Clostridioides difficile auf der NICU: SHEA/IDSA Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) sind bei Säuglingen unter 12 Monaten sehr selten.
- •Säuglinge weisen eine hohe asymptomatische Kolonisationsrate von etwa 35 % auf.
- •Routinetestungen auf C. difficile werden bei NICU-Patienten ausdrücklich nicht empfohlen.
- •Bei Diarrhö auf der NICU sollten andere, häufigere Ursachen abgeklärt werden.
Hintergrund
Obwohl Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) zu den häufigsten und wichtigsten nosokomialen Infektionen (Healthcare-Associated Infections, HAIs) bei Kindern gehören, sind Berichte über CDI bei Säuglingen unter 12 Monaten sehr selten. Dies liegt vermutlich an einer relativen Resistenz gegenüber den Effekten der C. difficile-Toxine oder an anderen schützenden Faktoren im intestinalen Milieu von Säuglingen.
Diagnostik und Testung
Eine besondere diagnostische Herausforderung auf der neonatologischen Intensivstation (NICU) stellt die hohe asymptomatische Kolonisationsrate dar. Die Interpretation positiver Testergebnisse ist daher äußerst schwierig.
| Aspekt | Säuglinge (< 12 Monate) |
|---|---|
| CDI-Inzidenz | Sehr selten |
| Kolonisationsrate | Hoch (ca. 35 %) |
| Toxinauswirkung | Relative Resistenz vermutet |
| Routinetestung | Nicht empfohlen |
Aufgrund dieser Faktoren sprechen die Autoren der Leitlinie eine klare Empfehlung aus: Routinetestungen auf C. difficile bei NICU-Patienten werden nicht empfohlen. Stattdessen sollten NICU-Patienten mit Diarrhö auf andere, deutlich häufigere Ursachen untersucht werden.
Prävention
Zur Prävention von C. difficile auf der NICU in endemischen Settings existieren in der publizierten Literatur derzeit nur sehr wenige Daten.
💡Praxis-Tipp
Verzichten Sie bei Säuglingen auf der NICU mit Diarrhö auf eine routinemäßige C. difficile-Testung. Suchen Sie stattdessen primär nach wahrscheinlicheren Ursachen für den Durchfall.