Hauterkrankungen: Bildgebende Diagnostik mit KLM & OCT
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie (2024) behandelt den Einsatz innovativer, nicht-invasiver Bildgebungstechniken in der Dermatologie. Diese Verfahren ergänzen etablierte Methoden wie die Dermatoskopie und Histopathologie, insbesondere bei unklaren Befunden oder wenn Biopsien vermieden werden sollen.
Zu den etablierten Techniken zählen die in vivo und ex vivo konfokale Lasermikroskopie (KLM) sowie die optische Kohärenztomographie (OCT). Neuere Verfahren wie die Line-field konfokale OCT (LC-OCT) und die Multiphotonentomographie (MPT) bieten zunehmend zelluläre Auflösungen für eine präzise optische Biopsie.
Die Anwendung dieser Technologien erfordert fundierte Kenntnisse der Dermatopathologie. Sie ermöglichen nicht nur die Früherkennung von Hautkrebs, sondern auch das Therapiemonitoring und die Diagnostik entzündlicher sowie infektiöser Dermatosen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die korrekte Interpretation der Bilddaten bei allen hochauflösenden Verfahren (wie KLM und LC-OCT) fundierte Kenntnisse der Dermatopathologie erfordert. Zudem wird darauf hingewiesen, dass tiefer liegende Veränderungen, wie noduläre Melanome oder Pannikulitiden, aufgrund der begrenzten Eindringtiefe vieler optischer Verfahren der Diagnostik entgehen können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie erreicht die OCT eine Eindringtiefe von 1 bis 1,5 Millimetern. Dies ermöglicht die Beurteilung tieferer epidermaler und dermaler Strukturen, geht jedoch mit einer geringeren Auflösung im Vergleich zur konfokalen Lasermikroskopie einher.
Die Leitlinie beschreibt, dass die KLM eine schnelle Diagnostik von Skabies mit hoher Sensitivität und Spezifität ermöglicht. Parasitäre Milben wie Sarcoptes scabiei sind in den Aufnahmen visuell direkt identifizierbar.
Gemäß der Leitlinie liefert die ex vivo KLM innerhalb weniger Minuten feingewebliche Bilder, ohne dass es zu einem Gewebeverlust kommt. Das untersuchte Frischgewebe kann im Anschluss noch konventionell histologisch aufgearbeitet werden.
Die strukturelle OCT besitzt laut Leitlinie hierfür einen geringen Stellenwert, da die Auflösung für eine eindeutige Diskriminierung auf zellulärer Ebene zu gering ist. Die dynamische OCT (D-OCT) kann jedoch durch die Darstellung chaotischer Gefäßmuster ergänzende Hinweise auf ein Melanom liefern.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Bildgebende Diagnostik von Hauterkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen