Intrauterinpessar (IUP): Einlegetechnik und Beratung
Hintergrund
Intrauterinpessare (IUD, Kupferspiralen) und intrauterine Systeme (IUS, Hormonspiralen) gehören zu den hochwirksamen, langwirksamen reversiblen Verhütungsmethoden (LARC). Die Einlage in der hausärztlichen Praxis erfordert standardisierte Prozesse, um die Patientensicherheit und eine hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten.
Das Royal Australian College of General Practitioners (RACGP) stellt hierfür praxisnahe, evidenzbasierte Ressourcen zur Verfügung. Diese Materialien wurden von der RACGP-Fachgruppe für sexuelle und reproduktive Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Expertenkomitee für Qualitätsversorgung (REC-QC) entwickelt.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext der Leitlinien-Ressourcen, der einen Überblick über die verfügbaren Checklisten und Leitfäden gibt.
Klinischer Kontext
Intrauterine Systeme (IUS) und Kupferspiralen (IUD) gehören weltweit zu den am häufigsten genutzten reversiblen Langzeitverhütungsmethoden (LARC). Sie werden von Frauen aller reproduktiven Altersgruppen angewendet, wobei die Akzeptanz insbesondere bei Nullipara in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.
Kupferspiralen wirken primär spermizid durch die Freisetzung von Kupferionen, welche eine sterile inflammatorische Reaktion im Endometrium auslösen. Hormonhaltige Systeme setzen lokal Levonorgestrel frei, was zu einer Verdickung des Zervixschleims und einer Atrophie des Endometriums führt.
Für die ärztliche Praxis sind diese Systeme aufgrund ihrer hohen kontrazeptiven Sicherheit und der hohen Compliance-Unabhängigkeit von großer Bedeutung. Hormonelle Intrauterinsysteme bieten zudem therapeutische Vorteile bei Hypermenorrhoe oder Endometriose.
Vor der Einlage ist eine sorgfältige gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss von Schwangerschaften, anatomischen Anomalien oder floriden Beckeninfektionen essenziell. Ein Chlamydien-Screening wird bei Risikopatientinnen im Vorfeld routinemäßig durchgeführt.
Wissenswertes
Absolute Kontraindikationen umfassen bestehende Schwangerschaften, ungeklärte vaginale Blutungen und akute pelvine Infektionen. Bei hormonellen Systemen gelten zudem akute Lebererkrankungen oder hormonabhängige Tumoren als Ausschlusskriterium.
Die Einlage kann entweder unmittelbar postpartal innerhalb der ersten 48 Stunden oder im Intervall ab vier bis sechs Wochen nach der Entbindung erfolgen. Eine Einlage in der Zwischenzeit ist aufgrund eines erhöhten Perforations- und Expulsionsrisikos in der Regel nicht empfohlen.
Bei nicht tastbaren oder sichtbaren Rückholfäden muss zunächst eine unbemerkte Expulsion oder eine Uterusperforation sonografisch ausgeschlossen werden. Liegt das System korrekt in cavo, können die Fäden oft mit speziellen Fasszangen oder kleinen Bürstchen im Zervikalkanal lokalisiert werden.
Ein Screening auf sexuell übertragbare Infektionen, insbesondere Chlamydia trachomatis, wird vor der Einlage bei Frauen mit erhöhtem Risiko oder jüngerem Alter empfohlen. Bei unauffälliger Anamnese und fehlenden klinischen Symptomen kann die Einlage jedoch auch ohne vorheriges Testergebnis erfolgen.
Intrauterinsysteme sind auch für Nullipara eine sichere und hochwirksame Verhütungsmethode. Häufig werden bei dieser Patientengruppe anatomisch kleinere Modelle bevorzugt, um die Einlage zu erleichtern und das Risiko für Dysmenorrhoe zu minimieren.
Tritt eine Schwangerschaft ein, muss zunächst eine Extrauteringravidität sonografisch ausgeschlossen werden. Bei intakter intrauteriner Schwangerschaft wird eine frühzeitige Entfernung des Systems empfohlen, sofern die Fäden sichtbar sind, um das Risiko von Aborten oder Infektionen zu senken.
Ärzte fragen zu diesem Thema
💡Praxis-Tipp
Bei der Verwendung des Penthrox®-Inhalators (Methoxyfluran) zur Analgesie während der IUP-Einlage weisen die RACGP-Ressourcen ausdrücklich auf die Beachtung der Raumbelüftung hin. Die konsequente Nutzung der bereitgestellten Prä- und Post-Einlage-Checklisten unterstützt zudem eine lückenlose Aufklärung und eine sichere, gemeinsame Entscheidungsfindung mit der Patientin.
Häufig gestellte Fragen
Das RACGP stellt spezifische Checklisten für Ärzte (GP checklist) sowie für Patientinnen vor (pre-insertion) und nach (post-insertion) dem Eingriff zur Verfügung. Diese sollen standardisierte klinische Abläufe und eine klare Kommunikation gewährleisten.
Die RACGP-Ressourcen beinhalten Hinweise zur Nutzung des Penthrox®-Inhalators (Methoxyfluran) zur Analgesie im Praxisraum. Dabei wird in einem separaten Dokument besonders auf die Beachtung der korrekten Raumbelüftung (Ventilation advice) hingewiesen.
Die evidenzbasierten Materialien sollen Hausärzte bei der sicheren Einlage von Intrauterinpessaren (IUD/IUS) unterstützen. Sie fördern konsistente Prozesse und die gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) mit der Patientin.
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Quelle: Intrauterine devices and systems – Resources for general practice (RACGP, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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