Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD): Diagnostik
Hintergrund
Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) umfassen eine heterogene Gruppe komplexer, oft chronischer Lungenerkrankungen. Sie werden in vier Hauptgruppen unterteilt: ILDs mit bekannter Ursache (z.B. rheumatologisch oder berufsbedingt), idiopathische interstitielle Pneumonien (wie die IPF), granulomatöse Erkrankungen (z.B. Sarkoidose, EAA) und weitere seltene Formen.
Die Diagnostik erfordert ein interdisziplinäres Vorgehen, da sich die Erkrankungen durch spezifische klinische, radiologische und histopathologische Kriterien unterscheiden. Ziel der AWMF-Leitlinie ist es, den diagnostischen Prozess zu standardisieren und eine strukturierte Übersicht für den klinischen Alltag zu bieten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, bei einem obstruktiven Lungenfunktionsbefund eine interstitielle Lungenerkrankung automatisch auszuschließen, da Erkrankungen wie die exogen-allergische Alveolitis oder Sarkoidose regelhaft mit einer Obstruktion einhergehen können. Zudem wird betont, dass eine probatorische Glukokortikoid-Therapie ohne vorherige exakte Abklärung der ILD-Entität vermieden werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt ein Basis-Screening bestehend aus BSG, CRP, CK, ANA, IgM-Rheumafaktor und ACPA (z.B. anti-CCP). Bei einem UIP-Muster im HRCT wird zusätzlich die Bestimmung von MPO-ANCA empfohlen.
Eine BAL wird bei den meisten Patienten mit unklarer ILD empfohlen. Laut Leitlinie ist sie jedoch nicht zwingend erforderlich, wenn das HRCT bereits ein eindeutiges UIP-Muster zeigt und das klinische Bild passend ist.
Es wird ein natives, dünnschichtiges Volumen-CT (HRCT) in Spiraltechnik mit einer Schichtdicke von maximal 1,5 mm empfohlen. Die Untersuchung erfolgt standardmäßig in tiefer Endinspiration.
Wenn eine Biopsie indiziert ist, empfiehlt die Leitlinie die transbronchiale Kryobiopsie (TBLC) als primäres Verfahren. Diese sollte in spezialisierten Zentren durchgeführt werden, da sie weniger invasiv als eine chirurgische Biopsie ist.
Obligate Teilnehmer einer multidisziplinären Diskussion (MDD) sind erfahrene Fachärzte aus der Pneumologie, Thoraxradiologie und Thoraxpathologie. Bei Verdacht auf rheumatische Ursachen wird die Hinzuziehung eines Rheumatologen dringend empfohlen.
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Quelle: Interdisziplinäre Diagnostik interstitieller Lungenerkrankungen im Erwachsenenalter (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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