Influenza-Impfung: Akzeptanz und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie (2025) präsentiert standardisierte Instrumente zur Erfassung verhaltensbezogener und sozialer Treiber (BeSD) der Influenza-Impfung. Ziel ist es, die Ursachen für eine niedrige Impfquote systematisch zu analysieren und gezielte Interventionen zu evaluieren.
Laut Leitlinie wird die saisonale Grippeimpfung insbesondere für vier prioritäre Zielgruppen empfohlen. Dazu gehören Gesundheitspersonal, Schwangere, ältere Erwachsene sowie Erwachsene mit chronischen Vorerkrankungen.
Die bereitgestellten Umfragen und Interviewleitfäden basieren auf einem evidenzbasierten Rahmenwerk. Dieses Modell hilft dabei, messbare und modifizierbare Überzeugungen und Erfahrungen rund um die Impfung zu identifizieren.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert methodische Kernempfehlungen zur Datenerhebung rund um die Influenza-Impfung.
Das BeSD-Rahmenwerk
Das empfohlene Rahmenwerk zur Analyse der Impfbereitschaft umfasst vier zentrale Domänen:
-
Denken und Fühlen (z. B. wahrgenommenes Krankheitsrisiko, Vertrauen in die Impfung)
-
Soziale Prozesse (z. B. soziale Normen, Empfehlungen durch medizinisches Personal)
-
Motivation (z. B. Impfabsicht, Zögern)
-
Praktische Aspekte (z. B. Verfügbarkeit, Erschwinglichkeit, Servicequalität)
Prioritäre Indikatoren
Wenn eine vollständige Umfrage nicht möglich ist, wird die Erfassung von fünf prioritären Indikatoren empfohlen. Die Leitlinie definiert hierfür spezifische Leitfragen:
| Domäne | Konstrukt | Prioritärer Indikator |
|---|---|---|
| Denken und Fühlen | Vertrauen in den Impfnutzen | Anteil der Befragten, die die Impfung als mäßig oder sehr wichtig für ihre Gesundheit erachten |
| Soziale Prozesse | Familiäre Normen | Anteil der Befragten, deren Familie/Freunde die Impfung befürworten |
| Motivation | Impfabsicht | Anteil der Befragten, die sich in der nächsten Saison impfen lassen möchten |
| Praktische Aspekte | Wissen über Impforte | Anteil der Befragten, die wissen, wo sie die Impfung erhalten können |
| Praktische Aspekte | Erschwinglichkeit | Anteil der Befragten, für die die Impfung leicht zu bezahlen oder kostenlos ist |
Vorgaben zur Implementierung
Um eine systematische und vergleichbare Datenerhebung zu gewährleisten, formuliert die Leitlinie strikte methodische Vorgaben. Es wird dringend davon abgeraten, die standardisierten Umfragefragen oder Antwortoptionen zu verändern.
Eine Anpassung an lokale Kontexte sollte laut Leitlinie ausschließlich durch das Hinzufügen neuer Fragen erfolgen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Datenerhebungen direkt in Gesundheitseinrichtungen zu einer verzerrten Stichprobe führen können.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie führt eine Datenerhebung ausschließlich in Gesundheitseinrichtungen häufig zu einer verzerrten Stichprobe, da diese Personen bereits Zugang zum System haben und tendenziell impfbereiter sind. Zudem wird nachdrücklich empfohlen, die vorgegebenen Antwortoptionen der standardisierten Umfragen nicht zu verändern, um die globale Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO-Leitlinie definiert Gesundheitspersonal, Schwangere, ältere Erwachsene und Personen mit chronischen Erkrankungen als prioritäre Zielgruppen. Für diese Gruppen werden spezifische Umfragemodule bereitgestellt.
Es wird empfohlen, die bestehenden Fragen und Antwortoptionen nicht zu verändern, um die Validität zu erhalten. Laut Leitlinie können jedoch bei Bedarf zusätzliche, kontextspezifische Fragen ergänzt werden.
Die Leitlinie empfiehlt in diesem Fall die Nutzung von fünf prioritären Indikatoren. Diese decken Kernaspekte wie Impfabsicht, Vertrauen in den Nutzen, familiäre Normen, Wissen über Impforte und Erschwinglichkeit ab.
Das Vertrauen wird der Domäne 'Denken und Fühlen' zugeordnet. Es wird unter anderem über die wahrgenommene Wichtigkeit der Impfung für die eigene Gesundheit sowie das Vertrauen in die Sicherheit der Vakzine erfasst.
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Quelle: Behavioural and social drivers of influenza vaccination: tools and practical guidance for achieving high uptake (WHO, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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