RKI/STIKOInfektiologie

Histoplasmose: Klinik, Diagnostik, Therapie und Verlauf

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Histoplasmose wird durch den dimorphen Pilz Histoplasma capsulatum verursacht. Die Infektion erfolgt meist durch Inhalation von Sporen aus erregerhaltigem Staub, der oft mit Vogel- oder Fledermauskot kontaminiert ist.

Laut RKI-Ratgeber verlaufen etwa 95 % der akuten Infektionen asymptomatisch oder mit milden, unspezifischen Symptomen. Bei immunsupprimierten Personen, Kleinkindern und älteren Menschen kann es jedoch zu schweren, disseminierten Verläufen kommen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet in der Regel nicht statt, Ausnahmen bilden lediglich Organtransplantationen. In Deutschland treten Infektionen meist als Reiseerkrankungen nach Aufenthalten in Endemiegebieten (z. B. Amerika, Afrika, Asien) auf.

Klinischer Kontext

Die Histoplasmose ist eine systemische Pilzinfektion, die durch den dimorphen Pilz Histoplasma capsulatum verursacht wird. Sie ist weltweit verbreitet, tritt jedoch endemisch vor allem in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Teilen Afrikas und Asiens auf. In Europa handelt es sich meist um importierte Infektionen bei Reiserückkehrern.

Die Infektion erfolgt durch Inhalation von Mikrokonidien aus kontaminiertem Boden, der häufig mit Vogel- oder Fledermauskot angereichert ist. In den Lungenalveolen wandeln sich die Sporen bei Körpertemperatur in die Hefeform um und werden von Makrophagen phagozytiert, in denen sie intrazellulär überleben und sich lymphogen oder hämatogen ausbreiten können.

Bei immunkompetenten Personen verläuft die Infektion in der Regel asymptomatisch oder als milde, selbstlimitierende Atemwegserkrankung. Bei immunsupprimierten Patienten, insbesondere bei fortgeschrittener HIV-Infektion, kann sich jedoch eine lebensbedrohliche disseminierte Histoplasmose entwickeln.

Die Diagnostik stützt sich auf den direkten Erregernachweis mittels Kultur oder Mikroskopie aus respiratorischen Sekreten, Blut oder Gewebe. Ergänzend spielen der Nachweis von Histoplasma-Antigenen im Urin oder Serum sowie serologische Antikörpertests eine wichtige Rolle in der klinischen Praxis.

Wissenswertes

Die Inkubationszeit der Histoplasmose beträgt in der Regel zwischen drei und 17 Tagen nach der Exposition. Bei massiver Inhalation der Pilzsporen können erste Symptome auch schon früher auftreten.

Eine symptomatische pulmonale Histoplasmose äußert sich oft durch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, unproduktiven Husten, Myalgien und Thoraxschmerzen. In seltenen Fällen kann es zu einer chronisch-kavernösen Verlaufsform kommen, die klinisch einer Tuberkulose ähnelt.

Der Histoplasma-Antigentest im Urin ist besonders bei der disseminierten Form und bei akuten pulmonalen Infektionen hochsensitiv. Bei lokalisierten oder chronischen Verläufen kann die Sensitivität jedoch deutlich geringer ausfallen, weshalb oft eine Kombination mit serologischen Verfahren empfohlen wird.

Asymptomatische oder milde lokalisierte Verläufe bei Immunkompetenten erfordern meist keine spezifische antimykotische Therapie. Eine Behandlung ist primär bei disseminierten Formen, schweren pulmonalen Verläufen oder bei immunsupprimierten Patienten indiziert.

Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen der pulmonalen Histoplasmose zählen die Tuberkulose, atypische Pneumonien, Sarkoidose sowie andere systemische Mykosen wie die Kokzidioidomykose. Bei disseminierten Verläufen müssen auch maligne Lymphome oder Leishmaniosen in Betracht gezogen werden.

In Deutschland besteht für die Histoplasmose keine routinemäßige namentliche Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Lokale Häufungen oder Ausbrüche können jedoch unter Umständen meldepflichtig sein.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der RKI-Ratgeber weist darauf hin, dass radiologisch nachweisbare Residuen nach einer abgeheilten pulmonalen Histoplasmose leicht mit Malignomen wie einem Bronchialkarzinom verwechselt werden können. Zudem wird betont, dass bei Ausbrüchen eine negative Antigendetektion die Erkrankung in der Anfangsphase nicht sicher ausschließt.

Häufig gestellte Fragen

Die Infektion erfolgt laut RKI-Ratgeber in der Regel durch die Inhalation von Sporen, die aus kontaminierten Böden oder Vogel- und Fledermauskot aufgewirbelt werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet im normalen Kontakt nicht statt.

Viele akute pulmonale Infektionen heilen ohne Therapie aus. Eine antimykotische Behandlung wird gemäß Leitlinie bei schweren Verläufen, persistierenden Symptomen über einen Monat oder bei disseminierten Infektionen empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt bei leichten bis mittelschweren behandlungsbedürftigen Verläufen Itraconazol. Bei schweren oder akut disseminierten Infektionen wird eine initiale Therapie mit Amphotericin B angeraten.

Nein, laut dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) besteht für die Histoplasmose in Deutschland keine namentliche Meldepflicht.

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Quelle: RKI-Ratgeber: Histoplasmose (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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