CochraneIa2022

Fetale Fehlstellung: Lagerung und Leitlinien-Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Eine fetale Fehlstellung (okzipito-posterior oder okzipito-transversal) liegt vor, wenn der Hinterkopf des Kindes zum Rücken oder zur Seite der Mutter zeigt. Dies ist mit einem erhöhten Risiko für einen verlängerten Geburtsverlauf, operative Entbindungen und Dammverletzungen assoziiert.

Es wird angenommen, dass bestimmte mütterliche Körperhaltungen während der Wehen die kindliche Rotation in eine vorteilhaftere vordere Hinterhauptslage fördern können. Zu den untersuchten Positionen gehören der Vierfüßlerstand (Hände-Knie-Haltung) sowie verschiedene Seitenlagen.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2022 evaluiert die Wirksamkeit dieser spezifischen Körperhaltungen. Es wurde untersucht, ob sich dadurch die Morbidität von Mutter und Kind im Vergleich zu anderen Positionen verringern lässt.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu verschiedenen mütterlichen Körperhaltungen zusammen. Die untersuchten Interventionen zeigten im Vergleich zu anderen Positionen folgende Effekte auf die primären und sekundären Endpunkte:

InterventionEffekt auf operative EntbindungEffekt auf KaiserschnittrateEvidenzgrad (GRADE)
Hände-Knie-HaltungKein signifikanter UnterschiedKein signifikanter UnterschiedNiedrig bis sehr niedrig
Seitenlagen (alle)Kein signifikanter UnterschiedKein signifikanter UnterschiedNiedrig bis sehr niedrig

Hände-Knie-Haltung (Vierfüßlerstand)

Die Auswertung zeigt, dass die Hände-Knie-Haltung wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss auf den Geburtsmodus hat. Die Evidenz für diese Endpunkte wird als niedrig oder sehr niedrig eingestuft.

  • Keine signifikante Reduktion von operativen Entbindungen oder Kaiserschnitten.

  • Kein nachweisbarer Effekt auf den Einsatz von Periduralanästhesien oder die Rate schwerer Dammrisse.

  • Keine signifikanten Unterschiede bei den Apgar-Werten der Neugeborenen.

Seitenlagen

Auch für die verschiedenen Seitenlagen (auf der Seite des kindlichen Rückens oder kontralateral) ergab die Metaanalyse ähnliche Resultate. Die Autoren stufen die Evidenzqualität ebenfalls als niedrig bis sehr niedrig ein.

  • Keine signifikante Verringerung von operativen Geburten oder Kaiserschnitten.

  • Kein eindeutiger Effekt auf schwere Dammverletzungen oder postpartale Blutungen.

  • Keine nachweisbare Reduktion von ernsthafter neonataler Morbidität.

Klinische Einordnung

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass die untersuchten Positionen die gesundheitlichen Endpunkte kaum verbessern. Es wird jedoch betont, dass Frauen diese Haltungen einnehmen können, wenn sie diese während der Wehen als angenehm empfinden.

Es gibt laut Review keinen Grund, von diesen Positionen abzuraten. Weitere Forschung zu modifizierten Haltungen und längeren Interventionsdauern wird empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Obwohl spezifische Körperhaltungen wie der Vierfüßlerstand oder Seitenlagen eine fetale Fehlstellung laut Evidenz nicht signifikant korrigieren, wird ihre Anwendung nicht negativ bewertet. Der Review hebt hervor, dass die individuelle Bequemlichkeit der Gebärenden im Vordergrund stehen sollte. Wenn eine Frau diese Positionen als schmerzlindernd oder angenehm empfindet, können sie bedenkenlos eingenommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es nur Evidenz von sehr niedriger Qualität, dass die Hände-Knie-Haltung die kindliche Rotation oder den Geburtsmodus signifikant verbessert. Ein eindeutiger klinischer Nutzen konnte nicht nachgewiesen werden.

Der Review untersuchte sowohl Seitenlagen auf der Seite des kindlichen Rückens als auch kontralaterale Positionen. Für keine der untersuchten Seitenlagen konnte ein signifikanter Effekt auf die Reduktion operativer Entbindungen festgestellt werden.

Ja, die Autoren des Reviews betonen, dass es keinen Grund gibt, von der Hände-Knie-Haltung oder Seitenlagen abzuraten. Wenn die Gebärende diese Positionen als komfortabel empfindet, können sie weiterhin genutzt werden.

Die Metaanalyse fand keine belastbare Evidenz dafür, dass bestimmte mütterliche Positionen die Kaiserschnittrate bei fetalen Fehlstellungen senken. Die Effekte wurden als gering bis nicht vorhanden eingestuft.

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Quelle: Cochrane Review: Maternal postures for fetal malposition in labour for improving the health of mothers and their infants (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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