Händehygiene: Indikationen und Leitlinien-Empfehlungen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: CDC (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Händehygiene gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Prävention von nosokomialen Infektionen in medizinischen Einrichtungen. Die normale Hautflora besteht aus residenten und transienten Mikroorganismen, wobei letztere häufig durch direkten Patientenkontakt oder kontaminierte Oberflächen erworben werden.

Die Übertragung von Erregern über die Hände des medizinischen Personals erfordert eine Kette von Ereignissen, die durch adäquate Händehygiene unterbrochen werden kann. Studien zeigen jedoch, dass die Compliance des Personals oft unzureichend ist, was unter anderem auf Hautirritationen, Zeitmangel oder unzureichende Ausstattung zurückzuführen ist.

Alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel haben sich als wirksamer, zeitsparender und hautverträglicher erwiesen als das traditionelle Händewaschen mit Wasser und Seife. Die Leitlinie der CDC fasst die Evidenz zusammen und formuliert Standards zur Reduktion von Kreuzinfektionen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Händehygiene:

Indikationen zur Händehygiene

Laut Leitlinie wird das Waschen der Hände mit antimikrobieller oder nicht-antimikrobieller Seife und Wasser empfohlen, wenn die Hände sichtbar verschmutzt oder mit Blut beziehungsweise anderen Körperflüssigkeiten kontaminiert sind.

Wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, wird für die routinemäßige Dekontamination in folgenden klinischen Situationen ein alkoholbasiertes Händedesinfektionsmittel empfohlen:

  • Vor dem direkten Patientenkontakt

  • Vor dem Anziehen steriler Handschuhe bei der Anlage zentraler Venenkatheter

  • Vor der Anlage von Blasenkathetern, peripheren Venenkathetern oder anderen invasiven Devices

  • Nach Kontakt mit intakter Haut des Patienten (zum Beispiel beim Pulsfühlen)

  • Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Schleimhäuten, nicht-intakter Haut oder Wundverbänden

  • Beim Wechsel von einer kontaminierten zu einer sauberen Körperstelle während der Patientenversorgung

  • Nach Kontakt mit unbelebten Objekten in der direkten Patientenumgebung

  • Nach dem Ausziehen von Handschuhen

Wirksamkeit von Händehygiene-Präparaten

Die Leitlinie vergleicht verschiedene Wirkstoffgruppen hinsichtlich ihrer Eigenschaften:

WirkstoffgruppeBakterizide WirkungViruzide WirkungRemanenzwirkungHautverträglichkeit
Alkohole (60-95%)Sehr gutGut bis sehr gutKeineGut (mit Emollients)
Chlorhexidin (2-4%)GutGutJaMäßig
Nicht-antimikrobielle SeifeGeringGeringKeineSchlecht (bei häufiger Nutzung)

Chirurgische Händeantisepsis

Für die chirurgische Händeantisepsis empfiehlt die Leitlinie:

  • Das Ablegen von Ringen, Uhren und Armbändern vor dem chirurgischen Händewaschen

  • Die Reinigung der Subungualräume unter fließendem Wasser

  • Die Verwendung einer antimikrobiellen Seife oder eines alkoholbasierten Präparats mit remanenter Wirkung vor dem Anziehen steriler Handschuhe

Hautpflege und Fingernägel

Es wird empfohlen, dem Personal Handlotionen oder -cremes zur Verfügung zu stellen, um irritativen Kontaktdermatitiden vorzubeugen. Die Leitlinie betont, dass bei der direkten Versorgung von Hochrisikopatienten (zum Beispiel auf Intensivstationen oder im OP) keine künstlichen Fingernägel oder Nagelverlängerungen getragen werden dürfen. Natürliche Nägel sollten kurz gehalten werden.

Verwendung von Handschuhen

Das Tragen von Handschuhen ersetzt gemäß Leitlinie nicht die Notwendigkeit der Händehygiene. Es wird empfohlen, Handschuhe nach der Patientenversorgung auszuziehen und dasselbe Paar nicht für die Versorgung mehrerer Patienten zu verwenden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel sowie andere Antiseptika keine ausreichende Wirksamkeit gegen Bakteriensporen (wie Clostridium difficile oder Bacillus anthracis) aufweisen. Bei einem vermuteten oder nachgewiesenen Kontakt mit solchen Erregern wird stattdessen das physische Abwaschen der Sporen durch gründliches Händewaschen mit Seife und Wasser empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist das Händewaschen mit Seife und Wasser zwingend erforderlich, wenn die Hände sichtbar verschmutzt oder mit proteinhaltigem Material, Blut oder Körperflüssigkeiten kontaminiert sind. In allen anderen klinischen Routinesituationen wird die Verwendung eines alkoholbasierten Händedesinfektionsmittels bevorzugt.

Die CDC-Leitlinie empfiehlt dringend, bei der direkten Versorgung von Hochrisikopatienten, wie beispielsweise auf Intensivstationen oder im OP, auf künstliche Fingernägel oder Nagelverlängerungen zu verzichten. Natürliche Nägel sollten zudem kurz gehalten werden, um die Bakterienbesiedlung im Subungualraum zu minimieren.

Ja, es wird empfohlen, die Hände nach dem Ablegen der Handschuhe stets zu dekontaminieren. Die Leitlinie weist darauf hin, dass Handschuhe keinen vollständigen Schutz vor Kontamination bieten und Erreger durch kleine Defekte oder beim Ausziehen auf die Hände gelangen können.

Die Leitlinie stellt fest, dass alkoholbasierte Präparate, die rückfettende Substanzen (Emollients) enthalten, deutlich weniger Hautirritationen und Trockenheit verursachen als das wiederholte Waschen mit Seife und Wasser. Um irritativen Kontaktdermatitiden vorzubeugen, wird zudem die regelmäßige Nutzung von Handcremes empfohlen.

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Quelle: CDC Guideline for Hand Hygiene in Health-Care Settings (CDC, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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