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Orale Misoprostol-Gabe zur Geburtseinleitung: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die künstliche Geburtseinleitung ist eine häufige geburtshilfliche Maßnahme, beispielsweise bei mütterlicher Hypertonie oder Terminüberschreitung. Ziel ist eine sichere vaginale Geburt innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens.

Misoprostol, ein Prostaglandin-E1-Analogon, wird häufig zur Geburtseinleitung eingesetzt. Die orale Verabreichung bietet Vorteile wie eine einfache Einnahme für die Mutter und eine unkomplizierte Lagerung bei Raumtemperatur.

Dieser Cochrane-Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von niedrig dosiertem oralem Misoprostol (Startdosis ≤ 50 µg) im Vergleich zu anderen gängigen Einleitungsmethoden. Verglichen werden unter anderem vaginales Dinoproston, vaginales Misoprostol, Oxytocin und mechanische Methoden wie der Foley-Katheter.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit von oralem Misoprostol im Vergleich zu anderen Methoden:

Vergleich mit vaginalem Dinoproston

Laut Review führt orales Misoprostol wahrscheinlich zu weniger Kaiserschnitten als vaginales Dinoproston.

Es wird berichtet, dass es möglicherweise zu etwas weniger vaginalen Geburten innerhalb von 24 Stunden kommt. Gleichzeitig senkt orales Misoprostol jedoch das Risiko für eine uterine Überstimulation mit fetalen Herzfrequenzveränderungen.

Vergleich mit vaginalem Misoprostol

Die Leitlinie stellt fest, dass die orale Gabe im Vergleich zur vaginalen Gabe zu weniger vaginalen Geburten innerhalb von 24 Stunden führen kann.

Es wird jedoch eine geringere Rate an uteriner Überstimulation mit fetalen Herzfrequenzveränderungen beobachtet. Zudem kommt es gemäß den Daten zu weniger Kaiserschnitten aufgrund von fetalem Distress.

Vergleich mit mechanischen Methoden (Foley-Katheter)

Gemäß dem Review erhöht orales Misoprostol im Vergleich zum transzervikalen Foley-Katheter möglicherweise die Rate an vaginalen Geburten innerhalb von 24 Stunden.

Zudem reduziert die orale Misoprostol-Gabe wahrscheinlich das Risiko für einen Kaiserschnitt. Die Raten an uteriner Überstimulation sind bei beiden Methoden vergleichbar.

Vergleich mit intravenösem Oxytocin

Die Leitlinie zeigt, dass orales Misoprostol im Vergleich zu Oxytocin wahrscheinlich zu weniger Kaiserschnitten führt.

Die Rate der vaginalen Geburten innerhalb von 24 Stunden unterscheidet sich laut den Daten kaum.

Dosierung

Der Review untersucht verschiedene Dosierungsschemata und leitet daraus folgende Erkenntnisse ab:

MedikamentEmpfohlene StartdosisAnmerkung
Orales Misoprostol10-25 µgBietet laut Review eine gute Balance aus Wirksamkeit und Sicherheit.
Orales Misoprostol (Maximaldosis für Start)≤ 50 µgHöhere Startdosen werden aufgrund des inakzeptabel hohen Risikos einer uterinen Überstimulation nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der Anwendung von Misoprostol bei Frauen mit Zustand nach vorausgegangenem Kaiserschnitt.

Es wird auf ein hohes Risiko für eine Uterusruptur (Narbenruptur) hingewiesen. In diesen Fällen wird laut Review eher ein transzervikaler Foley-Katheter empfohlen, da dieser die geringste Rate an Überstimulationen aufweist.

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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass niedrig dosiertes orales Misoprostol (insbesondere in einer Startdosis von 25 µg) im Vergleich zur vaginalen Gabe ein geringeres Risiko für eine uterine Überstimulation mit fetalen Herzfrequenzveränderungen aufweist. Es wird betont, dass die orale Gabe wahrscheinlich zu weniger Kaiserschnitten führt als vaginales Dinoproston oder ein Foley-Katheter, auch wenn die Zeit bis zur Geburt etwas länger sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane-Review legt nahe, dass eine Startdosis von 10 bis 25 µg eine gute Balance zwischen Wirksamkeit und Sicherheit bietet. Startdosen über 50 µg werden aufgrund des hohen Risikos einer uterinen Überstimulation nicht empfohlen.

Laut Leitlinie ist die orale Einnahme mit einer geringeren Rate an uteriner Überstimulation und fetalen Herzfrequenzveränderungen assoziiert. Zudem kommt es bei oraler Gabe seltener zu Kaiserschnitten aufgrund von fetalem Distress als bei der vaginalen Gabe.

Die Leitlinie rät von der Verwendung von Misoprostol bei Zustand nach Kaiserschnitt ab. Es wird auf ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Uterusruptur hingewiesen.

Gemäß dem Review führt orales Misoprostol im Vergleich zu vaginalem Dinoproston möglicherweise zu etwas weniger vaginalen Geburten innerhalb der ersten 24 Stunden. Dafür senkt es jedoch wahrscheinlich die Gesamtrate an Kaiserschnitten.

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Quelle: Cochrane Review: Low-dose oral misoprostol for induction of labour (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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