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Computer-assistierte Implantatinsertion: S3-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Entscheidung für oder gegen eine CAII sollte individuell nach Komplexität und Patientenwunsch getroffen werden.
  • Die Planung darf nicht nur auf 3D-Röntgendaten basieren, sondern erfordert ergänzende Oberflächenscans.
  • CAII bietet eine höhere Genauigkeit bei der Implantatpositionierung als die konventionelle Freihand-Methode.
  • Bei simultaner Insertion mehrerer Implantate zeigt die CAII höhere Implantatüberlebensraten.
  • Die CAII verursacht höhere Behandlungskosten, die sich jedoch bei mehreren Implantaten pro Einheit relativieren.
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Hintergrund

Die digitale Planung und Insertion von Zahnimplantaten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Leitlinie unterscheidet grundsätzlich zwischen der konventionellen Freihand-Implantation (non-CAII) und der Computer-assistierten Implantatinsertion (CAII). Letztere wird unterteilt in:

  • Statisch geführte CAII (sCAII): Nutzung von Bohrschablonen (Pilotbohrer-geführt, teilweise oder vollständig geführt).
  • Dynamisch navigierte CAII (dCAII): Echtzeitnavigation über optische Trackingsysteme.

Diagnostik und Planung

Eine exakte digitale Planung erfordert die Kombination verschiedener Datensätze.

  • Starker Konsens: Die CAII sollte nicht allein auf 3D-Röntgendaten (DVT) geplant werden. Sie muss durch den Informationsgehalt einer Abformung (Intraoralscan, Extraoralscan oder analog) ergänzt werden.
  • Bei rein zahngetragenen Bohrschablonen besteht bezüglich der Genauigkeit Gleichwertigkeit zwischen Intraoralscan und Extraoralscan eines analogen Modells.

Genauigkeit der Implantatposition

Die CAII zielt auf eine optimale Umsetzung der geplanten Position ab. Abweichungen können Ästhetik, Hygienefähigkeit und Funktion kompromittieren.

  • Starker Konsens: Die CAII (statisch und dynamisch) zeigt gegenüber der non-CAII eine höhere Genauigkeit in der chirurgischen Umsetzung.
  • Empfehlungsgrad A: Da auch bei der CAII Abweichungen auftreten, soll in der Planung ein entsprechender Sicherheitsabstand zu anatomisch relevanten Strukturen beachtet werden.
MethodeAbweichung ImplantatplattformAbweichung ImplantatapexWinkelabweichung
non-CAII1,76 mm2,33 mm7,21°
pbg-sCAII (Pilotbohrer)1,62 mm2,09 mm5,78°
tg-sCAII (Teilweise geführt)1,19 mm1,47 mm4,23°
vg-sCAII (Vollständig geführt)1,08 mm1,44 mm3,48°
dCAII (Dynamisch navigiert)1,03 mm1,26 mm3,77°

Komplikationen und Operationstechnik

Hinsichtlich der allgemeinen Komplikationsraten gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen CAII und non-CAII. Ein entscheidender Faktor für das Patientenwohl ist jedoch die Lappenpräparation:

  • Starker Konsens: Die Anwendung von CAII in Kombination mit einer lappenfreien Implantatinsertion (Flapless) ist im Vergleich zur Präparation eines Mukoperiostlappens mit signifikant niedrigeren Schmerzen, Blutungen und Trismen verbunden.

Implantatüberleben

Das Überleben der Implantate hängt von der klinischen Ausgangssituation ab:

IndikationVergleich CAII vs. non-CAII
Einfache SchaltlückenVergleichbare Überlebensraten
Mehrere simultane ImplantateHöhere Überlebensraten bei CAII

Zeit- und Kostenaufwand

  • Konsens: Die Anwendung der CAII verursacht höhere Behandlungskosten als die konventionelle Methode.
  • Der zusätzliche finanzielle und zeitliche Aufwand für Planung und Produktion verringert sich pro Implantateinheit, wenn mehrere Implantate simultan inseriert werden.
  • Bezüglich der reinen Operationszeit liegen in der Literatur widersprüchliche Daten vor.

💡Praxis-Tipp

Planen Sie bei der Computer-assistierten Implantation stets einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Nerven und Nachbarzähnen ein, da auch vollständig geführte Systeme (vg-sCAII) eine durchschnittliche apikale Abweichung von ca. 1,4 mm aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die CAII (sowohl statisch als auch dynamisch) zeigt eine signifikant höhere Genauigkeit an der Implantatplattform, am Apex und bei der Winkelabweichung als die konventionelle Implantation.
Nein, die Leitlinie empfiehlt stark, 3D-Röntgendaten immer mit einem Oberflächenscan (Intraoral- oder Extraoralscan) zu kombinieren.
Die CAII an sich nicht zwingend, aber wenn sie eine lappenfreie Operation (Flapless-Surgery) ermöglicht, führt dies zu signifikant weniger Schmerzen, Blutungen und Trismen im Vergleich zur offenen Lappenpräparation.
Die CAII verursacht höhere Initialkosten. Der relative Aufwand pro Implantat sinkt jedoch, wenn mehrere Implantate in einer Sitzung inseriert werden.
Bei Einzelzahnlücken sind die Überlebensraten vergleichbar. Werden jedoch mehrere Implantate simultan gesetzt, zeigt die CAII signifikant höhere Überlebensraten.

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