COVID-19 bei Immunsuppression: Risikogruppen & Therapie
Hintergrund
Das Management von COVID-19 bei immunsupprimierten Patienten stellt im klinischen Alltag eine besondere Herausforderung dar. Da spezifische Leitlinien für diese vulnerable Patientengruppe bisher fehlten, hat die European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) ein entsprechendes Konsensusdokument erarbeitet.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Konsensusdokuments. Die Publikation zielt darauf ab, evidenz- und expertenbasierte Aussagen für die klinische Praxis zu formulieren.
Dafür wurden sechs zentrale klinische Fragestellungen im PICO-Format definiert und durch systematische Literaturrecherchen beantwortet. Wo die Evidenzlage unzureichend war, stützt sich das Dokument auf die klinische Erfahrung des Expertenpanels.
💡Praxis-Tipp
Bei der Risikostratifizierung von COVID-19-Patienten wird eine genaue Erhebung der Kortikosteroid-Anamnese empfohlen. Laut ESCMID-Konsensusdokument gelten Patienten bereits als relevant immunsupprimiert, wenn sie eine kumulative Dosis von mehr als 600 mg Prednison-Äquivalent erhalten haben oder über mindestens 14 Tage täglich 20 mg oder mehr einnehmen.
Häufig gestellte Fragen
Das ESCMID-Dokument definiert unter anderem Personen mit primären Immundefekten, aktiven Malignomen, fortgeschrittener HIV-Infektion sowie Patienten nach Organtransplantation als immunsupprimiert. Auch bestimmte medikamentöse Therapien führen zu dieser Einstufung.
Laut Konsensusdokument wird eine systemische Therapie mit mindestens 20 mg Prednison-Äquivalent pro Tag über 14 Tage oder länger als kritisch angesehen. Ebenso führt eine kumulative Dosis von über 600 mg zur Einstufung als immunsupprimiert.
Das Expertenpanel stuft Patienten ein Jahr lang nach der Diagnose eines Malignoms oder nach Erhalt einer Krebstherapie als immunsupprimiert ein. Dies gilt auch für den Zeitraum von einem Jahr nach einer CAR-T-Zell-Therapie oder Stammzelltransplantation.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: ESCMID: Management of COVID-19 in immunocompromised patients: an European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases consensus document (ESCMID, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
ESCMID: ESCMID COVID-19 Living Guidelines: Drug treatment and clinical management
ESCMID: European society of clinical microbiology and infectious diseases guidelines for coronavirus disease 2019: an update on treatment of patients with mild/moderate disease
Cochrane Review: Systemic corticosteroids for the treatment of COVID-19
IDSA: COVID-19 Treatment and Management
Cochrane Review: Immunity after COVID-19 vaccination in people with higher risk of compromised immune status: a scoping review
Cochrane Review: Systemic corticosteroids for the treatment of COVID-19: Equity-related analyses and update on evidence
IDSA: Histoplasmosis (2025)
Cochrane Review: Interleukin-6 blocking agents for treating COVID-19: a living systematic review
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen