Implantatversorgung nach Bestrahlung: Indikation und OP

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S3-Leitlinie behandelt die Implantat-Versorgung zur oralen Rehabilitation bei Personen mit Kopf-Hals-Bestrahlung. Eine Strahlentherapie in diesem Bereich führt häufig zu irreversiblen Spätfolgen wie Radioxerostomie, Strahlenkaries und einem erhöhten Risiko für eine infizierte Osteoradionekrose (IORN).

Ein implantatgetragener Zahnersatz kann die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität erheblich verbessern. Er dient der Wiederherstellung der Kaufunktion und verhindert Druckstellen durch schleimhautgetragene Prothesen, welche wiederum eine IORN auslösen könnten.

Dennoch stellt das bestrahlte Knochenlager aufgrund von Hypovaskularität und Hypoxie eine chirurgische Herausforderung dar. Die Leitlinie wägt die funktionellen Vorteile gegen das Risiko lokaler Komplikationen ab.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei Personen mit Mundhöhlen- oder Oropharynxkarzinomen in der Anamnese wird dringend empfohlen, persistierende periimplantäre Infektionen oder tumorsuspekte Schleimhautbefunde histologisch abzuklären. Die Leitlinie warnt davor, solche Läsionen als reine Periimplantitis fehlzudeuten, da es sich um ein Rezidiv oder ein Zweitkarzinom handeln kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, nach einer Kopf-Hals-Bestrahlung 6 bis 12 Monate mit der Implantation abzuwarten. Diese Zeit ist notwendig, damit frühe und verzögerte Strahlenfolgen an den Weichgeweben abklingen können.

Ja, es wird eine systemische antiinfektive Prophylaxe im Rahmen der Implantation dringend empfohlen. Hierfür nennt die Leitlinie beispielsweise Amoxicillin oder Clindamycin.

Laut Leitlinie sollten knochenaugmentierende Maßnahmen nach einer Strahlentherapie vermieden werden. Die Datenlage zeigt, dass das Implantatüberleben im bestrahlten ortsständigen Knochen deutlich besser ist als in bestrahlten Transplantaten.

Die Leitlinie spricht sich gegen den routinemäßigen Einsatz der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) aus. Es konnte kein ausreichender wissenschaftlicher Nachweis für einen Behandlungsvorteil durch die HBO erbracht werden.

Es wird empfohlen, post radiationem inserierte Implantate frühestens nach 3 Monaten prothetisch zu belasten. Studienergebnisse zu einer Früh- oder Sofortbelastung in diesem Kollektiv liegen laut Leitlinie nicht vor.

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Quelle: Implantat-Versorgung zur oralen Rehabilitation im Zusammenhang mit Kopf-Hals-Bestrahlung (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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