.
Bei der Akutbehandlung wird eine Kombination mit einem inhalativen Beta-2-Sympathomimetikum empfohlen (starke Empfehlung).
Hinweise zur Anwendung
Die Lösung ist ausschließlich zur Inhalation über einen Vernebler oder Respirator vorgesehen. Eine orale oder parenterale Verabreichung ist laut Hersteller nicht zulässig.
Für die korrekte Anwendung werden folgende Schritte beschrieben:
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Die Einzeldosisbehältnisse können unverdünnt oder mit physiologischer Kochsalzlösung auf ein Endvolumen von 2 bis 4 ml verdünnt werden.
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Bei gleichzeitiger Sauerstofftherapie ist ein Fluss von 6 bis 8 Litern pro Minute optimal.
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Die Inhalation sollte über ein Mundstück erfolgen, um die Augen zu schützen.
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Falls eine Maske verwendet wird, muss diese absolut dicht anliegen.
Besondere Warnhinweise
Die Fachinformation warnt vor dem Risiko eines paradoxen Bronchospasmus. Tritt dieser auf, wird ein sofortiges Absetzen und der Wechsel auf eine alternative Therapie empfohlen.
Zudem wird besondere Vorsicht bei folgenden Begleiterkrankungen angeraten:
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Prädisposition für Engwinkelglaukom
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Harnabflussstörungen (z. B. Prostatahyperplasie)
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Zystische Fibrose (erhöhtes Risiko für gastrointestinale Motilitätsstörungen)
Schwangerschaft und Stillzeit
Es liegen begrenzte klinische Erfahrungen bei Schwangeren vor. Der Nutzen der Behandlung muss gegen das mögliche Risiko für das ungeborene Kind abgewogen werden.
Während der Stillzeit wird laut Hersteller zur Vorsicht geraten, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.
Dosierung
Die Dosierung muss individuell angepasst werden. Tagesdosen von über 2 mg Ipratropiumbromid erfordern zwingend eine medizinische Überwachung.
| Patientengruppe | Indikation | Einzeldosis (Ipratropiumbromid) | Entsprechende Menge Lösung | Häufigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre) | Erhaltungstherapie | 0,5 mg | 2 ml (0,25 mg/ml) oder 1 ml (0,5 mg/ml) | 3-4 mal täglich |
| Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre) | Akutbehandlung | 0,5 mg | 2 ml (0,25 mg/ml) oder 1 ml (0,5 mg/ml) | Wiederholung bis zur Stabilisierung |
| Kinder (6-12 Jahre) | Akutbehandlung (Asthma) | 0,25 mg | 1 ml (0,25 mg/ml) | Wiederholung bis zur Stabilisierung |
| Kinder (< 6 Jahre) | Akutbehandlung (Asthma) | 0,1 - 0,25 mg | 0,4 - 1 ml (0,25 mg/ml) | Wiederholung bis zur Stabilisierung |
Bei der Akutbehandlung wird die Kombination mit einem inhalativen Beta-2-Agonisten empfohlen. Bei Kindern unter 12 Jahren sollte die Anwendung unter medizinischer Aufsicht erfolgen.
Kontraindikationen
Eine absolute Kontraindikation besteht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ipratropiumbromid.
Zudem ist das Medikament kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen Atropin oder ähnliche Substanzen (wie Hyoscyamin oder Scopolamin).
💡Praxis-Tipp
Die Fachinformation betont nachdrücklich die Wichtigkeit des Augenschutzes während der Inhalation, da der Kontakt des Nebels mit den Augen ein Engwinkelglaukom auslösen oder verschlimmern kann. Es wird empfohlen, bevorzugt ein Mundstück zu verwenden oder sicherzustellen, dass eine verwendete Verneblermaske absolut dicht am Gesicht anliegt. Zudem wird von der gleichzeitigen Mischung mit Cromoglicinsäure im selben Vernebler abgeraten, da dies zu Ausfällungen führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation kann die Lösung unverdünnt verwendet oder mit physiologischer Kochsalzlösung auf ein Endvolumen von 2 bis 4 ml verdünnt werden. Die verdünnte Lösung muss sofort verwendet werden.
Eine Mischung mit physiologischer Kochsalzlösung ist möglich. Es wird jedoch davor gewarnt, Atrovent mit Cromoglicinsäure (Natriumcromoglicat) zu mischen, da das Risiko einer Ausfällung besteht.
Zu den häufigsten berichteten Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Halsirritationen, Husten und Mundtrockenheit. Auch gastrointestinale Störungen wie Übelkeit oder Schwindel treten laut Hersteller häufig auf.
Bei Patienten mit einer Prädisposition für ein Engwinkelglaukom wird besondere Vorsicht empfohlen. Es muss zwingend vermieden werden, dass die Verneblerlösung in die Augen gelangt, da dies den Augeninnendruck erhöhen kann.
Die bronchodilatatorische Wirkung setzt laut Fachinformation innerhalb von 15 Minuten ein. Die maximale Wirkung wird nach etwa ein bis zwei Stunden erreicht.
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Quelle: Atrovent, Solution For Nebulisation — SmPC (Summary of Product Characteristics) (EMA, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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